János Magyi, Nicolaus de Mirabilibus, Gábor Pécsváradi

Klausenburg, St. Michaeliskirche
Werk von Gábor Pécsváradi 1.
Pécsvárad, Benediktinerkloster
János Magyi

War 1476 mit kaiserlicher und 1490 mit päpstlicher Vollmacht in Buda als Notar tätig. Stellte anhand der zwischen 1468 und 1493 ausgefertigten Urkunden eine Urkundenmustersammlung mit rund 500 Mustern zusammen, die den Titel "Stylus curiae regiae" trägt. Übersetzte zahlreiche lateinische Kunstwörter ins Ungarische und notierte sie marginal als Glossen. In seinem Kodex hielt er sogar eine rechtliche Regel in Form eines Vierzeilers fest. Dies ist eines der ältesten Versdenkmäler der ungarischsprachigen Literatur.

KSz


Nicolaus de Mirabilibus

Geboren in Klausenburg, trat in Kaschau dem Dominikanerorden bei und wurde 1476 Mitglied des Klausenburger Konvents. Besuchte 1478 die Budaer Hochschule der Dominikaner und 1468-1493 die Universität Padua, die er als Magister abschloß. Zwischen 1484 und 1489 in Siena und Florenz als Hochschullehrer tätig, ab 1494 Ordensprovinzial in Ungarn. Verstarb nach 1508. Schrieb eine Abhandlung über das Gewissen in italienischer und eine theologische Arbeit über die Vorbestimmung ("De praedestinatione") in lateinischer Sprache. Überliefert ist ferner eine Disputation ("Disputation nuper facta in domo magnifici Laurentii Medices"), die er 1489 in Florenz vor Lorenzo di Medici hielt.

KSz


Gábor Pécsváradi

Zwei Quellen haben Angaben über sein Leben bewahrt: die Sammlung mit Briefmustern der Franziskaner sowie die Chronik der Observanten. Nach seinem Namen zu urteilen, wurde er in Pécsvárad im Komitat Baranya geboren. Er war mehrfach Ordensprovinzial des Observantenzweiges (1509-1513, 1523-1529). Im Jahr 1523 nahm er an der Generalversammlung der Kapitel im spanischen Burgos teil, wo er die Kanonisierung des hl. Johannes von Kapistrano betrieb. Weilte 1514-1517 als Pilger im Heiligen Land. Seine "Compendiosa descriptio" erschien 1519 erstmals in Wien, die zweite Auflage wurde 1520 von Miklós Farnádi herausgegeben.

KSz