Adelsbrief
Das ungarische Wort armális geht auf den lateinischen Begriff litterae armales, d.h. Adelsbrief mit Wappen, zurück. Als Edle mit Adelsbrief bezeichnete man die ärmsten Mitglieder des niederen Adelsstandes, die über keinerlei Grundbesitz, nur über ihre Adelsurkunde, im Volksmund Hundeleder genannt, verfügten. In Wirklichkeit war dieses Hundeleder eine aus Ziegen-, Schaf- oder Lammfell gefertigte Tierhaut, also Pergament. Auf der den Adel mit Wappen verleihenden Urkunde (anders: Wappenbrief) wurde auch das Wappen abgemalt. In der ungarländischen Praxis steht das Wappenbild am Anfang des Urkundentextes (in der linken, d.h. heraldisch in der rechten oberen Ecke), im Gegensatz zur Praxis der Reichskanzlei, die das Wappenbild in der Mitte der Urkunde plaziert. Die gemalten Verzierungen des Wappenbriefs hatte der Geadelte zu bezahlen, so daß die oftmals außerordentlich anspruchsvoll ausgearbeiteten Miniaturen den Geschmack des Bestellers widerspiegeln. In den meisten Fällen beschreibt der Urkundentext nur das Wappen und die Helmdecken, während die übrigen Verzierungen individuelle Zugaben sind
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