CÍMLAP
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INHALT, EINLEITUNG |
Inhalt
0. Einleitung
1. Sprache und Sprechen
2. Die deutsche Sprache in ihrer gesprochenen Form
3. Die Phonetik als interdisziplinäre Wissenschaft
3.1. Forschungsgegenstand der Phonetik
3.2. Die wichtigsten Bereiche der Phonetik
3.3. Kurze Geschichte der Phonetik
4. Neurophysiologische Vorgänge der Sprechschallerzeugung
4.1. Eine grobe Skizze des Nervensystems
4.2. Zellstrukturen im Nervensystem
4.3. LULLIES' Drei-Ebenen-Modell der Artikulationssteuerung
5. Materiell-energetische Vorgänge während der Artikulation
5.1. Biologische Grundlagen der Sprechproduktion
5.1.1. Der Atmungsorganismus
5.1.2. Das Stimmorgan
5.1.3. Das Ansatzrohr
5.2. Vokale
5.2.1. Klassifizierung der Vokale nach primären artikulatorischen Merkmalen
5.2.1.1. Zungenlage
5.2.1.2. Zungenhöhe
5.2.1.3 Lippentätigkeit
5.2.2. Ein Aspekt der sekundären Modifikation: die Nasalierung
5.3. Allgemeine Tendenzen bei der Realisierung der Vokale in der deutschen Standardvarietät
5.3.1 Stellungsbedingte Variation
5.3.2 Quantitätstendenzen bei den Vokalen
5.4. Die Vokale der deutschen Standardvarietät
5.4.1. Monophthonge (Einzelvokale)
5.4.2. Reduktionsvokale
5.4.3. Diphthonge
5.5. Das Vokalsystem der deutschen Standardvarietät auf Grund der artikulatorischen Merkmale
5.6. Konsonanten
5.6.1. Klassifizierung der Konsonanten nach primären artikulatorischen Merkmalen
5.6.1.1. Artikulationsstelle
5.6.1.2. Artikulationsmodus
5.6.1.3. Stimmbeteiligung
5.6.2. Aspekte der sekundären Modifikationen
5.7. Allgemeine Tendenzen bei der Realisierung der Konsonanten in der deutschen Standardvarietät
5.8. Die Konsonanten der deutschen Standardvarietät
5.8.1. Verschlusslaute
5.8.1.1. Plosive
5.8.1.2. Nasale
5.8.1.3. Vibranten
5.8.2. Engelaute
5.8.2.1. Frikative
5.8.2.2. Approximanten
5.8.2.3. Laterale
5.8.3. Affrikaten
5.9. Die Koartikulation und die Assimilation
6. Sprechakustik
6.1. Akustische Grundlagen
6.1.1. Die sogenannte "stumme Schallform"
6.1.2. Der Explosionsschall
6.1.3. Der Frik(a)tionsschall
6.1.4. Der (quasi)periodische Schall - der Klang
6.2. Korrelation zwischen artikulatorischen und akustischen Vorgängen
7. Wahrnehmung und Perzeption
7.1. Funktionelle (Neuro-) Anatomie des auditorischen Systems
7.2. Psychoakustik des Gehörs. Wahrnehmungsgrößen
7.3. Die Stufen oder Ebenen des Sprachverstehens
7.3.1. Die auditive Ebene
7.3.2. Die phonetische Ebene
7.3.3. Die phonologische Ebene
7.4. Perzeptionsmodelle und -theorien
7.4.1. Analyse mit Synthese
7.4.2. Die Motor-Theorie
7.4.3. Die kategoriale Theorie
7.4.4. Die Quantaltheorie
7.4.5. Die Kohorten-Theorie
8. Literatur
Abbildungsverzeichnis
Das Zeicheninventar der IPA
Einleitung
Das vorliegende Werk möchte etwas prinzipiell Unmögliches schaffen: Es möchte für das neue BA-Studium der Fachrichtung Germanistik in Ungarn (und in anderen Ländern, horribile dictu auch in Ländern, in denen Deutsch als Staatssprache gilt...) ein Lehrbuch zur Verfügung stellen, das sowohl den neusten Stand der Phonetik als Wissenschaft repräsentiert, als auch den wissbegierigen Studentinnen und Studenten ein leicht "verdauliches" Werk anbietet, das sie nicht vom Fach der Phonetik (bei Gott nicht besonders beliebt bei den meisten Germanistik-Studenten) schreiend weglaufen lässt. Das Grundkonzept dieses Lehrbuchs entstand nach vielen hitzigen Debatten und den notwendigen Kompromissen, die aus der oben angeführten "aussichtlosen" Lage, bzw. aus den doch unterschiedlichen Auffassungen, die die Autoren vertraten, resultierten. Die Phonetik ist ein tiefer Brunnen und wir versuchten - ohne dabei schwindlig zu werden - die mannigfaltigen Bereiche so zusammenzufassen, dass die neusten und manchmal sehr detaillierten Darstellungen den Studenten zeigen: Die Phonetik ist nicht einfach ein Fach, das uns zeigt wie ich Deutsch zu sprechen habe, sondern eine interdisziplinäre und sehr moderne Wissenschaft, die es verdient, im Mittelpunkt des Studiums zu stehen.
Abbildungen, lateinische Ausdrücke und anatomische Details mögen das Lehrbuch an einigen Stellen auf den ersten Blick kompliziert, unserer bescheidenen Hoffnung nach aber mit der Zeit auch immer interessanter. Das Wunder der menschlichen Kommunikation mit Hilfe gesprochener Sprache wird mit seinen biologischen Grundlagen (auch auf der neurophonetischen Ebene), mit ihren physischen, akustischen Erscheinungen und zu guter Letzt in seinem perzeptiven Rahmen dargestellt. Damit auch die deutsche Sprache ihren ge8 bührenden Platz bekommt, wird einerseits die Vielfalt und die Variation in der gesprochenen Form derselben berücksichtigt, aber auch die Lauttypen einer - zwar eher als ein Idealbild, als eine sprecherbezogene Realität existierenden - Standardvarietät des Deutschen dargestellt, mit Hinweisen auf wichtige Varianten. Dies sollte den Germanistikstudenten in Ungarn - sowohl im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF), als auch im Bereich Deutsch als Minderheitensprache (DaM) - als Ausgangspunkt angeboten werden, da es wünschenswert wäre, dass gerade in einem Land mit einer so langen deutschen Tradition (und zwar mittel- und oberdeutsch geprägt von der dialektalen Warte her) nicht die fremden (nördlich geprägten) Normen und Standardvorstellungen verbreitet werden.
Wir gingen davon aus, dass die Zielgruppe dieses Lehrbuchs sehr heterogen sein wird, da viele angehende Studenten - dank der neuen Möglichkeiten - über ausgezeichnete Deutschkenntnisse verfügen, andere wiederum verfügen über ein eher schulisch geprägtes Sprachvermögen. Aus diesem Grund war es schwer zu entscheiden, welches sprachliche Niveau aber auch - wie bereits angedeutet - welches wissenschaftliche Niveau wir unseren Lesern zumuten wollen. Dieser Spagat war nicht einfach und konnte deshalb vielleicht nicht immer optimal gelöst werden. Die notwendige Einfachheit ist zwar vorhanden, allerdings wollten wir die im deutschen Kulturkreis vorhandene Tradition bezüglich eines wissenschaftlichen Stils auch nicht zur Gänze ablegen. Unser Ziel war es, dem Leser (dem Studenten ebenso wie der Lehrkraft) etwas anzubieten, was teilweise auch eine Vorbereitung für das spätere MA-Studium bietet. In diesem Sinne wünschen wir angenehme (wenn auch manchmal arbeitsame) Stunden mit unserer "Deutschen Phonetik - eine Einführung".
Die Verfasser