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Adámi Mihály

Ausführliche und neuerläuterte ungarische Sprachkunst

INHALT, VORREDE


Inhalt

ERSTER THEIL

  Cap. I. Von den Buchstaben, und ihrer Aussprache

  Cap. II. Von dem Nomine
    §. I. Von der Declination
    §. II. Von der Casu. oder Ausgang der Nominum
    §. III. Von dem Accusativo
    §. IV. I. Declination in drey Exempeln
    §. V. Nöthige Anmerkungen bey den Declinationen.

  Cap. III.
    §. I. Von den Nominibus Adjectivis
    §. II. Von der Comparation
    §. III. Nöthige Anmerkungen

  Cap. IV.
    § I. Von der Eintheilung der Pronominum
    §. II. Von der Declination der Pronominum
    §. III. Von den Pronominibus possessivis.

  Cap. V. Von den Suffixis
    §. I. Von den Suffixis, oder Zufügungs-Wörtlein insgemein
    §. II. Von den Regeln der Suffixorum
    §. III. Nöthige Anmerkungen

  Cap. VI. Von den Zeitwörtern (Verbis)
    §. I. Von den Zeitwörtern insgemein
    §. II. Von der Conjugation
    §. III. Anmerkungen von dem Imperativo
    §. IV. Von der Conjugation eines bestimmten Zeitwortes (Verbi Determinati)
    §. V. Von der Conjugation Verbi Passivi
    §. VI. Von den Verbis Mandativis
    §. VII. Von den Verbis Irregularibus
    §. VIII. Von den Verbis Impersonalibus

  Cap. VII. Von den Praeposition
    §. I. Von Abtheilung der Praepositionen, oder Postpositionen
    §. II. Von der Postpositionen mit den Suffixis
    §. III. Anmerkungen von den Postpositionen

  Cap. VIII. Von den Adverbiis
    §. I. Adverbia
    §. II. Von den Derivatis Adverbiis

  Cap. IX. Von der Conjunction

  Cap. X. Von der Interjection


ZWEYTER THEIL.

  Cap. I. Von dem Gebrauch der Nominum
    §. I. Von dem Gebrauch der Substantivorum
    §. II. Gebrauch der Adjectivorum
    §. III. Gebrauch der Comparativorum
    §. IV. Gebrauch der Superlativorum

  Cap. II. Von dem Gebrauch der Pronominorum
    §. I. Von Fügung des Articuli: "az" und "ez"
    §. II. Vom Gebrauch der Relativorum
    §. III. Vom Gebrauch der Possessivorum

  Cap. III. Vom Gebrauch der Verborum
    §. I. Vom Gebrauch, oder Fügung des Verbi Determinati
    §. II. Vom Gebrauch der Verborum mit verschiedenen Casu
    §. III. Vom besonderen Gebrauch einiger Verborum
    §. IV. Gebrauch der Impersonalium: "van" und "kell"
    §. V. Gebrauch des Verbi "kell"
    §. VI. Gebrauch der Verborum von zweyen Personen
    §. VII. Gebrauch des Verbi Mandativi
    §. VIII. Vom Gebrauch des Verbi Potentialis
    §. IX. Gebrauch der Passivorum
    §. X. Anmerkungen von einigen Gebräuchen, welche bey den Temporibus vorkommen

  Cap. IV. Syntaxis der Postposition
    §. I. Von Fügung der Postpositionen insgemein

  Cap. V. Vom Gebrauch der Adverbiorum
    §. I. Von Fügung der Frag Adverbiorum
    §. II. Vom Gebrauch des Bejahen- und Verneinungs-Wörtlein

  Cap. VI. Syntaxis der Conjugation, und Interjection


DRITTER THEIL.
Von den Redens-Arten

  §. I. Erklärung der Art einem jeden nach seinem Stand zu begegnen
  §. II. Nun folgen verschiedene sehr gemeine Redens-Arten
  §. III. Von den ungarischen Redens-Arten, welche man in der deutschen Sprache von Wort zu Wort nicht geben kann
  §. IV. Von dem Sylbenmaaße


Anhang zu der Ungarischen Sprachkunst
  I. §. Die Gespräche
  II. §. Neukirchs verträuliche Briefflein, ins ungarische übersezt. Német-ből fordított nyájas levelkék

Wörterbuch der Stammwörter der ungarischen Sprach

Anmerkungen von den abstammenden Wörtern (Derivatis)


Vorrede

Die so ämsige Bemühung der edlen deutschen Nation, um die Erlernung fremder Sprachen, als das unverwerflichste Zeugniß der rühmlichsten Geselligkeit, scheinet sich ein Recht bey allen ihren Nachbaren erworben zu haben, von ihnen die Erleichterung ihres Fleißes durch gute Sprachlehren zu begehren.

Es fehlet auch nur dem wenigsten Theile gesitteter Völker hieran; und selbst Ungarn hat schon zu verschiedenen malen den lehrbegierigen Deutschen seine Sprachkunst vorgeleget. Schade aber! daß in allen diesen Werken Richtigkeit, Ordnung und Deutlichkeit nur gar zu sehr abgehen, und dadurch nicht nur bey den Ausländern größten Theils das Vorurtheil der äußersten Schwierigkeit in der Erlernung der ungarischen Sprache entstanden ist: sondern sogar in Ungarn sich die nachteilige Meinung verbreitet hat, als sey desselben Landessprache auf keine allgemeine, und feste Regeln zu bringen. Es ist aber ein bloßes Vorurtheil, und ich schmeichle mir, daß der Augenschein meiner Arbeit jeden eines Bessern belehren werde.

Diese Sache ist auch gar leicht zu erweisen. Einmal, haben wir in dieser Sprache keine Aenderung des Geschlechtswortes (Articulus); hernach sind darinnen nur zwo Abänderungen (Declinationes), eben so viel Abwandlungen (Conjugationes); und bey den leztern nicht mehr als vier Seiten (Tempora); alle Vorwörter (Praepositiones) werden nur mit einer Endung (Casus) zusammen gesezt. Endlich erhält diese Sprache noch viele Vorzüge und Vortheile der sonderbaren Kürze halben; indem man im Ungarischen dasjenige ohne Mühe mit einem Worte sagen kann, wozu andere Sprachen, und ins besondere die deutsche zwey, drey, auch wohl vier Wörter erfordern.

...

Ueber das hat diese Sprache ihr so gewisses Syllbenmaaß, als immer die griechische und lateinische. Sie leidet keinen harten Ausdruck, und hat schöne Vortheile denselben auszuweichen; daher ist in der ganzen reinen ungarischen Sprache kein Wort zu finben, so sich mit zween Consonanten anfienge. Wofern aber etwas dergleichen vorkäme, so ist es ein wahres Zeichen, daß es ein fremdes und nicht rein ungarisches Wort sey.

Ist es nun gewiß, daß die wenigsten von den erstberührten Regeln in den Sprachlehren des Pereszléni und Meliboeus anzutreffen, und daß sie vielmehr eine wahre Frucht meiner langwierigen Bemühungen sind: so hoffe ich einen erwünschten Beyfall zu erhalten, wenn ich durch ein ganz neues ungarisches Sprachgebäude der Welt zu dienen trachte.

Ich theile dasselbe in drey Theile. In dem ersten stelle ich die Lehre von der Aussprache, von der Rechtschreibung, mit dem Unterrichte von der Wortforschung dar: In dem zweyten die Wortfügung; in dem dritten die besondern Eigenschaften, und Redensarten der ungarischen Sprache, wie auch die Abhandlung von dem Sylbenmaße, nebst einem Anhang, der in verschiedenen nürzlichen Gesprächen, und freundschaftlichen Briefen bestehet. Zulezt folget noch ein sorgfältigst gesammletes Wörterbuch aller Stammwörter, als eine höchst nützliche, und zur Erlernung der Sprache nothwendige Sache. Die Regeln über die abstammende Wörter beschließen das ganze Werk.

Habe ich irgendwo gefehlet, so wird mir es zu wahrem Vergnügen gereichen, wenn man mich eines Bessern belehret. Gründen sich aber meine Lehren selbst, wo selbige etwa hin und wieder von hergebrachten ältern Meinungen abweichen, dennoch auf die Uebereinstimmung wahrer Sprachkenner, mit denen ich mich fleißig berathschlaget habe, und auf die Beyspiele der besten ungarischen Schriftsteller: so glaube ich wider alle Vorwürfe eines Eigensinnes, oder einer thörichten Liebe zu Neuerungen vollkommen sicher zu seyn.

Einiger lateinischen Wörter habe ich mich bedienet, weil sie noch sehr übliche und vielen Leuten bekannter sind, als die reinen deutschen; fernerhin aber werde ich trachten selbe bey einer anderen Auflage gänzlich zu vermeiden.

Es hat sich auch eraugnet, daß aus Eilfertigkeit einige Druckfehler eingeschlichen sind; diese wird der geneigte Leser, dieweil solche von keiner Wichtigkeit sind, von Selbsten zu verbessern wissen.

Uebrigens ist mein aufrichtiger Wunsch lediglich den Liebhabern der ungarischen Sprache wahrhaftig nützlich zu seyn, ein Zweck, dessen Erreichung meine angenehmste Belohnung und Aufmunterung zu fernerer Arbeit seyn wird.

Gegeben zu Wien am 15ten des Weinmondes, 1763


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