
CÍMLAP
Pelech E. János
Das Stracenaer Thal und die Dobschauer Eishöhle
VORWORT
- "Ich sah die weltberühmte Adelsberger Grotte, durchwanderte die
Labyrinthe der Baradla und ergötzte mich mit Staunen an den wechselvollen
Tropfsteingebilden; ergriffen stand ich an den Ufern des Niagara
und lauschte der Donner-Stimme des Riesen-Falles; ich blickte von
schwindelhohen Alpen-Spitzen in fürchterliche Tiefen und gähnende
Felsenspalten hinab; der erstickende Schwefelgeruch des dampfenden
Vesuv-Kraters wirkte aus nächster Nähe auf meine Sinne; die stürmende Fluth
des grossen Oceans und die todte Eiswelt der öden Gletscher bezauberten mein
Wesen; diese ausserordentlichen Gebilde und riesigen Bethätigungen der
Natur erregten Staunen und Verwunderung in mir, sie sind grossartig und
ergreifend; dennoch muss ich es gestehen, dass, obwohl dieselben der
Grossartigkeit bezüglich beispiellos dastehen, keines so unerwartet
überraschend wirkt, wie die Dobschauer Eishöhle."
Diese und ähnliche Aeusserungen hatte ich nicht einmal Gelegenheit von
leidenschaftlichen Touristen und erfahrenen Reisenden zu hören, die ich
eben bei Besuch der Höhle unterwies. Und mit Recht! Denn die treue
Beschreibung oder Darstellung der Schätze und Schönheiten der Höhle ist
unmöglich. - Jedermann wird so sehr überrascht, dass der Beschauer
selbstvergessend staunt. - Mit jenen genannten ausserordentlichen
Naturgebilden steht auch die Dobschauer Eishöhle auf gleichem Niveau.
- "Dessenungeachtet ist es sonderbar - so lautete die Aeusserung eines
namhaften ausländischen Touristen - dass diesen wundervollen Schatz der
Natur die gebildete Welt kaum kennt und die Anzahl der Besucher im Anblicke
der Grossartigkeit desselben verschwindend gering ist. Man sollte sie auf
jede Weise bekannt machen, ja es wäre die entsprechende Bekanntgebung eine
strenge und patriotische Pflicht für alle jene, die hierbei Einfluss
haben."
Er hatte vollkommen Recht, ich sah es selbst ein und da ich zu den
gegenwärtigen anspruchlosen Zeilen die Feder ergriff, trat mir jener
Fremde in Erinnerung.
Und sollte es mir durch diese kleine Arbeit gelungen sein, die
Aufmerksamkeit des grossen Publicums auf die Eishöhle zu richten, wenn ich
derselben hierdurch Freunde schaffe und bei dem Leser den Wunsch wecke,
diesen seltenen Naturschatz persönlich aufzusuchen: dann habe ich meinen
Zweck vollständig erreicht.
Dobschau, im Monate Juni 1884.
Der Verfasser.