Kumlik Emil
Franz Floridus Rómer's Leben und Wirken
INHALT, VORWORT
Inhalt
Vorwort
Geburt, Abstammung und Familie
Sein Geburtshaus
Kinderzeit. Schuljahre in Pozsony und Trencsén. Vermögensverhältnisse der Familie
Als Benedektiner-Novize. Die Raaber Professur
An der Preßburger Akademie. Sein Verhältniß zur hiesigen Gesellschaft. Innere Zerfahrenheit. 1848/49
Olmütz. Josefstadt
Wieder daheim. Als Büßer. Existenzsorgen. Verschiedene Gesuche und Anstellungen
Gymnasialprofessor in Güns und in Raab. Sein erstes Werk. Ipolyi und Rómer. Archäologische Studien. Sehnsucht nach der Hauptstadt
Am Pester Obergymnasium. Rómers archäologische Zeitschrift. Seine Preßburger Wirksamkeit im Jahre 1865. Árpád's Grab
Am Budapester Nationalmuseum. In Paris. Vielseitige Thätigkeit. Gründung von Museen in Preßburg und anderen Städten. Förderung der Hausindustrie. Ethnographische Sammlungen. Der Pester Thiergarten. Kunsthistorische und bibliographische Arbeiten
Austritt ans dem Benedektinerorden. In Stockholm. Der internationale Archäologenkongreß in Budapest. Nagyvárad (Großwardein). Rómers Tod
Floridus Rómer als Mensch. Sein Verhältniß zur Vaterstadt
Adolf Dux über Floridus Rómer. (Grabstein und Geburtshaus)
Rómers wissenschaftliche Bedeutung und literarische Wirksamkeit
Floridus Rómer und Erzherzog Josef
Literatur. (Benützte Quellen)
Berichtigungen
Vorwort
Diese Arbeit, die das Leben und Wirken eines hervorragenden Sohnes Preßburg-Pozsonys zum Gegenstande hat, ist meinen Mitbürgern, den hier feßhaften Bewohnern dieser altehrwürdigen Stadtgemeinde, desgleichen aber auch allen auswärtigen Freunden Pozsonys verehrungsvoll gewidmet. Sie entstand aus meiner Liebe zur Vaterstadt und bezweckt die Erweiterung der unsere kulturhistorische Vergangenheit betreffenden Kenntnisse, ohne deren je volksthümlichere Verallgemeinerung die gegenwärtigen Verhältnisse nicht immer mit dem richtigen Blicke geschaut, die zukünftigen Bedürfnisse nicht richtig wahrgenommen werden können.
Vor zwei Jahren gab ich ein kleines Buch heraus, das die Blutzeugen und sonstigen Opfer des Freiheitskampfes 1848/49 in biographischen Skizzen behandelt. Ein ziemlich umfangreiches Kapitel jenes Buches beschäftigt sich mit einer großen Zahl von Angeklagten, die durch das Preßburger Kriegsgericht im Jahre 1849 zu längeren oder kürzeren Kerkerstrafen verurtheilt wurden. Bei Bearbeitung dieses Kapitels, dessen "unblutige Märtyrer" nur als nebensächlicher Anhang in das Werkchen Aufnahme fanden, mußte ich mit Rücksicht auf die Raumverhältnisse der projektirten Druckschrift viel werthvolles Datenmaterial unbenützt beiseite legen. Der weitaus größte Theil jener damals nicht verwendeten Einzelheiten bezog sich auf unseren Franz Floridus Rómer, den nachmals zur Landesberühmtheit gelangten Alterthumsforscher, der als junger Benediktinermönch an der hiesigen kön. Akademie Naturlehre vortrug und nach seiner im Revolutionsjahre hier erfolgten Verhaftung wegen "Theilnahme am bewaffneten Aufstande" durch das hier etablirte k. k. Kriegsgericht zu achtjähriger Festungshaft verurtheilt wurde. Die ungarische Rómer-Literatur ist seit Ende der Neunzigerjahre ziemlich umfangreich, so daß ich die Hauptmomente seiner Lebensbeschreibung in sorgfältiger Ausarbeitung großtentheils fertig vorfand. Außerdem verschaffte ich mir aus dem hiesigen Stadtmuseum schon damals eine ziemlich stattliche Menge bisher nicht aufgearbeiteter Handschriften und sonstiger Reliquien, die sich alle auf Rómer beziehen, wozu noch die mündlichen Mittheilungen mehrerer hier lebender Verwandten und Bekannten des gelehrten Prälaten kamen, so daß ich schon zu jener Zeit außer dem gedruckten Quellenmaterial ziemlich viel neuen Stoff zur Schilderung seines Lebensganges beisammen hatte und mir die unbarmherzige Sichtung dieser biographischen Splitter nicht geringe Selbstverleugnung kostete.
Schon damals reifte in mir die Absicht, Rómers Lebensbeschreibung gelegentlich als selbstständiges Heft oder kleines Buch herauszugeben und bei Bearbeitung dieser Schrift den für die Preßburger Leser besonders interessanten Einzelheiten eines so reichhaltigen Lebenslaufes mehr Augenmerk zuzuwenden, als das in den bisher erschienenen Biographien unseres hervorragenden Landsmannes der Fall ist. Im Sommer dieses Jahres wurde ihm in unserer Stadt ein Denkmal errichtet. Die Ungarische Landesgesellschaft für Archäologie und Anthropologie hat schon im Millenniumsjahre (1896) zur Errichtung eines Rómer-Standbildes im Kreise ihrer Mitglieder eine Bewegung eingeleitet, der sich die Vertretung der Stadtgemeinde Pozsony in opferwilliger Weise mit Freuden anschloß. Bald daraus hatte der ungarische Bildhauer Alois Strobl das Modell einer für den Franziskanerpark bestimmten Büste des geistlichen Naturforschers angefertigt. Eine verkleinerte Kopie derselben schmückte bis vor kurzem das Arbeitszimmer unseres Bürgermeisters. Nach elfjähriger Verzögerung wurde die Ausführung des Denkmalprojektes endlich durch den Umstand beschleunigt, daß die Aerzte und Naturforscher Ungarns En de August dieses Jahres hier in Pozsony ihre Wanderversammlung abhalten, deren Zeitpunkt mit dem fünfzigjährigen Gründungsfeste des Vereines der hiesigen Aerzte und Naturforscher zusammenfällt. Dis dahin wird das eherne Standbild unseres Rómer, das Antlitz gegen fein angebliches Geburtshaus gewendet, schon fertig stehen und dafür Zangenschaft ablegen, daß Rómers Vaterstadt das Andenken ihres hervorragenden Sohnes pietätvoll zu wahren versteht. Wenn es mir durch die Veröffentlichung dieser deutschen Ausgabe seiner Lebensbeschreibung gelingt, das verdienstvolle Wirken Rómers auch außerhalb unserer Stadt einem größeren Leserkreise näherzubringen, erachte ich mich für die hierauf verwendete Mühe umso reicher belohnt.
Bei der Ausführung meines Vorhabens kam mir die freundliche Bereitwilligkeit des Redakteurs und Miteigentümers der "Preßburger Zeitung", Herrn Karl Angermayer jun., womit er nur die Spalten dieses geschätzten Blattes zur Veröffentlichung einer längeren Feuilletonserie überließ, recht wohl zu hatten. Diese Feuilletons enthalten ein möglichst getreues und erschöpfendes Bild des Lebens und Wirkens unseres F. Floridus Rómer, und haben mir, in diesen Sonderabdruck zusammengefaßt, mit geringem materiellen Risiko die Herausgabe dieser Arbeit auch in Buchform ermöglicht. Bei der Aufarbeitung des Materials leitete mich das Bestreben, durch die einheitliche Zusammenfassung der vielfach zerstreuten gedruckten Daten und durch einige selbstständige Originalforschungen meinen Lesern eine anregende und belehrende Lektüre zu bieten, die - ohne viel Phrasen und überflüssige Weitschweifigkeit - in literarischer Hinsicht einer wohlwollenden Kritik standzuhalten vermag. Wo es sich um streng wissenschaftliche Dinge, namentlich aber um die Schilderung und Würdigung der archäologischen, historiographischen und Naturforscherthätigkeit Rómer's handelt, will ich mich, soweit meine eigenen Kenntnisse hiezu nicht ausreichen, möglichst getreu an die einschlägigen Vorarbeiten anerkannter vaterländischer Fachschriftsteller (Fraknói, Hampel, Ortvay) halten, die das wissenschaftliche Wirken Rómer's schon lange vor nur zum Gegenstande ihrer Forschung gen gemacht haben.
Ein genaues Verzeichniß der von mir benützten Schriften, sowie die Liste meiner mündlichen Gewährsleute in am Ende dieser Arbeit enthalten. Ueberdies findet der Leser die Quellen zumeist auch im Texte selbst angeführt.
Pozsony, im Mai 1907
E. K.