Gedanken über das freye Lesen gefährlicher Bücher
INHALT, EINLEITUNG
Inhalt
§. 1. Von der Beschaffenheit der gefährlichen Bücher
§. 2. Von dem Lesen gefährlichen Bücher
§. 3. Von den Wirkungen des gefährlichen Bücherlesens
§. 4. Von der Beybehaltung der bösen Bücher
§. 5. Zeugnisse der göttlichen Schriften und der Väter der Kirche wider die bösen Bücher und wider das Lesen derselben
§. 6. Endlicher Ermahnung wider die gefährlichen
Bücher und wider ihre Lesung
Einleitung
Es hat zwar zu allen Zeiten Bücher gegeben, welche man gefährlich, ja aufgelegt böse, und verderblich nennen därfte; aber bey unserm Jahrhunderte giebt es deren mehr, als sonst jemals. Der schmäuchelhafte Ruhm, ein Witziger Kopf, ein aufgeklärter Geist, eine grosse Seele zu heißen ist die wesentliche Ursache davon, Man will Bücher lesen, und damit muntert man Leute, auch Bücher zu schreiben, auf. Man schreibt sie alsdenn, ganz angenehm, ganz zärtlich, und dem Scheine nach ganz unschuldig, ja ganz erbaulich schreibt man sie; aber unter diesen Zärtlichkeiten, unter dieser scheinbaren Unschuld und Erbaulichkeit hält man manchmal ein tödtliches Gift verborgen, womit man einem begierigen und zugleich unbehutsamen Leser in Ansehung seiner Frömmigkeit, seiner tugendlichen Sitten und selbst seiner Religion das vollkommene Verderbniß zu bringen im Stande ist. Es wird also keine unnütze Unternehmung seyn, wenn wie uns kraft dieser wenigen Blätter, welche wir in Gegenwart liefern, unsere katholische Gemeinde gegen einen so wichtigen Punkt sorgfältig zu warnen bemühen werden. Die Sache wollen wir so anstellen: daß wir zum Anfange das eigentliche Wesen eines gefährlichen Buches beystimmen, und darnach über das freye Lesen der gefährlichen Bücher unsere Anmerkungen machen.