Tétel adatlapja

CÍMLAP

Johann Kachelmann

Geschichten der ungarischen Bergstädte und ihrer Umgebung

VORWORT



Wenn ich, meine Herren, das Kind einer mehrjährigen, stillen Pflege, - noch nicht grossgezogen, aber auch nur aus der kindlichen Vorzeit sprechend, - so unter ihrem Namen ausstelle und preisgebe, hat es auch einen ander'n Grund, als dass ich Ihnen für die, bei dessen erster, mündlicher Aufführung angenommene, Pathenstelle herzlich danken will.

Sie wissen, dass ich es nicht wagen konnte, eine Classe der Naturforscher ernsthaft anzugreifen, die das Wahrzeichen des Muttergesteins unserer Erde suchend, indem sie Ruinen nachgehen, mir, der ich von verlornen Zeiten lebe, gleichsam verwandt sind, - dass ich vielmehr nur bedauert habe, meine Geschichten nicht höher, nicht dort, wo die ihrigen anfangen, beginnen zu können.

Als Freunde der Dichtung und Liebhaber der Geschichte werden Sie auch den Werth der Sage auffassen, die, die Thaten der Vorzeit durch den Mund des Volkes erzählend, auf bilderreichen Boden wurzelt und die verödeten Denkmäler gleichsam belebt, die, so zur Einbildungskraft und zum Gemüthe sprechend, sich gar oft Über die geschichtliche Wahrheit erhebt, und für die man schon gerne Alles hält, was nur alten Ideen entspricht.

Quellen habe ich ohne aller Grossthuerei nur angeführt, damit sich im Glauben niemand Gewalt anthue, und dabei den immer nur das erste Mal kurz angeführten Titel des Buches bloss zum Unterschiede mehrer Werke eines und desselben Auctors noch kürzer wiederholt.

Sollte man mir's denn verargen, dass ich den Bergmann bergmännisch sprechen lasse? Lobt doch jede Creatur Gott nach ihrer eigenen Art! - Oder, dass ich in Schemnitz Geschriebenes daselbst auch drucken liess? Wäre nur ein jeder Druck so, wie dieser, zu ertragen!

Gegen Diejenigen nun, die mich dieses erlaubten Versuches beschuldigen wollten, mögen Sie mich, meine Herren, in Ihren Schutz nehmen, - mich, der die alten Geschichten nicht darum sammelt, als hätte er keine neueren mehr in Aussicht, der unser'm Bergbaue noch ebenso, wie dem Orte Hodritz, eine Zukunft gibt und hofft, dass sich unsere Zeit vor derselben würdig vertreten lassen und nicht die Nachrede gestatten werde, als hätte sie nur am Ruhme der Alten genagt und gezehrt, nur abgebaut und nicht vorgebaut, als hälten unsere Stürzer und Schaffer ihre überkommenen Namen nicht ehrlich verdient, und uns selbst nicht auch Gedanken und Ideen aus und anreichen und bereichern können! -

Dem oberungarischen Berggewerken, Herrn Frid. v. Cerva, sei für die zwei Bilder, welche er noch als Johannstollner Werksvorsteher in Hodritz aufgenommen, nun aber auch deren Druck freundschaftlich besorgt hat, die den Liebhabern vaterländischer Alterthümer willkommen sein dürften, hier mein herzlicher Dank ausgebracht. -


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