Illésházy, István (1541-5. Mai 1609, Wien)
An der Wende des 16./17. Jahrhunderts neben Miklós Pálffy der bedeutendste und einflußreichste ungarische Politiker. 1587-1608 königlicher Oberhofmeister, ab 1608 bis zu seinem Tode Inhaber des seit 1562 unbesetzten Palatinsamtes (und gleichzeitig erster protestantischer Palatin). Entstammte dem niederen Adelsstand. Seine Karriere vom Vizegespan des Burgkomitats Preßburg zu einem der angesehensten Barone des Landes hatte viel mit seinem Militär- und Verwaltungsdienst zu tun, aber auch seine Heirat und die Beziehungen zum Hof spielten dabei eine entscheidende Rolle. Für seine Dienste wurden ihm umfangreiche Güterschenkungen bzw. Pfandgüter zuteil. Diese wollte ihm der Hof 1603 in einem konstruierten Verratsprozeß wieder absprechen, um die gähnende Leere in der königlichen Schatzkasse zu lindern. Illésházy entging der Verhaftung durch eine Flucht nach Polen, wo er sich der Bewegung von István Bocskai anschloß. Als einflußreichster Berater des Fürsten leitete er Bocskais Delegation bei den Verhandlungen zum Wiener Frieden, den er dennoch auf eine Weise zustandekommen half, daß sowohl die ungarischen Stände, als auch der Hof damit zufrieden sein konnten. Der humanistische Denker förderte die Künste und Literatur nicht nur, sondern hat auch selbst ein Tagebuch des fünfzehnjährigen Krieses (1591-1606) sowie einige kleinere Arbeiten in lateinischer Sprache geschrieben.
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