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CÍMLAP

"Ars longa, vita academica brevis"

INHALT, VORWORT



Inhalt

Vorwort
László Jónácsik - Péter Lőkös: Ein Streifzug durch die Stammbuchbestände der Ungarischen Széchényi-Nationalbibliothek
László Jónácsik - Péter Lőkös: "Ich bin kein Hofeman...": Ein als Stammbuchepigramm verwendetes Opitz-Zitat im Stammbuch des Johannes Hoßmann (Ungarische Széchényi-Nationalbibliothek, Oct. Lat. 453)
Werner Wilhelm Schnabel: Stammbuch-Schelte - Theodor Lebrecht Pitschel und seine "Gedanken über die Stammbücher"
András Vizkelety: Das Album amicorum des Ödenburger Studenten Michael Weiss
Péter Lőkös: Ein autographer Stammbucheintrag von Johann Martin Miller aus 1772 (OSZK, Duod. Lat. 118.)
Péter Lőkös: Eine Fleming-Strophe in einem Stammbuch des 18. Jahrhundert
Tünde Katona: Stammbucheintragungen im Internet. Über die Datenbank "Inscriptiones Alborum Amicorum"
Klára Berzeviczy - Péter Lőkös: Zitate deutscher Dichter des 18. Jahrhunderts in Stammbüchern der Ungarischen Széchényi-Nationalbibliothek. Ein Beitrag zur zeitgenössischen Rezeption der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts in Ungarn
Personenregister


Vorwort

Der vorliegende Band möchte einen Querschnitt über einen neuen Zweig der auf etwa 70 Jahre zurückgreifenden, systematischen ungarischen Stammbuchforschung geben. Der erste, auf eine sozial-, bildungs- und konfessionsgeschichtich einheitliche Stammbuchbesitzergruppe (Altschüler des Evangelischen Lyzeums zu Sopron) gerichtete Analyse erschien 1938. Diese Forschungsrichtung, die Erschließung der Alben ungarischer Schüler, die an ausländischen Universitäten ihre Studien fortsetzten, blieb bis heute eine der wichtigsten Zielsetzungen ungarischer Stammbuchforschung. Die Erforschung der Peregrination ungarischer Studenten an westlichen Universitäten, um ihren Bildungsweg, die Erweiterung ihres kulturellen Horizonts, die möglichen Wege des Transfers neuer Ideen nach Ungarn zu dokumentieren, geschah auch durch die systematische Erschließung ausländischer Universitätsmatrikeln. Auch die Stammbuchforschung wollte dazu einen Beitrag leisten.

Die an der westlichen Grenze Ungarns liegende Stadt Sopron (Ödenburg) war für den Ansatz solcher Forschungen schon dadurch geeignet, dass sie nie von den Türken erobert wurde, daher ihre kommunalen und kulturellen Strukturen seit dem Mittelalter intakt geblieben sind, und sich, obwohl in konfessioneller Hinsicht geändert, organisch entwickeln konnten. Aber eben dadurch, dass das Soproner Lyzeum eine der wichtigsten lutherischen Bildungszentren im alten Königreich Ungarn war, waren ihre Alumnen, sowie die Absolventen der lutherischen Bildungsanstalten in der Zips oder in Siebenbürgen in Mangel einer lutherisch-ungarischen Universität dazu gezwungen, ihre Fortbildung an deutschen Universitäten fortzusetzen. Aus ähnlichen Gründen besuchten protestantische Schüler aus Ungarn Universitäten vorwiegend in der Schweiz, in den Niederlanden und in England.

Eine wichtige Zielsetzung ungarischer Stammbuchforschung ist die Schaffung einer Datenbank (IAA), hergestellt von dem an der Universität Szeged tätigen Tünde Katona und Miklós Latzkovits geleiteten Team. Aufgenommen werden nicht nur Eintragungen von aus Ungarn stammenden Personen, sondern auch solche Eintragungen, die von einem jeden auf dem Gebiet des damaligen Ungarns getätigt wurde, oder deren Text irgendwie auf Ungarn oder auf eine ungarische Person Bezug nimmt, sowie auch die Stammbücher, die von einem Ungarn angelegt wurden. Die Verzeichnung der Daten erfolgt nach Sammlungen, eine der ersten war die gut dokumentierte Sammlung der Weimarer Stammbuchbestände.

Die aus Dozenten am Germanistischen Institut der Katholischen Péter-Pázmány-Universität bestehende Forschungsgruppe präsentiert in diesem Band ihre ersten Ergebnisse. Ihr Ziel war in erster Linie die Registrierung von Stammbucheintragungen, die Dichtern, Literaten und Gelehrten deutschsprachiger Länder getätigt haben, bzw. von Eintragungen, die als deutsche Dichterzitate identifiziert werden können. Ihr Forschungsansatz ist also eher Textbezogen, gehört also zu den textsortenorientierten Forschungsvorhaben der Stammbuchbestände. Nicht als ob solche Fragestellungen das Szegediner Team bei seinen Untersuchungen ausgeklammert hätte. Vorgegangen wird bei diesem neuen Forschungsvorhaben nach Sammlungen in Ungarn, als erst wurde die Széchényi- Nationalbibliothek gewählt, da sie unter den Signaturen Oct. Lat. und Duod Lat. vielleicht die umfangreichste Sammlung an Alben hat.

Neben diesen Beiträgen widmet der Leiter des Forschungsprojekts "Repertorium Album Amicorum", Werner Wilhelm Schnabel, eine ausführliche Studie dem Aufsatz "Gedanken über die Stammbücher" des Theodor Lebrecht Pitschel.

András Vizkelety


  
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