Tétel adatlapja
CÍMLAP
Urbán László
Bilder aus der Welt der Corviniana

EINLEITUNG



Für die ungarische Bibliotheksgeschichte sind zwei Tage des Jahres 1990 von besonderer Bedeutung. Es sind Tage der Erinnerung und der Bestandsaufnahme über jenes halbe Jahrtausend, das vom Todestag des Königs MATHIAS CORVINUS und von der Geburtsstunde der Vorläuferin einer ungarischen nationalen Bibliothek bis in unsere Zeit währt. Am 6. April 1490 eftdete die erste glanzvolle Periode der Corviniana; am 17. Juni schlössen die Stände mit JOHANN CORVINUS einen Vertrag, in dem die Bibliothek des Königs für das Eigentum der Krone, und somit des Staates, erklärt wurde. Diese Tat bedeutete die Entstehung der Idee einer nationalert Bibliothek zu einer Zeit, als der Begriff der Nation noch nicht voll entwickelt war.

Von den Sammlungen der Corviniana, von ihren besonderen Werten, haben wir kein geschlossenes, umfassendes Bild, es sind aber viele erhaltene Objekte bekannt, die uns eine getreue Vorstellung der Größe der untergegangenen Bibliothek ermöglichen. Ganz anders verhält es sich mit dem Gebäude der Bibliothek, das sich der Vernichtung nicht entziehen konnte: Einhundertfünfzig Jahre Desinteresse einer fremden Geisteshaltung sowie die Belagerung und Eroberung der Festung von Ofen (Buda) hinterließen ihre Spüren. Auf den Ruinen erblühte die barocke Pompentfaltung, bis die letzte Belagerung von Buda auch diese zu Schutt werden ließ. Diese apokalyptischen Zerstörungen erlaubten es uns jedoch, die Reste der ehemaligen, über drei Jahrhunderte zugeschütteten Grundmauern wieder freizulegen.