František Pošepný
Geologisch-montanistische Studie der Erzlagerstätten von Rézbánya in S.-O. Ungarn
INHALTS, VORWORT
Inhalts
Vorbemerkungen
Bisheriger Stand der Kenntniss der Gegend
Geographische Orientirung
I. Geologischer Bau im Allgemeinen
a) Klastische Schichtgesteine
b) Kalkgesteine
c) Eruptivgesteine
II. Bergbaugeschichtliches
III. Valea baiei Bergrevier
Geognostische Uebersich
Geschichtliche Notizen
Die Beschreibung der Gruben
IV. Godjaner Bergrevier
Geognostische Uebersicht
Geschichtliche Notizen
Die Beschreibung der Gruben
V. Werksthaler Revier
Geognostische Uebersicht
Durch unterirdische Wassercirkulation hervorgerufene Erscheinungen
1. Der Morisca und Tirolgebirge
2. Cosciuri-Revier
3. Gonor- und Bernadgebirge
4. Corlater- oder Cäciliagebirge
5. Corna- und Flescutiagebirge
6. Frabtinellgebirge
7. Sipoter- oder Ferdinandgebirge
8. Nepomuceni. Baja rosia und Hotarel
9. Baja-Sturzoer-Revier
10. Blidarer Revier
VI. Vale sacca Bergrevier
VII. Erzvorkommen der weiteren Umgegend
1. Pojana
2. Margina
3. Biliarer Kiesbergbau
4. Leoca
5. Dolea
6. Kiskoh
7. Petros
8. Ferice
9. Cresui
10. Meziad
11. Suchodol-Lazur
12. Lunkasprie
VIII. Analoge Erzlagerstätten
im Banater Bergdistrikte
im Moravitzaer Revier
im Dognacskaer Revier
Oravitza
Saszka
Moldova
Offenbányer Bergdistrikt
Bogoslawsk in Sibirien
Tunaberg in Schweden
IX. Generalisation des Details
Tabellarische Uebersicht
1. Die innere Beschaffenheit der Erzlager
2. Die äusseren Verhältnisse der Erzlagerstätten
Verzeichniss der Figuren
Inhaltsverzeichniss
Vorwort
Rézbánya ist den Mineralien-Sammlern durch die Mannigfaltigkeit und Schönheit seiner Mineralien schon lange bekannt.
Von der Beschaffenheit der Erzlagerstätten selbst kam wenig in die Öffentlichkeit. Die älteste mir bekannte Notiz findet sich in Grimm's Geognosie und bezieht sich auf den Reichensteinstock in Vale sacca. Erst seit der Zeit, als die Resultate der im Jahre 1858 unternommenen wissenschaftlichen Expedition in's Bihar-Gebirge veröffentlicht wurden, lernte man die originelle Beschaffenheit dieser Erzlagerstätten in ihren Hauptzügen kennen.
Dr. A. A. Schmidl bearbeitete die Topographie und die Geologie der Höhlen. Prof. K. F. Peters vorzüglich die Stratigraphie und Mineralogie.
Die zweite Abtheilung der letzteren Publikation enthält viele Notizen über die Erzlagerstätten, besonders über Vale sacca, wovon einige, wie dies bei touristischen Arbeiten meistens der Fall ist, nicht ganz exact ausfielen. Dies Letztere ist besonders in den Fällen zu bemerken, wo der Verfasser über den Umfang seines Faches hinausgehend, das Montanistische in den Kreis seiner Beobachtungen einbezog. Schon hier ist auf Analogien mil anderen Erzlagerstätten, besonders mit denen von Bogoslawsk in Russland hingewiesen, während Cotta auf Grund dieser Publikation die Analogie mit den Erzlagerstätten des Banats ausführlich hervorhob.
Im Herbste 1868 besuchte ich das erste Mal Rézbánya und zwar in der Absicht, einige Daten über das grosse Werksthaler Revier, welches Peters nicht untersuchte (vergl. Peters II. p, 87) für die Wissenschaft zu retten, da mittlerweile der ganze Bergbau bereits aufgelassen wurde.
Ich fand die Gruben mit Ausnahme von Vale sacca, wo man den "Vierten Zubau"- und den "Neu Antoni-Stollen" allerdings mit Lebensgefahr befahren konnte, alle verfallen und im Orte waren keine Behelfe und keine Auskunft zu erhalten. Die einzige Orientation war ein, die Bergmännischen Verhältnisse des Distriktes behandelndes Manuskript von Szájbély, dem ehemaligen Rézbányaer Markscheider, auf welches ich mich in dieser Arbeit mehrfach berufen werde.
Als nun 1870 der Bergbau durch das königl. ung. Finanzministerium neuerdings aufgenommen wurde, ward ich mit dem geologisch-montanistischen Studium beauftragt, und habe in dem Sommer von 1870 und 1871 Gelegenheit gehabt, die Daten an Ort und Stelle zu erheben, und was besonders nothwendig war, sämmtliche bisherige Gruben-Aufschlüsse in möglichst objectiven Bildern übersichtlich zusammenzustellen.
Da die Aufnahms- und Zeichnungsarbeiten den grösster Theil der Zeit beanspruchten, so musste ich mich streng auf das Studium der Erzlagerstätten halten, und von der Umgegend absehen.
Die so enstehende Lücke dürfte sich besonders bei den stratigraphischen Verhältnissen fühlbar machen. An den Bergrevieren selbst herrschen in der Regel abnorme Verhältnisse, und die normale Aufeinanderfolge der Schichten muss oft in grösserer Entfernung gesucht werden. Dieser Umstand hat zur Folge, dass man in nicht durchstudirten Gegenden die normale Schichtenfolge erst bei der Aufnahme grösserer Gebiete, bei Aufnahmen der stratigraphischen Verhältnisse grösserer, natürlich abgegrenzter Gebirgcomplexe in Erfahrung bringen kann.
Allerdings liegt bereits eine analoge stratigraphische Arbeit von K. F. Peters vor; allein diese ist ihrer Natur nach eine Übersichts- und keine Detail-Aufnahme. Um nun diesen Schwierigkeiten einigermassen abzuhelfen, habe ich eine Detail-Aufnahme im Gebiete der 4 Grubenreviere auf einer Fläche von 2 Quadratmeilen durchzuführen getrachtet.
Um dem, seit dem Erscheinen der Arbeit von Peters veränderten Standpunkte der Petrographie gerecht zu werden, ist eine eingehendere Untersuchung des gesammelten Gesteinsmaterials im Zuge, deren Resultate seiner Zeit nachgetragen werden.
Das untersuchte Gebieth liegt an dem Westabhange des Siebenbürgen von Ungarn trennenden Bihar-Gebirges in der Quellengegend der schwarzen Kőrös. Dieser Fluss entsteht aus der Vereinigung von drei Hauptzuflüssen; jenem von Pojana, dem von Rézbánya und dem von Petros. Obgleich sich nun die zwei Ersteren um den Vorrang streiten, die Kőrös zu repräsentiren, so wird doch nachdem Vorgange von Schmidl der mittlere Zweig, nämlich jener von Rézbánya dafür angenommen. Die Hauptrichtung des Pojaner Zweiges ist südwestlich, die des Rézbányer Zweiges westlich und jene des Petroser Zweiges nordwestlich; sie biegen aber alle in ein breites, nach Norden gestrecktes Hauptthal ein, welches das eigentliche Bihargebirge von einem westlich vorliegenden Vorgebirge, welches Peters Pless-Codru - Schmidl Moma-Codru-Gebirge nennt, scheidet, und eine Seitenbucht der ungarischen Ebene bildet.
Diesem Thalskelett entspricht auch der Charakter der Terrainsgestaltung, indem sich von dem Hochgebirgskamme zwei Hauptrücken abtrennen, und unter weiterer Verzweigung der Eine nach Südwest, der Andere nach Nordwest verflachen. Schmidl's Werk enthält eine vortreffliche Beschreibung des ganzen Bihargebirges in orographischer und hydrographischer Beziehung, auf welche ich mich hier berufen muss.
Die Erzvorkommen sind in diesem ganzen Gebiete und darüber hinaus sporadisch verstreut, besonders aber in folgenden vier Revieren boncentrirt: Valea baiei c. 1/4 Meile südwestlich von Rézbánya, zwischen dem Rézbányer und dem Pojaner Hauptthale. Godjan unmittelbar nördlich von Rézbánya, das sogenannte Werksthal, c. 1/4 Meilen nordöstlich von Rézbánya an der Quellengegend der Kőrös und das Revier von Vale Sacca c. 1 1/4 Meilen in beinahe nördlicher Richtung von Rézbánya entfernt an einem Zuflüsse des Petroser Wassers.
Nachdem ich eine petrographische und stratigraphische Übersicht dieses Terrains gegeben haben werde, will ich das Erzvorkommen in diesen vier Revieren und sodann dasjenige ausserhalb denselben der Reihe nach beschreiben, und mit einer Generallisirung der Resultate und einer Vergleichung mit analogen Erscheinungen schliessen.