Bibliographia Hungariae
Verzeichnis der 1861-1921 erschienen, Ungarn betreffenden Schriften in nichtungarischer Sprache
INHALT, VORWORTInhalt
I. BAND. HISTORICA
Vorwort
A. BIS 1914
Allgemeiner Teil
I Bibliographie und allgemeine Hilfsmittel
II Allgemeine österreichisch-ungarische Geschichte
III Allgemeine ungarische Geschichte
IV Allgemeine Geschichte der Nationalitäten in Ungarn
V Lokalgeschichte
VI Allgemeine Geschichte fremder Länder mit Beziehungen zu Ungarn
VII Geschichte des Hauses Habsburg
VIII Heeresgeschichte Österreich-Ungarns
IX Hilfswissenschaften
Spezieller Teil
I Ungarn vor der Landnahme
II Ungarn zur Zeit der Árpáden
III Ungarn in der Zeit der Könige aus verschiedenen Häusern
IV Ungarn in der Zeit der Reformation und Gegenreformation (Türkenzeit)
V Von der Vertreibung der Türken bis zur französischen Revolution
VI Ungarn im Zeitalter der französischen Revolution und Napoleon I.
VII Vom Sturze Napoleons bis zum Jahre 1867
VIII Ungarn vom Jahre 1867 bis zum Ausbruch des Weltkrieges
B. WELTKRIEG
Allgemeiner Teil
I Die Entstehung des Weltkrieges
II Allgemeine Literatur zum Weltkrieg
III Österreich-Ungarn und der Weltkrieg
Der Verlauf des Krieges
I Allgemeine Darstellungen usw
II Der Krieg gegen Rußland
III Der Krieg gegen Italien
IV Der Krieg gegen Serbien
V Der Krieg gegen Rumänien
VI Der Krieg zur See
Die Friedensschlüsse
I Vorgeschichte
II Die Friedensschlüsse von Paris
III Ungarn und die Nachfolgestaaten seit dem Frieden von Trianon
II. BAND. GEOGRAPHICA. POLITICO-OECONOMICA
Einleitung zum zweiten Band
GEOGRAPHIE
A. Landeskunde (Morphologie, pol. Geographie, Reiseliteratur)
I Mittel- und Osteuropa
II Österreich-Ungarn
III Ungarn
IV Balneologie
B. Geologie
I Allgemeines
II Das Tiefland
III Westungarn
IV Karpathen
V Siebenbürgisches Becken
VI Ostungarisches Mittelgebirge
Anhang. Agrogeologie
I Allgemeines
II Tiefland
III Westungarn
C. Paläontologie
I Allgemeines
II Paläophytologie
III Paläozoologie
IV Anhang: Anthropologie
D. Hydrographie
E. Meteorologie und Klimatologie
I Allgemeines
II Temperatur
III Niederschläge
IV Gewitter
V Wind
VI Ärologie
F. Seismologie
G. Geodäsie
H. Astronomie
J. Erdmagnetismus
K. Mineralogie und Petrographie
L. Biogeographie
I Pflanzengeographie
II Tiergeographie
M. Völkerkunde
I Allgemeine Ethnographie
II Nationalitäten
STAATS- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN
A. Statistik- und Bevölkerungslehre
I Organisation. Geschichte
II Allgemeine Statistik
III Demologie
B. Sozialwesen
I Allgemeines
II Wohlfahrtspflege
III Kinderschutz, Säuglingsfürsorge
IV Kriminalität, Gefangniswesen
V Arbelterfrage
VI Wohnungswesen
VII Genossenschaftswesen
Anhang. Hygiene. Medizin. Tierheilkunde
C. Volkswirtschaft
I Allgemeines
II Landwirtschaft
III Bergbau
IV Industrie
V Handel
VI Verkehrswesen
VII Finanzen. Geld und Kredit
D. Verwaltung. Städtewesen
I Allgemeines
II Städtewesen
E. Heer und Flotte
I Heerwesen
II Kriegsmarine
III Ordenswesen
F. Recht
I Allgemeines
II Rechtsquellen
III Rechtsgeschichte
IV Staatsrecht
V Verwaltungsrecht
VI Bürgerliches Recht
VII Wirtschaftsrecht
VIII Strafrecht
IX Prozeßrecht
III. BAND. PHILOLOGICA. PERIODICA
SPRACHE, LITERATUR
A. Philologie
I Wörterbücher
II Sprachwissensehaft
III Sprachlehre
IV Literaturgeschichte
B. Schöne Literatur (Literarische Übersetzungen)
I Einzelne Dichter
II Anthologien
Zeitschriften, Zeitungen
KUNST
A. Allgemeines
I Kunstunterricht
II Museen und Kunstsammlungen
B. Geschichte der bildenden Künste
I Allgemeines
II Architektur
III Plastik
IV Malerei
V Kunstgewerbe
C. Theatergeschichte
D. Musikgeschichte
RELIGION UND KIRCHE
A. Geschichte
B. Kirchenrecht
C. Römisch-katholische Kirche
I Geschichte
II Einzelne Diözesen und Kapitel
III Ordenswesen
D. Protestantische Kirche
I Geschichte
II Evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses
III Reformierte (Calvinische) Kirche
E. Griechisch-orientalische Kirche
F. Griechisch-katholische Kirche
G. Andere Religionsgemeinschaften
UNTERRICHTSWESEN
A. Geschichte
B. Gegenwart und nahe Vergangenheit
C. Hochschulwesen
D. Höhere Schulen
E. Volksschulen
IV. BAND. REGISTER
Namenregister
Vorwort
Im Laufe meiner Lehrtätigkeit empfand ich oft den Mangel an einer Zusammenstellung jener Werke über Ungarn, die den der ungarischen Sprache Unkundigen zugänglich sind. Für die ältere Zeit, bis zum Jahre 1711, besitzen wir die vorzügliche Bibliographie von Karl Szabó und Árpád Hellebrant, sowie den Katalog der Hungarica-Sammlung des Grafen Alexander Apponyi. Die deutschen Drucke über Ungarn von 1801 bis 1860 verzeichnet die Arbeit des Petőfi-Übersetzers K. M. Kertbeny. Ein Handbuch französischer Hungarica bis zum Jahre 1910 bot der verstorbene Professor der ungarischen Philologie an der Sorbonne, J. Kont. Ein Nachschlagewerk über neuere Arbeiten in nichtungarischer Sprache fehlte: die große ungarische Bibliographie von Géza Petrik verzeichnet seit 1860 nur die in ungarischer Sprache erschienen Werke.
Dieser Mangel wurde vielerseits empfunden. Sowohl in Fachzeitschriften (Zeitschrift für Bücherfreunde Mai 1917. Beibl. IX, 7., S. 98. Könyvtári Szemle 1916, S. 130 usw.), wie auch mündlich und brieflich wurde ich verschiedentlich aufgefordert, diese fühlbare Lücke auszufüllen. So entschloß ich mich, meine bibliographischen Notizen zu diesem Zweck systematisch zu ergänzen. Es wäre mir jedoch nicht möglich gewesen, neben meinen beruflichen Pflichten den Versuch einer solchen Zusammenstellung auch nur zu einem vorläufigen Abschluß zu bringen ohne die Mitarbeit der ausgezeichneten Bibliographin Fräulein Magda Gross.
Das Material umfaßt die selbständigen Veröffentlichungen von 1861 an. Die Neuerscheinungen seit 1920 sind in dem Anhang zu jedem Heft der Ungarischen Jahrbücher zusammengestellt. Da es meine Absicht ist, dieses Stoffgebiet von den ältesten Zeiten ab neu aufzuarbeiten und ich auch eine Bibliographie des überreichen Materials an Zeitschriftenaufsätzen im Auge habe, wird eine zweite Auflage auf Grund weiterer Forschungen dem Ziel schon um einen Schritt näherkommen können als dieser erste Versuch. Nachträge, Ergänzungen sind für diese zweite Auflage erwünscht und würden mit Dank empfangen.
Als Quellen dienten: 1. handschriftliche und gedruckte Bibliothekskataloge, 2. Nationalbibliographien, 3. Fachbibliographien und, soweit es erreichbar war, unmittelbares Büchermaterial. Wo es nicht möglich wurde, die Bücher selbst in die Hand zu bekommen, sind schwere bibliographische Fehler unvermeidlich gewesen. - Das ganze Werk entstand 1921-1922. Wegen der Kürze der Arbeitszeit sind einzelne Teile nicht genügend durchgearbeitet. Das slawische Material wurde nicht aufgenommen, jedoch wurden, sofern Notizen vorhanden waren, diese nicht ausgeschlossen. Eine vollständige Bearbeitung würde eine lange Zeit währende Forschungsarbeit erfordern. Mir lag an einer baldigen Herausgabe dieses dringend notwendig gewordenen Handbuches. - Das Heerwesen, die Nationalitätenfrage werden im zweiten Heft eingehend behandelt. Große zusammenfassende Werke, in denen einzelne Teile auch über Ungarn sprechen, sind in der Regel nicht angeführt. Die "Monumenta Hungariae Historica" sind ausnahmsweise aufgenommen, soweit sie nicht ausschließlich ungarische Stücke enthalten. Bei der Auswahl des Materials wurde nur das frühere ungarische Mutterland als Grundlage genommen, Kroatien, Slawonien, Bosnien, die Herzegowina und Fiume nur dann, wenn die Bücher Beziehungen zum eigentlichen Ungarn enthielten. Bei Kriegen, an denen Ungarn nur in zweiter Linie beteiligt war, konnte die militärische Spezialliteratur über die einzelnen Schlachten nicht ganz aufgenommen werden. Landkarten sind nicht berücksichtigt, weil darüber eine Spezialarbeit vorbereitet wird. Zeitschriften sind hier nicht aufgenommen. Von diesen bieten besonders die "Literarischen Berichte aus Ungarn", die "Ungarische Revue", "Jung-Ungarn", "Ungarische Rundschau" und "Revue de Hongrie" reiches Material. Als bezeichnend sind auch schönliterarische Bearbeitungen historischer Stoffe, historische Romane, Erzählungen und Schauspiele herangezogen worden. Im allgemeinen wurde Vollständigkeit angestrebt, daher entschied weder Wert noch Tendenz der Werke über ihre Aufnahme.
Für die freundliche Hilfe an der Arbeit bin ich den Herren Bibliotheksleitern und -Beamten zu besonderem Dank verpflichtet, vor allem der Preußischen Staatsbibliothek und der Budapester Stadtbibliothek. - Ein umfassendes Namen- und Sachregister wird dem Gesamtwerke angeschlossen.
Der nicht ungarisch geschriebene Bücherstoff über Ungarn ist in neuerer Zeit merkwürdig widerspruchsvoll und für Ungarn wenig günstig. Während bis um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die ungarischen Verfasser ihre Werke gern auch lateinisch oder deutsch herausgaben, haben sie sich seither nicht oft entschlossen, ihre Schriften anders als nur in ungarischer Sprache zu veröffentlichen. Diese Haltung hatte zur Folge, daß außerhalb Ungarns kein fachmännisches Material zur Verfügung stand, auf Grund dessen sich einwandfreie Urteile hätten bilden lassen.
Solange das vorliegende Material noch chronologisch geordnet im Zettelkasten lag, war es ungemein lehrreich zu beobachten, wie seit den sechziger Jahren die von ungarischen Autoren in einer Weltsprache verfaßten Arbeiten immer mehr in den Hintergrund treten. Ein großer Teil der nicht von ungarischen Verfassern stammenden Schriften ist stark tendenziös, obwohl jene bei angesehenen Verlegern erscheinende überaus reiche Literatur, die die Aufgabe hatte, auf die Auflösung des ungarischen Staates oder der Donaumonarchie hinzuwirken, in äußerlich objektiver Form gehalten war. Dieser geschickten und unleugbar erfolgreichen Methode ist es zuzuschreiben, daß vielfach recht gute, an sich durchaus tendenzlose geschichtliche Sammelwerke in ihren Angaben über Ungarn wenig einwandfreies Material bringen. Dasselbe läßt sich nicht selten auch in der Literatur über andere Staaten in ähnlicher Lage wie Ungarn feststellen. - Zeitgeschichtlich interessant war es auch zu beobachten - ein Stoff für eine eigene Untersuchung -, welche Probleme von Jahr zu Jahr im Vordergrund standen. So lehrreich die rein chronologische Zusammenstellung war, habe ich es dennoch aus rein praktischen Gründen vorgezogen, dem Stoffe durch die Einteilung nach Fächern die Form des Handbuches zu geben.
[...]
Berlin, im Februar 1923
Robert Gragger