Thököly zu Käsmarkt, Imre (25. Sept. 1657, Käsmarkt - 13. Sept. 1705, Nikodemia, Türkei)

Thököly, Imre
Käsmarkt, Burghof
1682-1685 Fürst des türkischen Vasallenstaates in Oberungarn. Ab 1678 stieg er als Anführer der sich in Siebenbürgen und im Gebiet jenseits der Theiß verbergenden Landflüchtigen unter die bedeutendsten Politiker und Heerführer des Landes auf. Sein Rechnung ging jedoch nicht auf, und nach dem Wiener Fiasko der Türken im Jahr 1683 fühlte sich Thököly mehr und mehr allein gelassen. Langsam wurde er sogar den Türken zu einer Last, die ihn 1685 in Wardein festnehmen ließen. Doch da sie auch das dem Frieden mit den Habsburgern kein Stück näher brachte, setzten sie ihn 1688 wieder auf freien Fuß. Später gelang es Thököly nicht mehr, seinen früheren Einfluß in Ungarn zurückzugewinnen. In der ungarischen Politik spielte er keine Rolle mehr, zumal er am Rückeroberungskrieg wiederum an der Seite der Türken teilnahm. Deshalb konnte man im Frieden von Karlowitz auch seine Verbannung ins Innere des Osmanischen Reichs verfügen. Dort starb er im Herbst des Jahres 1705 in Nikodemia. 1906 wurden seine sterblichen Überreste nach Ungarn überführt und in der evangelischen Kirche von Käsmarkt (heute Kezmarok, Slowakei) zu letzten Ruhe gebettet.

GP