Tétel adatlapja
CÍMLAP
Imre Madách
Die Tragödie des Menschen

GEHALT, LEBENSBESCHREIBUNG



Gehalt

Erstes Bild - Im Himmel
Zweites Bild - Im Paradies
Drittes Bild - Auserhalb des Paradieses
Viertes Bild - In Ägypten
Fünftes Bild - In Athen
Sechstes Bild - In Rom
Siebentes Bild - In Byzanz
Achtes Bild - In Prag
Neuntes Bild - In Paris
Zehntes Bild - In Prag
Elftes Bild - In London
Zwölftes Bild - Im Phalanster
Dreizehntes Bild - Im Weltenraum
Vierzehntes Bild - In eisiger gegend
Fünfzehntes Bild - Auserhalb des Paradieses



Lebensbeschreibung

MADÁCH, Imre, ungarischer Dramatiker, 21.1. 1823 in Alsósztregova aus einer alteingesessenen Adelsfamilie, + 5.10. 1864 ebenda. - M. wurde zunächst von Schulen ferngehalten und im Elternhaus sehr streng erzogen. In den späten dreißiger Jahren studierte er in Pest Philosophie und Rechtswissenschaft und gründete dort einen kleinen literarischen Zirkel. 1840 publizierte M. seine ersten Gedichte (»Lyrische Blüten«). Seit dem gleichen Jahr war er als Rechtspraktikant tätig, absolvierte 1842 und kam in seiner beruflichen Laufbahn schnell voran: 1943 Vizenotär, 1844 Tafelrichter, 1846 Notär des Komitats Nógrád. 1848 krankheitshalber i.R., nahm er an der 48-er Revolution nicht teil, gehörte jedoch später zu den Leidtragenden, da er 1852 wegen der Beherbergung eines Flüchtlings verhaftet und für ein Jahr inhaftiert wurde. Seine 1844 begonnene Ehe mit Erzsébet Fráter hielt der erzwungenen Trennung nicht stand; 1854 kam es zur Scheidung. 1861 wurde M. Abgeordneter, dazu Mitglied der Kisfaludy-Gesellschaft. 1963 war M. zum korr. Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden, doch ist diese Rückkehr in die Öffentlichkeit von kurzer Dauer, da M. schon im Jahre 1864 stirbt. - M. ist vor allem als Dramatiker bekannt geworden. Seine frühen Gedichte und seine dramatischen Versuche vor 1860 haben seinen Namen weniger popularisiert als sein Lebenswerk (»Az ember tragédiája« (Tragödie des Menschen), das im März 1860 abgeschlossen war, 1861 im Druck erschien, inzwischen über hundert Auflagen erreicht hat und in sehr viele Sprachen übersetzt wurde (die erste deutsche Nachdichtung von A. Dietze erschien 1865 in Pest; ihr folgten 1886 die Übersetzung von A. Fischer, 1887 von A.v. Spóner, 1888 von J. Lechner, bzw. von L. Dóczy, 1933 und 1967 von J. Mohácsy und 1990 von Hans Thurn). M.s Drama, das in fünfzehn Bildern die ganze Menschheitsgeschichte zusammenfaßt, gehört mit zu den symbolstiftenden Großversuchen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, welche Geschichtsphilosophie und Ich-Deutung miteinander verknüpfen. Daneben werden Werke wie die Zeitsatire »Der Civilisator« (1854), die Tragödie »Mózes« (1861), das dramatische Gedicht »Tündérálom« (Feentraum) fast vergessen. M.s »Tragödie des Menschen«, eine ungarische Variante der Faust-Dichtung, ist am 23. September 1883 in Pest uraufgeführt worden; bis heute sind über 1100 Vorstellungen mit diesem Stück bekannt, und in der Stadt Szegedin finden seit den dreißiger Jahren Freilichtspielzeiten statt, wo vor Zehntausenden das M.-Stück jährlich auf die Bühne gebracht wird (die deutsche Uraufführung fand 1891 im Hamburger Stadttheater statt; Wien und Berlin waren die nächsten Stationen einer M.-Rezeption auf deutschen Bühnen im 19. Jahrhundert). M.s Weltdeutung ist - seinen Lebensumständen entsprechend und seinen philosophischen Vorbildern angemessen - pessimistisch. Adam, in unterschiedlichen historischen Verkörperungen (als Pharao,als Miltiades, als Römer Sergiolus, als Kepler, Danton) versucht es immer wieder, dem Ränkespiel des Weltregisseurs Luzifer zu entkommen und seine Vorstellung von vernünftiger und geordneter Lebensweise durchzusetzen: vergeblich. Zuletzt ist er im Fourierschen Phalanster darauf aus, eine glückliche, gerechte, für alle gleiche Gesellschaftsform zu schaffen; auch dabei scheitert er, wobei ihm Eva - auch sie in den jeweiligen historischen Travestien - beisteht oder behindert. Isolierung und Resignation sind, wie Luzifer erwartet, nur die Zwischenstadien. Am Ende kehrt Adam auf die Erde zurück und versucht, zu kämpfen und zu vertrauen, selbst wenn auch dieser neue Versuch zu keiner Erlösung führt. Das Sich-Behaupten legt M. nahe; eine konkrete Lösung des Konflikts zwischen Individualität und Gemeinschaft bietet er dabei nicht.

Werke: M.I. válogatott művei (Ausgewählte Werke), 1858; Mózes, Tr., 1861; Az ember tragédiája, Dr., 1861; M.I. összes művei (Gesammelte Werke), I-III, 1880; M.I. összes művei (Gesammelte Werke), I-II, 1942; Válogatott művei, hrsg. von I. Stöter, 1966. I.M., in: Das geistige Ungarn. Biogr. Lexikon, 1918, Bd. II, 190.

Forrás: http://www.bautz.de/bbkl/m/madach.shtml


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