Siebenbürgen
Das eine Provinz des mittelalterlichen Ungarn bildende Siebenbürgen (Transsilvanien, Ultrasilvanien) kann mit dem geographischen Siebenbürgen gleichgesetzt werden. Seine Grenzen sind im Osten und Süden die Gebirgszüge der Karpaten, im Westen das Ruszka-Polyána genannte Massiv der Südkarpaten, das Siebenbürgische Erzgebirge, das Bihar- und Meszes-Gebirge und im Norden die Ilosvai-Gebirge genannten Züge der Ostkarpaten. Diese Gebirgszüge umgeben das von den Flüssen Marosch, Szamosch, Olt und deren Nebenarmen gebildete ausgedehnte Becken. Dieses Gebiet wurde zum Zentrum des sich in den Jahrzehnten nach der Schlacht bei Mohács Schritt für Schritt herausbildenden Staatengebildes, das den Namen Fürstentum Siebenbürgen trug. 1544 erschienen beim siebenbürgischen Landtag auch die Vertreter der Burgkomitate von jenseits der Theiß, die ihre Abgeordneten wegen des sich im mittleren Landesteil ausbreitenden türkischen Eroberungsgebietes nicht zu den Preßburger Landtagen entsenden konnten, und erklärten, daß sie sich in Zukunft dem Ständetag Siebenbürgens anschließen wollten. Im 16.-17. Jahrhundert war die Grenzlinie zwischen Siebenbürgen und dem königlichen Landesteil bzw. dem Eroberungsgebiet fließend, je nachdem, wie sich die politische bzw. militärische Lage veränderten. Zur ersten Festlegung der Grenzlinie kam es im Abkommen von Speyer (1570), das die zu Siebenbürgen gehörenden Burgkomitate jenseits der Theiß zum ersten Mal als Partium bezeichnet.
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