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CÍMLAP

Kurze Geschichte Siebenbürgens

INHALTSVERZEICHNIS, VORWORT



Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Erster Teil Siebenbürgen von der Urzeit bis zur ungarischen Landnahme
  • Zweiter Teil Siebenbürgen im mittalterlichen Königreich Ungarn
  • Dritter Teil Das Fürstentum Siebenbürgen
  • Vierter Teil Siebenbürgen im Habsburgerreich
  • Fünfter Teil Die Zeit der bürgerlich-nationalen Gesellschaften
  • Abkürzungen
  • Literaturverzeichnis
  • Zeittafel
  • Verzeichnis der Abbildungen und Karten
  • Register der im Haupttext vorkommenden Personen- und Ortsnamen sowie wichtigerer Sachbegriffe


Vorwort

Das Land, welches die Deutschen Siebenbürgen, die Ungarn Erdély und die Rumänen Ardeal, Transilvania nennen, besitzt eine große Vergangenheit und hat ein überaus wechselhaftes Schicksal hinter sich. Es liegt westlich und nördlich des Gebirgsbogens der Karpaten, der von der Marmarosch bis Kronstadt und schließlich bis an die untere Donau reicht, und ist Teil des rumänischen Staates. Im Westen grenzt es an die Große Ungarische Tiefebene. Das heutige Siebenbürgen ist eigentlich größer als die geographische Region, die mit ihrem Gebiet von ungefähr 57 000 km2 in der alltäglichen und politischen Praxis vor dem ersten Weltkrieg das historische Siebenbürgen darstellte. Heute versteht man unter Siebenbürgen bereits jenes größere Gebiet von ungefähr 102 000 km2 Ausdehnung, das sich zwischen den Karpaten und der ungarischen und jugoslawischen Staatsgrenze erstreckt und das sogenannte Partium und einen Teil des Banats mit umfaßt.

In Siebenbürgen lebten und leben seit vielen Jahrhunderten Ungarn, Rumänen, Sachsen und andere kleinere ethnische Gruppen miteinander, und schon deshalb nimmt Siebenbürgen einen sprachlich, religiös und kulturell besonderen Platz in Europa ein. Das Gebiet hat im Verlaufe der Geschichte zu den unterschiedlichsten Staatsformationen gehört, es war dakisches Königreich, Provinz des Römischen Reiches, jahrhundertelang fester Bestandteil des mittelalterlichen Ungarn, es war ein Fürstentum in stärkerer oder schwächerer Abhängigkeit vom Osmanischen Reich, sodann stand es unter der Oberhoheit der Habsburger und wurde 1848/49 für kurze Zeit und 1867 für ein gutes halbes Jahrhundert wieder mit Ungarn vereinigt, im Rahmen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Seit dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches (1918) und dem auf die Revolution folgenden Friedensvertrag von Trianon (1920) ist Siebenbürgen eine wichtige Provinz Rumäniens.

Im historisch-politischen Bewußtsein sowohl der Ungarn als auch der Rumänen nimmt dieses Land eine Sonderstellung ein, weil Siebenbürgen wiederholt zum Brennpunkt der historischen und kulturellen Entwicklung beider Völker wurde, während die Existenz der Siebenbürger Sachsen mit diesem auch an landschaftlichen Schönheiten reichen Land ebenfalls ganz eng verbunden ist.

Dies alles legt die Schlußfolgerung nahe, daß die Vergangenheit Siebenbürgens schon seit alters her ein Streitobjekt nicht nur der Politik, sondern auch der Geschichtswissenschaft war. Ein Beweis dafür ist das starke Echo auf das dreibändige Werk, das vom Institut für Geschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften 1986 beim Budapester Akademieverlag herausgegeben wurde. Die Verfasser dieses umfangreichen Werkes waren bemüht, die Geschichte Siebenbürgens mit soviel Objektivität wie möglich und der nötigen Distanz, also dem Kriterium der Wissenschaftlichkeit folgend, zu schreiben. Sie strebten danach, die Charakteristika aller drei Völker mit ihren wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Aspekten gleicherweise zu berücksichtigen. Sie hielten es für wichtig, die Vergangenheit dieser seit langem mit vielfältigen Problemen konfrontierten Region möglichst frei von Wertungen darzustellen, und dadurch alte Wertungen keineswegs durch neue zu ersetzen.


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