Pázmány, Péter (1570-1637)

Pázmány, Péter 1
Pázmány, Péter: Führer zur göttlichen Wahrheit 2
Erzbischof von Gran, Politiker, Theologe, Autor von Kirchenschriften, größte Gestalt der ungarischen Rekatholisierung. Er entstammte einer siebenbürgischen Protestantenfamilie, besuchte ab 1583 das Klausenburger Jesuitenkollegium, katholisierte und trat dann dem Jesuitenorden bei. Studierte zunächst in Polen, später schickte der Orden ihn nach Rom, wo ihm 1593-1597 im Collegio Romano eine hervorragende Ausbildung zuteil wurde. Ab 1600 arbeitete er in Graz als Lehrer für Philosophie und kehrte um 1607 endgültig nach Hause zurück. In Ungarn schaltete er sich an der Seite von Erzbischof Ferenc Forgách das Ringen der Gegenreformation ein, wobei ihm die militanten Methoden Forgáchs keineswegs gefielen. 1616 erfolgte seine Wahl zum Graner Erzbischof und gleichzeitig die Ernennung zum Kanzler des Landes. Im Besitz der Macht wählte er aber nicht die Gewalt, sondern ging den Weg der Überzeugung, wodurch er viele protestantische Familien, auch Aristokraten, in den Schoß der katholischen Kirche zurückführte. Seine Politik kennzeichnete nüchterne Einsicht. Er stellte die Interessen der Religion nicht über die des Landes, unterhielt gute Beziehung zum siebenbürgischen Fürsten György Rákóczi I., den er gelegentlich auch politisch unterstützte. 1623 gründete Pázmány in Wien ein Priesterseminar (Pázmáneum) und legte 1635 den Grundstock zur Tirnauer Universität, der Vorgängerin der heutigen Eötvös-Loránd-Universität. Neben bedeutenden theologischen und Disputationsschriften schuf er, vor allem um die katholischen Damen zu erfreuen, auch Werke über Frömmigkeit. In sein populäres Gebetbuch (Graz 1606) nahm er sogar ein Gedicht von Bálint Balassi auf, und in seiner Übersetzung des Werkes von Thomas Kempis (Wien 1624) formulierte er die Grundprinzipien der modernen Literaturübersetzung.

PÁ-JúSz