Cesarini, Carvajal, Burgio

Julian Cesarini 1.
Kirchenhierarchie
Türken und Ungarn
Cesarini, Giuliano (1398-1444)

Italienischer Prälat, Kardinal, päpstlicher Diplomat, Legat. Entstammte einer römischen Adelsfamilie, studierte in Padua Jura und war später dort als Lehrer tätig. Von den 1420er Jahren an lenkte er die Außenpolitik des Heiligen Stuhls. Ab 1426 Kardinal und in Deutschland Legat gegen die Hussiten. Leitete bis 1437 im Namen von Papst Eugenius IV. das Basler Konzil, nahm auch an den Beratungen in Ferrara und Florenz teil. Verkündete 1439 beim Florenzer Konzil die Wiedervereinigung der Ost- und Westkirche und tat alles, um dazu auch das Einverständnis von Byzanz zu erlangen. 1442 sandte ihn Eugenius IV. als Legat nach Ungarn, um zwischen Wladislaw I. und Königin Elisabet zu vermitteln (der Frieden kam am 13. Dezember zustande) und einen Kreuzzug gegen die Türken vorzubereiten. Nahm im Winter 1443-1444 am langen Feldzug teil. Im April 1444 ließ er König Wladislaw I. und die Stände des Ofner Landtages beeiden, daß sie im Bündnis mit dem Papst, Venedig und Herzog Philipp dem Guten von Burgund noch im Laufe des Sommers zum Kreuzzug gegen die Türken aufbrechen. Am 4. August mußten ihm der König und Hunyadi in Szeged erneut schwören, den geplanten Kreuzzug unter allen Umständen und ohne Ansehen des mit dem Sultan zu schließenden Friedens anzutreten. Nachdem Georg Brankovitsch und János Hunyadi im Namen des Königs in Wardein insgeheim einen vorteilhaften Frieden mit den Abgesandten des Sultans geschlossen hatten, befreite Cesarini den ungarischen König am 15. August von seinem Friedenseid, damit der zum Angriff übergehen konnte. Doch ungeachtet aller Bemühungen Cesarinis brach das Bündnis gegen die Türken zusammen, und in der Schlacht von Varna fiel er genauso wie König Wladislaw.

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Carvajal, Juan de (1399-1469)

Gebürtiger Spanier, Prälat, päpstlicher Diplomat, Kardinal (ab 1446). Sein Gebiet war das kanonische Recht. Weilte zweiundzwanzigmal als päpstlicher Legat in verschiedenen Ländern, in Ungarn erstmals 1448. Papst Calixtus III. betraute ihn 1455 mit der Organisierung eines Kreuzzuges gegen die Türken. Unterstützt von Johannes von Kapistrano hatte er 1456 großen Anteil an den Vorbereitungen des Sieges von Belgrad. Spielte eine bedeutende Rolle bei der Wahl Matthias Hunyadis zum König. Organisierte 1459-1461 die Friedensverhandlungen zwischen Kaiser Friedrich III. und Matthias, unterstützte den ungarischen König auch bei seinen Plänen gegen die Türken. 1462 verließ er Ungarn endgültig und ging nach Rom, wo man ihn 1464 als Kandidaten zur Papstwahl nominierte. János Vitéz sagte von ihm, er habe Ungarn als seine Heimat geliebt.

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Burgio, Antonio Giovanni (†1538)

Obwohl kein Geistlicher, war er ab 1524 päpstlicher Gesandter in Ungarn, wo er bei den Kriegsvorbereitungen gegen die Türken eine bedeutende Rolle spielte. Erfreute sich im Kreis der Ungarn großer Popularität. In seinen Berichten malte er ein authentisches Bild von der Situation des Landes vor Mohács, wenngleich er die Rolle einzelner Politiker und ihre Absichten nicht immer klar erkannte. Flüchtete 1526 mit Königin Maria nach Preßburg, ging dann nach Rom und kehrte 1527 nach Ungarn zurück. Lebte ab 1529 bis zu seinem Tode in seiner Heimat Sizilien und versah währenddessen noch verschiedene diplomatische Aufgaben.

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