Burgjobagionen, Königliche Servienten

Königlich ungarische Hoforganisation
Hochzeitsszene, Szabadegyháza
Burgjobagionen (lat. iobagio castri)

Mitglieder der königlichen Burgorganisation, die sich im Vergleich zu den übrigen Mitgliedern in der günstigsten Lage befanden. In rechtlicher Hinsicht genossen sie keine Freiheit: Auf dem Weg über die Burgorganisation unterstanden sie der Verfügungsgewalt des Königs, sie durften sich nicht willkürlich von der Burgorganisation trennen und konnten ihre Privilegien nur innerhalb dieser Rahmen genießen. Burgjobagionen waren wehrdienstpflichtig und mußten den König auch bei dessen Feldzügen im Ausland begleiten. Sie wurden an den Gütern der Burg (Nutzungsrecht) und an den Steuern der Burgsassen beteiligt. Wer mit seinen Gütern freiwillig der Burgorganisation beitrat, behielt seine Eigentumsrechte. Ihre Rechtsstellung war nicht einheitlich.

GYS


Königliche Servienten

Das erste, zweifelsfrei authentische Vorkommen des zur Bezeichnung einer bestimmten Gesellschaftsschicht dienenden Begriffs ist aus dem Jahr 1217 bekannt. Die von der lateinischen Form serviens regis/regalis abgeleitete Übersetzung "Diener des Königs" ist nicht exakt, besser trifft den Kern die Umschreibung "dem König dienende Person". Die ab Mitte des 13. Jahrhunderts verbreitete Form "edler Diener des Königs" ist ein Zeichen dafür, daß die Unterschiede zwischen königlichen Servienten und alteingesessenem Adel langsam verblaßten. Nach dem 1267 erlassenen Gesetz, das die königlichen Servienten dem Adel gleichstellte, wurde der Ausdruck seltener. Zwar taucht er vereinzelt auch im 14. Jahrhundert noch auf, doch nach und nach verschwindet die Wortverbindung aus dem in Ungarn gebräuchlichen Latein.

AZS