CÍMLAP
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Tragikomödie in zwei Aufzügen VORWORT |
Die Frage stellt sich sofort, ob es erlaubt oder sogar möglich ist, über Leo Dawidowitsch Trozkij (dessen ursprünglicher Name Bronstein war) eine Komödie zu schreiben?
Gewiss nicht!
Ein Lustspiel könnte - dürften wir denken - seinem Leben, das für eine Tragödie ruft hohnsprechen. Das Leben des jüdischen Bronstein-Trozkijs ist naemlich ursprünglich und schicksalhaft tragisch. In seiner Heimat, in der Ukraine traf er schon in seiner Kindheit den Numerus Clausus. Er kaempfte in Illegalitaet und in Exil gegen den zarischen, stalinischen und hitlerschen Despotismus. Erhebung war sein Lebenselement und er lebte in einem Zeitalter wo er immer einen Grund für die Erhebung gab, so revoltierte Bronstein-Trozkij begründet und permanent.
Er musste sein hohes Amt (er war Oberbefehlshaber der Roten Armee), seine Kinder, seine Heimat, sogar Europa verlassen. Er geisselte Stalin und dessen besten Lehrling, Hitler. Er stand im Kampf mit dem Imperium der Bösen, die ihn auch voneinander getrennt umgebracht haetten, wie das mit ihm der stalinsche getan hat. Er bombardierte die verrückte Macht mit seinen geringen Mitteln wie Briefe und Artikel permanent. Deswgen wurden seine Kinder, Schwiegersöhne und Enkelkinder gefoltert. Beide seiner Söhne wurden umgebracht, seine Töchter in den Tod getrieben, seine Freunde und Verwandten unter Verdacht gestellt und hingerichtet. Er verlor und liess verlieren alle und schliesslich sich selbst auch.
Das Leben und der Tod Bronstein-Trozkijs ist ein Symbol für das Jahrhundert.( Er nahm sogar seinen Namen von seinem ehemaligen Kerkermeister, der Trozkij hiess. ) Er war der Oppositionelle des Jahrhunderts der Anarchisten, schofeler und "legaler" Terroristen, der Revolutionaere und der Lohnmörder, als er waehrend seines strömenden Lebens das alles selber war. Als er an der Macht war, setzte er sich auch nicht der Unterwerfung anderer Völker nicht entgegen. Er protestierte lange nicht gegen die Massaker von denjenigen, die aus anderen Klassen stammten und von den Andersdenkenden, obwohl er auch zu ihnen gehörte.
Er löste Stalin nicht ab, als er das tun haette können.
Man könnte denken, das wurde sein Verderben. Aber wenn er das haette machen können, waere er der zweite Stalin geworden, denn zwischen denen, die in dieselbe Richtung gehen, mag es keinen bedeutenden Unterschied geben. Illegalitaet war das Lebenselement von Lev Dawidowitsch Bronstein-Trozkij. Er war ein geborener Verlierer, ein permanenter Oppositioneller. Er wollte mit seinem ganzen Wesen etwas anderes. Etwas anderes als Lenin und etwas anderes als Stalin.
"Proletardiktatur, aber anders!!!" Als ewiger Verbannter, ewiger Verfolgter, ewiger Unterdrückter, aber er kaempfte jedoch fürs Schlechte, für die Diktatur.
Deswegen darf man von Lev Dawidowitsch Bronstein-Trozkij keine Tragödie schreiben. Das Das Comedia Mexicana handelt von den Opfern der Faschisten, der Anarchisten und anderer Terroristen. Es hat mit Trozkij nichts zu tun.
Er selbst haette die Rollenwechsel immer gern gehabt. In Nikolajew schrieb er ein Drama mit dem Bruder seiner ersten Frau. Er wollte die Dramenbühne jedoch im Bereich der Macht einführen und nicht im Theater. Für diese Idee würde er von Ramón Mercader (mit dem Decknamen Jacques Mornard) auf den Befehl Stalins totgeschlagen.
Von Stalin wissen wir, das er seine Karriere als Postwagenraeuber begann und sich zum Generalissimus vortreten liess. Er war ein grusischer Seminarist, er lernte erst spaet russisch, aber dann vernichtete die Priester, die Nichtrussen, die Russen, die Kommunisten und die Anti-kommunisten.
Kolombus war am Anfang ein Schiffsfahrer von Genova und wurde zum Vizekönig Indiens, eines Landes, wo er nie bevor war. Er war ein Fremder in Hispanien, von wo die Fremden gerade damals vertrieben wurden. Die Macht entschuldigte es ihm jedoch, weil die "Ideologie" des neuen Weges ihr gerade gut kam. Keiner von Stalin, Trozkij und Kolombus konnte erfahren, dass sie sich eigentlich verirrten. Der Hauptinquisitor Torquemada billigte, dass der fremde Schiffsfahrer in Interesse der Verbreitung "des wahren Glaubens" bekehren (töten, plündern, Völker ausrotten) geht. Torquemada betete übrigens zu einer jüdischen Frau, (Santa) Maria, damit die Schiffsfahrt mit Erfolg grkrönt wird. Auch Hitler paktierte mit Stalin Aehnlicherweise wurde auch Hitler nicht in Deutschland geboren, er fing es als ein österreichischer Zimmermaler an und setzte die Welt als Reichsführer in Flammen.
Diese an Hand liegenden Parallelen werden nur bekanntgegeben, denn das Stück Comedia Mexicana darf nicht davon handeln! Davon und auch nicht vom Leben Trozkijs nicht, sonst würde diese coyoacanische Komödie zu einem historischen Kalendar, zu einer Biographie, Tragödie anachronisiert werden.
Sándor Radosza
1996