
CÍMLAP
Halfer József
Die Fortschritte der Marmorirkunst
INHALT, VORWORT
Inhalt
Vorwort
Geschichlich
Der Grund
Das Carrageén-Moos
Der Gummi-Traganth
Salep, Plantago Psyllium und die anderen schleimgebenden Körper
Die Galle
Die Wirksamkeit der Galle für Farben
Die Zubereitung der Galle und ihre Verwendung
Aehnliche wie die Galle wirkende Treibmittel
Das Sprengwasser
Das Alaun-Wasser
Die Marmorirfarben-Fabrikation
Die in der Farben-Fabrikation angewendeten Rohstoffe
Das Wasser
Die Auflösungen
Der Niederschlag
Das Auswaschen
Befreiung der Niederschläge vom Wasser
Die anorganischen Säuren
Die Schwefelsäure
Die Salzsäure
Die Kohlensäure
Die Salpetersäure
Die Kieselsäure
Die organischen Säuren
Die Essigsäure
Die Weinsäure
Die Oxalsäure
Die Alaklien
Das kohlensaure Kali
Das doppelt chromsaure Kali
Das kohlensaure Natron
Das Ammoniak
Die Erdalkali-Metallsalze
Der Kalk
Die Magnesia
Das Chlorbarium
Die Thonerde
Die schweren Metallsalze
Das essigsaure Bleioxyd
Das schwefelsaure Eisenoxydul
Zinnchlorür, salzsaures Zinnoxydul
Die Kobaltverbindungen
Das Cadmiumsulfat
Die Kohlenstoff-Verbindungen
Die Bereitung der Mineralfarben
Das Bleiweiss
Das Baryt oder Permanentweiss
Das Zinnweiss
Das Chromgelb
Das Cadmiumgelb
Das Marsgelb
Der Zinnober
Das rothe Eisenoxyd
Pariserblau
Das Ultramarin
Das Kobaltblau
Das Seidengrün
Das Chromoxydgrün
Das Casslerbraun
Van Dyckbraun
Das Kobaltbraun
Violette Farben
Das Hefenschwarz
Der Lampenruss
Die Lackfarben
Der Wau-Lack
Der Carminlack
Der Krappcarmin
Der Indigo
Der grüne Lack
Der braune Lack
Die violetten Lacke
Die Zubereitung der Farben für das Marmoriren
Das Marmoriren der Bücherschnitte und des Buntpapieres
Der Kammschnitt
Der Pfauenmarmor
Der Bouquetschnitt
Der verschlungene Kamm
Der Schneckenmarmor
Die Farbenmischungen
Die Marmorschnitte
Der graue Marmor
Der olivgraue Marmor
Der schwarze Marmor
Der Haaraderschnitt
Die Utensilien
Die Marmorirwanne
Das Streichbrettchen
Der Zugstift
Die Kamm
Der Pfauenkamm
Der Pinsel
Der Reissstrohpinsel
Der Schlagpinsel
Schlusswort
Vorwort
Kein Product findet so vielfältige und reichliche Anwendung, als wie
die Farbe; fast jedes Gewerbe braucht selbe zur Dekorirung seiner
Erzeugnisse, um sie gefälliger den heutigen Ansprüchen anzupassen.
Die Marmorirkunst ist jener Zweig unseres Gewerbes, wo die Farbe zum
Schmucke der Einbände Anwendung findet, nur hat die Marmorirkunst bis
heute noch nicht die gewünschte Aufnahme in unseren Buchbindereien
gefunden, da sich die Praxis noch nicht eingehend damit befasste, die
Schwierigkeiten, die sich in der Anwendung entgegenstellen, zu besiegen.
Wer könnte dieses Problem richtiger lösen, als wie der Gewerbsmann,
dem in der Praxis diese Hindernisse entgegentreten, nur er ist dazu
berufen, Abhilfe zu schaffen, da wissenschaftliche Männer viel zu
wenig gewerbliche Kenntnisse besitzen.
Für solche Specialfächer einstehen, dafür arbeiten, kämpfen kann nur
derjenige, der selbst dabei interessirt ist, und der die Marmorirkunst
nicht blos aus den bisherigen Anleitungen und Ueberlieferungen,
sondern aus eigener Praxis kennen lernte.
Ihm wird es dann möglich sein, durch eingehendes Studium sichere
Anhaltspunkte zu gewinnen, auf deren Verlässlichkeit die weitere
Entwickelung sich vollziehen kann.
Mein ursprünglicher Plan war nicht dahin gerichtet, die technischen
Schwierigkeiten in der Marmorirkunst zu heben, sondern die richtigen
Farben zum Zwecke der Marmorirfarbenfabrikation aus der Legion der
heutigen Fabrikate herauszufinden, doch diess gelang mir nicht so
leicht, als ich es mir vorstellte, da jede Farbenfabrik ein anderes
System hatte, ihre Erzeugnisse herzustellen, ich musste schliesslich
nach tausenden von Versuchen zur Chemie greifen, um die Rohprodukte
als Erden, Metalle, Säuren, Basen und ihre Eigenschaften kennen
lernen, um dann mit Hilfe der Farbenchemie die Zusammenstellungen und
Niederschläge, die färbenden Bestandtheile bei Lackfarben, und deren
Körper studiren, um dann selbe der Untersuchung auf dem Marmorirgrunde
zu unterziehen.
Es war diess eine mühselige Arbeit, die viel Geduld und Ausdauer
erforderte, bei diesen Untersuchungen lernte ich den Einfluss des
Grundes kennen, den derselbe auf die Farben ausübt, und hinderlich bei
einem schönen Marmoroder Kammschnitte war; dadurch kam ich unerwartet
zu Kentnisse, welche mich die technischen Schwierigkeiten in der
Marmorirkunst besiegen liessen, je grösser die Hindernisse waren,
desto mehr reitzten mich dieselben zur Bekämpfung, die dann in der
Siegesfreude ihren Lohn fanden.
Ich erkannte bei meinen Untersuchungen, dass nicht die Farbe selbst,
sondern der Träger oder Körper derselben, an den die Farbe auf
natürlichem oder chemischem Wege gebunden ist, den wichtigen Theil
der Farben für unsere Zwecke bildet.
...
Dies Alles in eine harmonische Zusammenwirkung zu bringen, um schöne
und lohnende Arbeit zu schaffen, war das Ziel meiner langjährigen
Forschung. Ich habe bei Abfassung des vorliegenden Werkes getrachtet,
demselben eine solche Einrichtung zu geben, dass das Buch nicht nur
für den Laien, sondern auch ein Leitfaden für den Praktiker sei, und
sind in dasselbe nur solche Methoden der Marmorirkunst aufgenommen
worden, die zu sichere Erfolge führen, und die mir selbst ein
befriedigendes Resultat in der praktischen Anwendung geliefert haben.
Da Bücher, die für die Praxis bestimmt sind, nur durch die
zweckmässige Vereinigung der Thatsachen, die durch praktische
Erfahrung gewonnen wurden, und durch wissenschaftliche Grundsätze
einen wirklichen Werth erhalten, so war ich bestrebt, diesem Ziele
nahe zu kommen, ich hoffe dadurch ein bleibendes Werk unserer
Fachliteratur geschaffen zu haben.
Budapest, im Mai 1884.
Josef Halfer,
Buchbinder.