Königin Isabella
Geborene Isabella Kasimira von Jagello (18. Jan. 1519, Krakau - 15. Sept. 1559, Karlsburg). Ihr Vater war der polnische König Sigismund, ihre Mutter die Mailänder Herzogin Bona Sforza. Obwohl sie am polnischen Königshof erzogen wurde, lernte sie durch ihre Mutter die italienische Sprache und die Renaissancekultur kennen und wuchs zu einer gebildeten, belesenen, vier Sprachen beherrschenden jungen Dame heran. 1539 heiratete sie den ungarischen König János Szapolyai und schenkte am 7. Juli 1540 ihrem Sohn István Zsigmond János Szapolyai das Leben. Knapp zwei Wochen nach der Geburt des Kindes verstarb ihr Gatte. Von da an kämpfte sie als Königinwitwe und Vormund ihres zwischenzeitlich zum electus rex gewählten Sohnes darum, die ungarische Krone zu behalten. 1541, nach der Eroberung Ofens, mußte sie auf Befehl des Sultans nach Siebenbürgen gehen, wo sie mit János Zsigmond über die ihr anvertrauten Gebiete herrschte. Die tatsächliche Regierungsgewalt lag jedoch in den Händen des zum Statthalter ernannten Mönchs Georg Martinuzzi. Im Sommer des Jahres 1551 verließ Isabella Siebenbürgen, das sie im Sinne der in Nyírbátor getroffenen Vereinbarung Ferdinand von Habsburg überließ. Einer Legende zufolge soll sie beim Verlassen Karlsburgs am Meszesi-Tor angehalten haben, um dort die Buchstaben ihres Leitspruchs in die Rinde einer alten Eiche zu ritzen: SFV - Sic fata volunt: Das Schicksal wollte es so. Im Herbst 1556 folgte sie dem Ruf der siebenbürgischen Stände und kehrte mit ihrem Kind und ihrem Ratgeber Mihály Csáky zurück, um die Regierung des neuen Staates zu übernehmen. Diesen neuen Staat regierte sie zusammen mit ihrem Sohn bis zu ihrem Tode 1559 mit starker Hand.
TO |
|