Konrad Blum
Liebling
Inhalt
VorwortVorwort zur 1. Auflage
Das Banat
Die Zeit vor den Türkenkriegen
Die Zeit der Türkenkriege
Der erste Schwabenzug
Der zweite Schwabenzug
Der dritte Schwabenzug
Wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung
Liebling
Die Gründung und Ansiedlung unserer Gemeinde
Wie die Gemeinde ihren Namen erhielt
Der Türkenkrieg 1788
Die Urheimat der Lieblinger
Die Rechtsverhältnisse der Ansiedler bis 1848
Nachansiedlung und Auswanderung
Gemeindechronik 1788 bis 1848
Die Revolution 1848
Die Feldvermessung vom Jahre 1888
Gemeindechronik 1849 bis 1914
Der erste Weltkrieg 1914 bis 1918
Gemeindechronik 1915 bis 1944
Landwirtschaftliche Entwicklung
Bevölkerungsbewegung
Die Kirche
Die Schule
Die Gemeindeverwaltung
Kulturelle und wirtschaftliche Einrichtungen
Der zweite Weltkrieg und die Flucht
Unsere Landsleute in aller Welt
Liebling im Alltag und beim Fest
Kirche und Volkstum in Liebling
Der Lieblinger und seine dörfliche Gemeinschaft
Die bäuerliche Familie
Verwandtschaft und Nachbarschaft
Die großen Buben
Das bäuerliche Jahr
Was eine Großmutter vom Spinnen erzählt
Liebling und seine Nachbarn
Sitten und Bräuche: Tracht,Taufe und Konfirmation, Hochzeitsbräuche, Begräbnis, Neujahrsbräuche
Lieblinger Mundart
Die Lieblinger Mundart
Deham un in der Fremd
Der Hansvetter un der Phedervetter
Umeschunscht werd net geknallt
Der Martin in der Kendl
Der Lieblinger un sei Pherd
Die Heimat im Herz
Sprichwörter und Redensarten
Nachwort
Anhang
Verzeichnis der ersten Ansiedler
Währungen, Flächen-, Längen- und Hohlmaße
Was ein Kolonistenhaus 1787 kostete
Paß aus dem Jahre 1790
Paß aus dem Jahre 1838
Contract (Kirchenbau)
Contract (Verkauf einer halben Ansässigkeit)
Testament aus dem Jahre 1830
Die "Urbarialgesetze" aus 1836 ("Frohndienste")
Gesuch der Lieblinger an den Kaiser
Fluchtweg 1944
Familienliste 1944
Verzeichnis der in Österreich lebenden Familien
Verzeichnis der in Deutschland lebenden Familien
Verzeichnis der in den USA lebenden Familien
Verzeichnis der in Kanada lebenden Familien
Verzeichnis der in anderen Ländern lebenden Familien
Quellennachweis
Liebling im Bild
Vorwort
Die erste Auflage dieses Buches erschien im Jahre 1936, als wir auf das hundertfünfzigjährige Bestehen unserer Gemeinde zurückblicken konnten. Es war die Zeit ihrer größten wirtschaftlichen und kulturellen Blüte. Wir konnten mit Stolz auf unsere eigenen Leistungen hinweisen und in der geradlinigen und ungebrochenen Entwicklung eine Rechtfertigung für die Opfer und Entbehrungen erkennen, die unsere Vorfahren auf sich nehmen mußten. Wie sinnvoll und begreiflich erschien uns unsere menschliche Geschichte, wie sicher und geborgen fühlten wir uns im Besitz des Errungenen, wie festgefügt und unzerstörbar waren die Ordnungen, in denen wir lebten! Da gab es für die Enkel nur die Pflicht, dankbar der Vorfahren zu gedenken, die uns auf diesem Weg vorangegangen waren, und die Forderung, den Weg in ihrem Geist fortzusetzen.
Die Ereignisse nach dem zweiten Weltkrieg haben dieser Entwicklung ein jähes Ende bereitet und uns auch gezeigt, wie eitel alles menschliche Planen und Tun ist. Die alte Form unserer dörflichen Gemeinschaft besteht nicht mehr, und unsere Landsleute leben heute zerstreut in aller Welt. Nur das Erbe der Väter, Fleiß, Sparsamkeit und Gottvertrauen, begleitet sie und ebnet ihnen den Weg zu einem neuen Fortkommen.
Der Wunsch vieler Landsleute, ihre Dorfgeschichte wieder in die Hand zu bekommen, war für den Verfasser und seine Mitarbeiter Verpflichtung, eine Neuauflage vorzubereiten und herauszugeben.
Die Auflösung unserer früheren dörflichen Gemeinschaft in ihrer ursprünglichen Form verpflichtete, die erste Auflage unseres Heimatbuches wesentlich zu erweitern. Solange wir alle innerhalb unserer Dorfgemarkung zusammenlebten, war es nicht erforderlich, zu beschreiben, was vor aller Augen lag: unsere Sitten und Bräuche, unsere Mundart und alle die Formen, in denen eine so festgefügte Gemeinschaft ihren Ausdruck fand. Jetzt aber gehört all das der Vergangenheit an; denn was auch die Zukunft bringen mag, unser Liebling ersteht in seiner alten Form nicht mehr. So stand der Verfasser vor der Aufgabe, in Worte zu fassen, was uns früher wortlos selbstverständlich war, und wenigstens in Umrissen auch das innere Bild unserer Dorfgemeinschaft zu zeichnen.
Dieses Buch entstand unter erheblichen Schwierigkeiten; denn die Beschaffung des Materials und die Erfassung aller Landsleute bereitete große Mühen. Der Verfasser war aber in der glücklichen Lage, tatkräftige Mitarbeiter zu finden, die ihre ganze Kraft einsetzten. Ohne ihre selbstlose Hilfe wäre die Neuauflage nicht möglich gewesen.
Es ist mir daher eine willkommene Pflicht, Pfarrer Andreas Nagelbach, Johann Möhler, Johann Blocher, Johann Hack, Dr. Heinrich Erk, Philipp Schied und Adolf Möhler für unermüdliche Mitarbeit herzlich zu danken. Johann Möhler hat nicht nur an der Gestaltung des Buches mitgearbeitet, sondern vor allem die schwierige Erfassung unserer Landsleute in aller Welt geleitet und zum Abschluß gebracht. Pfarrer Andreas Nagelbach hat sich noch besonders um die Sicherung der finanziellen Grundlage verdient gemacht. Zu aufrichtigem Dank bin ich auch all denen verpflichtet, die namentlich gezeichnete Beiträge zur Verfügung gestellt haben. Herzlicher Dank gebührt auch allen Landsleuten, die mit Rat und Tat mitgeholfen haben, unser Heimatbuch neu zu gestalten und zu verlegen. Für freundliche Förderung dieser Arbeit bin ich dem Evang.-Luth. Landeskirchenrat in München zu aufrichtigem Dank verpflichtet.
Das Heimatbuch wendet sich vor allem an unsere Lieblinger Landsleute, wo auch immer sie heute leben: an unsere Alten, die ihren gesicherten Lebensabend verloren und in den neuen Verhältnissen und in der Fremde keine Heimat mehr finden, dann an die Männer und Frauen, die aus dem vollen Schaffen herausgerissen wurden und den Pflug mit einer ihnen fremden und ungewohnten Arbeit vertauschen mußten und schließlich an unsere Jugend, der dies Buch verhelfen will, den Heimatgedanken zu bewahren. Sie alle möchte das Buch auf ihren Wegen begleiten und immer an die unvergessene Heimat erinnern.
Den Freunden unserer Heimat und den am Schicksal der Auslandsdeutschen interessierten Kreisen möchte diese Monographie aufzeigen, wie eine ganz auf sich gestellte deutsche Volksgruppe in fremdem Land durch zähen Fleiß, Ausdauer und Beharrlichkeit sich zu einer beachtlichen kulturellen und wirtschaftlichen Höhe emporarbeitete und wie sie schließlich nach einem verlorenen Krieg ohne eigene Schuld ein hartes Schicksal hinnehmen mußte.
Weilheim, im Januar 1958
Der Verfasser