
CÍMLAP
Glasierte Keramik in Pannonien
INHALT, VORWORT
Inhalt
Vorwort
Frührömische glasierte Keramik in Ungarn (L. Barkóczi)
Beiträge zum pannonischen spätrömischen glasierten Siedlungsmaterial (Zs. Bánki)
Glasierte Keramik in den spätrömischen Gräberfeldern Pannoniens (G. Nádorfi)
Glasierte Keramik der Spätrömerzeit aus Tokod (É. Bonis)
Die Herstellung glasierter Gefässe in Savaria (T. Buócz)
Glasierte Lampien Lampen von den Ausgrabungen in Dunaújváros und in Tác (Zs. Pongrácz)
Katalog
Bibliographie
Vorwort
Der Führer zu unserer Ausstellung "Glasierte Keramik in Pannonien"
entspricht eigentlich nur zum Teil einem herkömmlichen Katalog oder Führer.
Die im Inhaltsverzeichnis angeführten Artikel sind in Wirklichkeit Beiträge
zur Forschung der pannonischen glasierten Keramik - die Studie über die
frühe glasierte Keramik von László Barkóczi ausgenommen, die eine
Zusammenfassung der früheren Forschungsergebnisse vermittelt, bzw. den
Themenkreis im Zusammenhang mit neueren Funden in einem neuen Lichte
behandelt.
In Verbindung mit dem einen oder anderen Fundort des Werkstatt- und
Siedlungsmaterials trägt die Behandlung der Gräberfelder zur Formung
des pannonischen Gesamtbildes bei, das ihre Teilpublikationen noch
vollständiger machen sollen.
Unser ursprünglicher Plan, die Präsentierung eines umfassenderen (auch
die außerhalb unserer Grenzen liegenden Gebiete des einstigen Pannonien
berührenden) Materials konnte infolge des bedauerlichen Zusammentreffens
von Hindernissen nicht verwirklicht werden. Wir hoffen, daß es dennoch
gelungen ist, dem Fachmann ebenso wie dem interessierten Museumsbesucher
einen Querschnitt durch diesen charakteristischen Typ des römerzeitlichen
Keramikhandwerks zu zeigen. Es ist vielleicht nicht überflüssig, dem
Nichtfachmann einen kurzen Überblick über die Rolle der glasierten Keramik
und ihren Platz im Fundmaterial der Provinz zu bieten.
Ihre Vorkommen, in der frühen Kaiserzeit seltener und von ausgezeichneter
Qualität, hauptsächlich aus früher romanisierten Gebieten stammend, sind
nach einer Pause von fast einem Jahrhundert im 4. Jh. durch intensive, lang
andauernde lokale Erzeugung und reichliche Menge gekennzeichnet. Was ihre
Verbreitung betrifft, ist sie im Landesinnern und in Militärsiedlungen an
den Grenzen zu finden, die Formen und ihre Abarten sind mannigfaltig und
sie umfassen fast allen Zwecken, der Aufbewahrung von Vorräten und dem
Speisen dienende Geschirrtypen.
Da diese Keramik zum Teil Bronze-, bzw. Glasgeschirr ersetzt, ahmt sie auch
deren Form und Verzierungsweise nach. Die Glasur, die mittels Spritzen,
Tauchen oder Übergießen auf die rohe oder gebrannte Keramikoberfläche
aufgetragen wurde, bestand, was ihre Zusammensetzung betrifft, zum
großen Teil aus Bleioxyd. Die Farbtönung ist die Folge des gegenseitigen
Aufeinanderwirkens des Keramikmaterials und der Glasurschicht. Sie ist auch
von sonstigen Verunreinigungen des Bleis mit verschiedene Metallen (z.B.
Kupfer, Eisen, Zink usw.) nicht unabhängig.
In der Regel war der Glasurüberzug nur auf die Außenseite der Gefäße
beschränkt und zwar vollkommen oder teilweise. Vermutlich wollte man
damit die Gefahr der Bleivergiftung herabsetzen.
Die Abgewetztheit findet ihre Erklärung im langdauernden Gebrauch, in
der Qualität der herstellungstechnologie, sowie in den Säurewirkungen
im Erdreich.
Die Austellung ist in drei Hauptabschnitte geteilt. Der Besucher kann
sich zuerst mit dem Material der frühen glasierten Keramik bekannt machen.
Im mittleren Raum der Ausstellung können die glasierten Grabbeigaben
aus drei Gräberfeldern besichtigt werden: das publizierte Material des
SO-Gräberfeldes von Intercisa (Dunaújváros) am Limes, des Gräberfeldes
des innerpannonischen Somogyszil, und das noch unpublizierte Material
des jüngst freigelegten, riesigen Gräberfeldes von Csákvár. Dieses späte
Gräberfeld von Floriana ist ein vom Ende des 3. Jahrhunderts bis fast
in 6. Jh. in Anspruch genommener Bestattungsort, wo außer den gezeigten,
glasierten Tongefäßen auch die weitgespannte Problematik des Weiterlebens
der Römerzeit, der eingesiedelten Völkergruppen auf Bearbeitung wartet.
Die dritte Einheit stellt eine unterpannonische (Tokod) und eine
oberpannonische Werkstätte (Savaria) vor, indem deren bezeichnendste
Stücke gezeigt werden.
Den Abschluß unserer Ausstellung bilden die drei Hauptthemenkreise
ergänzende, kleinere Keramikgruppen, bzw. eine Auswahl von Keramiktypen.
Zsuzsanna Bánki