Tétel adatlapja

CÍMLAP

Márkus Éva

"Ene bene Tintenfass geh' zur Schul' und lerne was!"

INHALT, EINFÜHRUNG



Inhalt

Einführung
Kapitel 1: Die Sammlung "Hoppe, hoppe Reiter"
Kapitel 2: Grete und Karl Horak: Kinderlider, Reime und Spiele der Ungarndeutschen
Kapitel 3: Josef Michaelis (Michelisz)
Kapitel 4: Teufelspiegel. Ungarndeutsche Volksmärchen für Kinder
Kapitel 5: Der schlaue Bergmannsknappe. Märchen der Bergleute aus dem Komitat Baranya
Kapitel 6: Valeria Kochs Kinderlyrik
Kapitel 7: Die Mutter


Einführung (Partie)

Die Kinderreime und Kinderlieder wurden - genauso wie die Volkslieder und Märchen - jahrhundertlang von einer Generation der anderen mündlich weitergegeben. Ihre systematische Aufzeichnung begann auf deutschem Sprachgebiet erst am Ende des 18. Jahrhunderts. Die erste Sammlung deutscher Kinderreime erschien im Anhang zum dritten Band der großen Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn", veröffentlicht zwischen 1806-1808.

Die Kinderreime haben verschiedenen Ursprung. Unter ihnen finden wir Kunstlieder, die der kindlichen Mentalität besonders entsprechen, genauso wie alte Volkslieder, Scherzfragen oder Rätsel. Viele Kinderreime gehen auf Studenten-, Soldaten- und Tanzlieder sowie Schlager zurück, die mit der Zeit, der kindlichen Vorstellungswelt entsprechend, umgeformt wurden. Selbst die Kinder sind Schöpfer von Reimen. Aus ihrem Vergnügen am Spielen mit der Sprache entstanden viele Abzähl- und Spottreime, die für die Erwachsenen oft unverständlich sind. Andere Arten von Reimen wie Wiegenlieder, Kniereiter- und Schaukelreime wurden wiederum von Erwachsenen erfunden.

Die Kinderreime sind beweglich, sie können erweitert und verändert werden. Selten sind Reime nur in einer Fassung lebendig: meist kennt jede Gegend eine eigene Variante, nicht selten hat derselbe Reim sogar innerhalb eines Ortes zwei oder mehrere Varianten. Bei den Ungarndeutschen gehören die Kinderreime zu den heute noch relativ lebendigen Bereichen ihrer Volkskultur. Hier waren diese Überlieferungen länger als auf dem deutschen Sprachgebiet, und zwar bis ins 20. Jahrhundert, fast ausschließlich aufs Weitersagen angewiesen. Ihre Weitergabe geschieht auch heute noch vorwiegend mündlich, meist durch die Generation der Großeltern, obwohl seit einigen Jahren schon gut brauchbare Sammlungen vorliegen (Patsch Handel z'samm..., Ringel ringel Reihe, Hoppe, hoppe Reiter).

Der größte Teil der ungarndeutschen Überlieferungen ist auch in anderen deutschsprachigen Gebieten, oft mit abgewandelter Form und Melodie, bekannt und nicht als ursprünglich ungarndeutsch anzusehen. Auch wenn sie nicht hier entstanden oder gar aus der alten Heimat mitgebracht worden sind, bilden sie ein Stück Kultur der Ungarndeutschen. Sie enthalten - wie alle Kinderreime - die Erfahrungen vieler Jahrhunderte und geben diese weiter. Deshalb sind sie geneigt, dem Kind beim Kennenlernen seiner Umwelt zu helfen und das Erlernen der Sprache zu unterstützen.

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