Esterházy zu Galánta, Pál (7. Sept. 1635, Eisenstadt - 26. März 1713, Eisenstadt)
Sohn des Palatins Miklós Esterházy, dem es gelang, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Zunächst königlicher Oberhofmeister (1661-1681), danach viele Jahre Palatin von Ungarn (1681-1713). Auch die Militärlaufbahn war ihm nicht fremd. 1663-1664 nahm er an den Kämpfen gegen die Türken teil und wurde ab 1668 auch Nachfolger seines Vaters im Amt des Hauptkapitäns der Grenzburgen der Bergbauregion. Treuer Anhänger Kaiser Leopolds I. und strenggläubiger Katholik, beschäftigte sich aber auch mit Dichtung und schrieb Musik. Trug 1687 wesentlich dazu bei, daß der ungarische Landtag das erbliche Königtum der Habsburger anerkannte und die Stände auf die sog. Widerstandsklausel der Goldenen Bulle verzichteten. Obwohl er in Wien großen Einfluß hatte, konnte er den Willen der ungarischen Stände zur Zeit der Neueinrichtung des Landes nur teilweise durchsetzen. In seiner Heimatstadt Eisenstadt (heute Burgenland, Österreich) ließ er ein Schloß erbauen, das zu den herausragendsten Werken der Barockarchitektur des 17. Jahrhunderts zählt. Das Tagebuch seiner Jugendjahre, es gehört zur Gattung der Autobiographien, ist eine unterhaltsame Lektüre. In dem späteren Werk Mars Hungaricus (1665-1668) gedenkt er des Winterfeldzuges von Zrínyi. In seinen lyrischen Werken erscheint er als ausgezeichneter Formkünstler. Seine Kirchenmusikstücke gab er unter dem Titel Harmonia caelestis heraus (Wien 1711).
GP-PÁ-JúSz |
|