CÍMLAP
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INHALT, VORWORT |
Inhalt
Vorwort
Einleitung.
Geschichte der ungarischen Sprachwissenschaft
Erster Teil.
Geschichte der ungarischen Sprache.
Erster Abschnitt.
Ursprung und Verwandtschaftsverhältnisse.
Zweiter Abschnitt.
Berührungen mit fremden Sprachen.
Dritter Abschnitt.
Sprachdenkmäler.
Vierter Abschnitt.
Die Volkssprache und ihre Mundarten.
Fünfter Abschnitt.
Schriftsprache. Sprachneuerung. Sprachrichtigkeit.
Zweiter Teil.
Geschichte der sprachlichen Erscheinungen.
Erster Abschnitt.
Lautgeschichte und Orthographie.
Zweiter Abschnitt.
Bedeutungslehre. Die Redeteile.
Dritter Abschnitt.
Zusammensetzung und Stammbildung.
Vierter Abschnitt.
Konjugation und Deklination.
Fünfter Abschnitt.
Der Satzbau.
Vorwort
Dem Ungarischen als weit vorgeschobenem Gliede eines nicht-indogermanischen Sprachstammes hat die europäische Sprachforschung von jeher eine vorzügliche Beachtung zuteil werden lassen. Leider ist man diesem Interesse von ungarischer Seite nicht mit genügenden Hilfsmitteln entgegengekommen. Es genügen weder die praktischen, noch die theoretischen Hilfsmittel, um dem des Ungarischen Unkundigen erwünschte Belehrung über Grammatik und Wortschatz zu bieten. Im XIX. Jahrhundert sind bloss drei in allgemein verständlichen Sprachen abgefasste wissenschaftliche Grammatiken erschienen: vor hundert Jahren Nikolaus Révais Elaboratior Grammatica Hungarica und Franz Verseghys Analytica Institutionum Linguae Hungaricae, und um ein halbes Jahrhundert später Mansuet Riedls Magyarische Grammatik. Von lexikalischen Arbeiten ist das sprachhistorische Wörterbuch der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zu erwähnen, das jedoch bloss über die älteren Elemente des Wortschatzes Aufschluss gibt. Die übrigen zweisprachigen Wörterbücher sind meistenteils unkritisch und stehen im Dienste einer übertriebenen Sprachneuerung. Unter solchen Umständen konnten sich auswärtige Sprachforscher bloss durch eigene mühevolle Sprach-erlernung genauere Kunde von unserer Sprache verschaffen. In den letzteren Jahrzehnten haben - ausser unseren finnischen und skandinavischen Fachgenossen, denen wir so manche Belehrung verdanken - besonders drei deutsche Gelehrte das Ungarische erlernt, seine Eigenheiten in ihren hervorragenden wissenschaftlichen Werken beachtet und erläutert und dadurch auch unserer Sprachwissenschaft eine Menge dankenswerter Anregungen zukommen lassen. Es waren dies Franz Misteli in Basel, Hugo Sehuchardt in Graz, Heinrich Winkler in Breslau.
Der wohlwollenden und oft wiederholten Aneiferung Hugo Schuchardts leiste ich nun Folge, indem ich eine deutsche Bearbeitung meines Werkes "A magyar nyelv" (Budapest 1899, 1906) erscheinen lasse. Das ungarische Werk hatte einen didaktischen Zweck: es wollte vor allem eine für ungarische Jünger der Sprachwissenschaft bestimmte Einleitung in die Methode und Ergebnisse der ungarischen Sprachforschung sein, in zweiter Linie ein Handbuch für Gebildete, die an sprachlichen Fragen Anteil nehmen. Jenem didaktischen Zwecke möge man es zu gute halten, wenn auch in dieser neuen, deutschen Bearbeitung mitunter überflüssige elementare Erörterungen stehen geblieben sind. Mein Zweck war jedoch diesmal, in knappen Umrissen die Eigenheiten des ungarischen Sprachbaus und die wichtigsten Momente der ungarischen Sprachgeschichte vorzuführen, mit besonderer Rücksicht auf die allgemeine und indogermanische Sprachforschung. Ich beabsichtige also keineswegs eine vollständige Sprachlehre zu geben, sondern bloss - in möglichst objektiver Darstellung - die wichtigsten Tatsachen zusammenzustellen, die für den Sprachbau bezeichnend und zu Vergleichen mit anderen Sprachfamilien geeignet sind. Ich hoffe, die Sprachwissenschaft der führenden Kulturvölker, die sich gegenwärtig so gern mit allgemeinen Fragen beschäftigt, wird die Hilfe, die ihr hiermit geboten wird, freundlich und nachsichtig aufnehmen.
Budapest, 30. August 1907.
S. S.