Milleker Bódog
Geschichte des Buchdruckes und des Zeitungswesens im Banat, 1769-1922
INHALT, EINLEITUNG
Inhalt
Einleitung
I. 1769-1784. Matthäus Joseph Heimerl
II. 1784-1807. Heimerls erste Nachfolger
III. 1807-1851. Josef Klapka
IV. 1851-1870. Förck. Steger
V. In der Provinz. I. 1820-1856
VI. In der Provinz. II. 1856-1870
VII. 1870-1900. Allgemeine Ausbreitung
V1IL 1900-1918. Neue Zeit
IX. 1918-1922. Neueste Zeit
X. Banater deutsche Journalisten
Anhang: Literatur. Quellen
Einleitung
Die Buchdruckkunst, die wir Johann Gutenberg, geboren vor 1400 in Mainz und gestorben am 24. Februar 1468, verdanken, der sie vor 1436 erfand, und die der Entwicklung und Verbreitung der Kultur einen mächtigen Aufschwung verlieh, wurde im Banate nicht so früh eingeführt, wie man dies bisher annahm.
Der Verstorbene Deutsch-Bogschaner Baumeister Adrian Diaconoviciu fand in Zidovin in den Resten des römischen Bersovias u. a. auch Lettern, aus Ton geformt. Kurz erklärte er (Foia Dioecesana, Karansebes, 1895) diese als einen Beweis dafür, daß die Kunst des Buchdrucks nicht von Gutenberg, sondern schon von den alten Römern erfunden und von diesen, wie es der Fundort bezeugt, auch im Banat ausgeübt worden fei. Er wurde jedoch bald widerlegt, indem man ihm nachwies (Köln. Zeitung), daß solche Lettern von den römischen Pädagogen, d i. Lehrern, zum Leseunterrichte gebraucht wurden.
Nach Josef Gabriel (in der Geschichte des Temesvarer Buchdruckervereines, S. 5) soll die Buchdruckkunst in Temesvar bereits vor der Türkenherrschaft, um 1480-1500, Eingang gefunden haben und durch die Patres des Jesuiten-Ordens ausgeübt worden sein. Dies ist aber schon deshalb nicht möglich, weil der Jesuiten-Orden viel später, erst 1534, gegründet worden ist.
Daß die Buchdruckkunst, wie von manchen erwähnt wird (Johann Seivert: Nachrichten von siebenbürgischen Gelehrten, 418, und noch ihm Friedrich Pesty: Szörény, II, 212), schon in der Türkenzeit, am Ende des XVI. Jahrhunderts, von den Unitariern in Temesvar eingeführt worden sei, hat bis heute durch keinen Druck Bestätigung gefunden.
Auch die Annahme, daß der Ort Zervesta, in welchem 1591 und 1592 Bonaventura Faber (Schmied) und 1598 dessen Erben Drucke religiösen Inhaltes hergestellt haben, wäre Servestye bei Karansebes, wie dies im Anton Kurz-schen Magazin für Geschichte usw., II. Heft, Kronstadt, 1845, und nach chm Friedrich Pesty: Szörény, I I , 1878, S. 509, meinten, war falsch, da wir heute wissen, daß es Zerbst in Anhalt-Dessau in Deutschland ist, wie dies in Szabó-Hellebrant: Régi Magyar Könyvtár, III.-I. 243, 245, 275 und 276 nachgewiesen erscheint.