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CÍMLAP

Alexander Petőfi's lyrische Gedichte

VORWORT (Partie)



Die neue billige Ausgabe dieses Buches, zu der sich mein geehrter Herr Verleger, um dasselbe weiteren Kreisen zugänglicher zu machen, entschlossen hat, darf ich nicht in die Welt gehen lassen, ohne einige Bemerkungen voraus zu schicken, die durch das nichts weniger als ungarische, sondern ganz einzige, d. h. Benkert'sche Auftreten des Herrn Kertbeny gegen mich nothwendig geworden sind.

Herr Kertbeny hat Petőfi zuerst in Deutschland bekannt gemacht. Dies ist ein Verdienst, welches jedenfalls anerkannt werden muss. Obgleich mir seine Uebersetzungen, über die er jetzt selbst ein "direct wegwerfendes" Urtheil gesprochen, durchaus nicht genügten, obwohl mir seine, wenn ich sie nach dem Eindrucke, den sie auf mich machte, bezeichnen darf, commis-voyageurartige Propaganda für den ungarischen Dichter, der dagegen nicht einmal protestiren konnte, in hohem Grade missfiel, so hielten mich doch theils die Erinnerung an jenes Verdienst, theils der aus dem Innersten meiner Natur geschöpfte feste Entschluss, jede Berührung mit Herrn Kertbeny zu vermeiden, immer zurück, öffentlich über seine Arbeiten mich zu äussern, wozu ich nicht nur vielfach Gelegenheit, sondern directe und ausdrückliche Aufforderung hatte.

Arbeiten Kertbeny'scher Art werden am besten beurtheilt, d.h. beseitigt durch bessere Leistungen. Ich nun hoffte, dass mir einmal die nöthige Musse gegönnt sein werde, um dem Genius Petőfi's durch eine möglichst treue und vollständige Uebersetzung seiner lyrischen Offenbarungen meinen Dank zollen zu können für die Anregung des Edelsten in unserer Natur, für die beglückenden Gefühle, welche wie Blüthen eines unerschöpflichen Frühlings die Lectüre seiner Poesieen, die Betrachtung seines kurzen, aber an Leiden und Thaten so wunderbar reichen Lebens in meiner Seele wach rief.

Diese Hoffnung erfüllte sich: ich konnte mich mehrere Jahre ganz ausschliesslich Petőfi widmen; und im Jahre 1864 legte ich dem deutschen Publikum das Resultat dieses vertrauten Umgangs in "Alexander Petőfi's lyrische Gedichte" vor.

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