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Semmelweis Ignác

Semmelweis' gesammelte Werke

INHALT, VORWORT


Inhalt

Vorwort
Tractatus de vita plantarum. (Dissertatio inauguralis)
Die ersten Bekanntmachungen der Semmelweis'schen Lehre
  Ferdinand Hobra: Höchst wichtige Erfahrungen über die Aetiologie der in Gebäranstalten epidemischen Puerperalfieber
  Derselbe: Fortsetzung der Erfahrungen über die Aetiologie der in Gebäranstalten epidemischen Puerperalfieber
  C. H. F. Routh: Ueber die Ursachen des endemischen Puerperalfiebers in Wien
  Carl Haller: Aerztlicher Bericht über das k. k. allgemeine Krankenhaus in Wien u. s. w
  Joseph Skoda: Ueber die von Dr. Semmelweis entdeckte wahre Ursache der in der Wiener Gebäranstalt ungewöhnlich häufig vorkommenden Erkrankungen der Wöchnerinen und des Mittels zur Verminderung dieser Erkrankungen bis auf die gewöhnliche Zahl
Semmelweis' Vortrag über die Genesis des Puerperalfiebers
Semmelweis' Abhandlungen und Werk über das Kindbettfieber
  Die Aetiologie des Kindbettfiebers
  Der Meinungsunterschied zwischen mir und den englischen Aerzten über das Kindbettfieber
  Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers [Hauptwerk]
  Die offenen Briefe an Professoren der Geburtshilfe
   Zwei offene Briefe an Dr. J. Spaeth und an Dr. F. W. Scanzoni
   Zwei offene Briefe an Dr. E. C. J. v. Siebold und an Dr. F. W. Scanzoni
   Offener Brief an sämmtliche Professoren der Geburtshilfe
  Der Verein St. Petersburger Aerzte über die Aetiologie und die prophylactische Behandlung des Kindbettfiebers
Semmelweis' gynaecologisehe Aufsätze
  Ueber einen seltenen Fall von sackartiger Ausbuchtung des schwangeren Gebärmutterhalses
  Exstirpation und Neubildung eines Uterusfibroids; Schwangerschaft mit normalem Verlauf
  Sieben-Monatsgeburt nebst Polypus uteri fibrosus von enormer Grosse
  Aeltere und neuere Theorien über die Menstrualblutung
  Die Menstruation und ihre Anomalien
  Die operative Behandlung der Ovariencysten

Anmerkungen des Herausgebers

Vorwort

Die Herausgabe der gesammelten Werke von Ignaz Philipp Semmelweis bedarf wohl keiner näheren Motivirung. Seine grundlegende grosse Arbeit: "Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers" ist eines der seltensten, schwer erhältlichsten Bücher geworden, und eine Reihe seiner Abhandlungen war bis heute der Allgemeinheit überhaupt unzugänglich, und nur in dem Lande bekannt, dessen treuer Sohn Semmelweis war und in dessen Sprache er sie verfasste.

Diese beiden Umstände würden allein schon genügen, eine Herausgabe seiner sämmtlichen Werke zu rechtfertigen. Und doch - wie im Leben so oft - waren es auch diesmal Impulse secundärer Natur, die mir zu meinem Unternehmen den Anstoss gaben. Ich will sie hier offen darlegen. Es sind das die zahlreichen, von Zeit zu Zeit auftauchenden Prioritätsansprüche gegen Semmelweis. Ich habe so ziemlich von allen Kenntniss genommen und aus sämmtlichen etwas geradezu Verstimmendes herausgefühlt. Denn kein Einziger von Allen, die ihm die Priorität absprechen wollten, dürfte behaupten können, die Schriften von Semmelweis, ja auch nur das obenerwähnte grosse Werk wirklich zu kennen. Ueberali blieb ein Rest übrig, den man nicht bemerkte oder nicht berücksichtigte, ohne den sich aber die in den Vordergrund gedrängten Lehren überhaupt nicht als identisch mit der Semmelweis'schen Theorie erweisen, wesswegen es sich auch bei den "Prioritätsansprüchen" überhaupt um keine Priorität handeln konnte. Die meisten dieser Ansprüche leiden an der Unkenntniss selbst des einfachen Satzes, der ja doch den Kernpunkt der Semmelweis'schen Lehre bildet, wonach das Kindbettfieber und die Pyaemie (im weitesten Sinne des Wortes) ein und dieselbe Krankheit ist. Auch heutzutage sind noch nicht alle Schichten der Aerztewelt davon durchdrungen, dass dies das punctum saliens seiner Lehre ist; bei so Manchen lebt diese noch immer nur als die "Theorie der cadaverösen Infection", trotzdem Semmelweis selber in seinen Schriften dagegen "feierlichst protestirte". Dass sich die meisten Prioritätsansprüche gerade in diesem Satze erschöpfen, bezeugt nur - und dies ist das verstimmende Moment dabei - mit welch' unhistorischem Leichtsinn, mit welch' unwissenschaftlicher Gewissenlosigkeit man dem Haupte Semmelweis' den Lorbeer zu entreissen beflissen war. Selbst Zweifel's im Jahre 1897 gesprochenes Wort: "Prioritätsansprüche gegen Semmelweis werden kein Glück mehr haben und ihren Verfechtern nicht zum Ruhme dienen," - selbst dieses Wort ist seither nicht gehörig beherzigt worden und hat nicht zur nöthigen Vorsicht betreffs der Prioritätsfragen geführt. Auch seither kam es wiederholt zum Streite; der letzte wurde 1904 - selbstverständlich zu Gunsten von Semmelweis - ausgetragen.

Ich hoffe es zuversichtlich, dass mit der vorliegenden Ausgabe seiner Schriften den unbegründeten Prioritätsansprüchen endgiltig ein Ende bereitet werden wird. Sie alle werden an der nunmehr ermöglichten Totaleinsicht in seine Werke von nun an scheitern. Denn die Schriften von Semmelweis sind so deutlich und durchsichtig concipirt, seine Lehre selbst steht so felsenfest da, dass selbst die oberflächliche Bekanntschaft mit ihr zu der Ueberzeugung führen muss, sie sei nicht umzustossen und alle gegen sie gerichteten Angriffe müssten wirkungslos an ihrer unumstösslichen Wahrheit abprallen.

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