Der feine Gesellschafter
INHALT, VORWORT
Inhalt
Erstes Kapitel. Das Wesen der Gesellschaft vom guten Ton, die geselligen Tugenden; die bestehenden Gebräuche und Nothwendigkeit mit diesen sich bekannt zu machen
Zweites Kapitel. Das Aeußere des Mannes von gutem Ton und die Eigenschaften, welche bey dem ersten Anblick für ihn einnehmen
Drittes Kapitel. Die Frauen. Vortheile, welcher ein junger Mann aus dem Umgange mit ihnen zieht, Rücksichten, die man ihnen schuldig ist
Viertes Kapitel. Besuche
Fünftes Kapitel. Gesellschaftliche Zirkel. Unterhaltung
Sechstes Kapitel. Das Spiel; hauptsächlich die kleinen Gesellschaftsspiele. Wohlanständigkeit, welche man dabey zu beobachten hat
Siebentes Kapitel. Gastmahle. Gegenseitige Obliegenheiten der Gäste und des Wirthes. Vorschriften, wie man eine Tafel gehörig anzuordnen hat, und wie der Wirth mit Anstand sich dabey benehmen muß
Achtes Kapitel. Bälle. Schauspiele. Oeffentliche Vergnügungsörter
Neuntes Kapitel. Gebräuche bey Hochzeiten und Kindstaufen
Zehntes Kapitel. Wohlanständigkeit, welche bei dem Briefschreiben beobachtet werden muß
Eilftes Kapitel. Leichenfeyerlichkeiten und Trauer
ANLEITUNG ZUM TRANCHIREN UND VORLEGEN
Gekochtes Rindfleisch
Rindfleisch nach der Mode
Kalbs-Nierenbraten
Kalbskopf
Lendenbraten
Schöpsenkeule und Schöpsenschaufel
Spanferkel
Lamm und Zickelchen
Gekochtes Huhn und eingesalzener Kapaun
Gebratene Truthenne
Junger Truthahn
Junges gemästetes Huhn und Kapaun
Huhn
Fasan
Gans
Ente
Wasserhuhn
Hase
Gebratenes Rebhuhn
Gebratene Taube
Schnepfe und Bekassine
Wachtel
Krammetsvogel
Ortolan und Feigendrossel
Forelle
Hecht
Butte oder Scholle
Barbe
Karpfen
NEUE GESELLSCHAFTSSPIELE
1. Die Elemente
2. Das Blättchen der Liebe
3. Das Vogelhaus
4. Der Advokat
5. Die drey Reiche
6. Die Verwandlung
7. Das verworrene Gewäsch
8. Der Secretär
9. Die Blumen
10. Die Complimente
11. Die Schranken
12. Das Kauderwälsch
13. Die fliegende Baumwolle
14. Der Schmauser
15. Der kranke Löwe
16. Das Wort
17. Madame Angot
18. Das wogende Meer
19. Das Liebhaber-Concert
20. Das Reimspiel
21. Rette sich wer kann
BÜSSUNGEN UND AUFGABEN
1. Diejenige Person, welche man am liebsten hat, zu umarmen, ohne daß man es gewahr wird
2. Das possirliche Hin- und Herlaufen
3. Seinen Schatten zu küssen
4. Der Blumenstrauß
5. Ein Compliment zu machen
6. Die Vergleichung
7. Das Testament
8. Die Gedanken
9. Die Vermählung
10. Sich jemandes Willen zu überlassen . -
11. Die Verbannung
12. Johann blas das Licht aus
13. Die drey Gebrechen
14. Die Marionetten
Vorwort
Zwar hat man über ein artiges Benehmen und anständiges Betragen schon viele Schriften; der größere Theil derselben jedoch hat hauptsächlich die Sittlichkeit zum Gegenstände, ohne sich besonders auch auf die Gebräuche einzulassen, welche die franzözische Feinheit in der Gesellschaft von gutem Ton eingeführt hat. Deshalb habe ich in dem vorliegenden Werke einen Versuch gemacht, allgemeine Vorschriften zu geben, nach welchen junge Leute, wenn sie in Gesellschaften auftreten wollen, sich richten können. Meine Hauptabsicht dabei geht dahin, zu zeigen, wie man sich in einer Gesellschaft benehmen müsse, je nachdem die verschiedenen obwaltenden Umstände und Verhältnisse es gerade erfordern; wobei ich freilich voraus setze, daß man so viele gesunde Urtheilskraft besitzt, um jedesmal das Schicklichste, so wie es eben der Wohlstand verlangt, auszuwählen. Auch glaube ich, weil ich bei meinen Lesern eine sorgfältige Erziehung voraussetze, hier nicht erst noch an solche Dinge erinnern zu müssen, welche schon zur Höflichkeit und Artigkeit der frühern Jugend gehören, und die von Aeltern und Lehrern den Kindern unablässig anempfohlen werden.
Meine Hauptabsicht ist nur den jungen Leuten einen Wegweiser zu geben, der sie in die Welt einführen soll; da sie oft etwas schüchtern, aus Mangel an den nöthigen Vorkenntnissen, nicht wagen, sich sehen zu lassen; und ich glaube hoffen zu dürfen, das diese Schrift ihnen wenigstens einige Hauptandeutungen geben wird, deren man nicht wohl entbehren kann, sobald mann sich in der Welt zeigen will.
Ich spreche nur von Andeutungen, weil es ausgemacht ist, daß ein Buch von dem Ton, der in einer guten Gesellschaft herrschen muß, keine vollkommene Kenntniß geben kann. Diese wird man sich nur dann zu eigen machen können, wenn man öfter in Gesellschaft geht, und dahin keinen selbstsüchtigen Charakter und keine Geringschtzung der Wohlständigkeit mit bringt.
Von jeher wurde die französische Artigkeit als Muster des guten Anstandes, der feinen Lebensart und der echten Höflichkeit angeführt. Wer sie in Ausübung zu bringen versucht, dem wird es auch jedesmal gelingen, jenen allgemeinen Beifall sich zu verschaffen, welcher vorzüglich dem guten Ton, dem Witze, den gefälligen Manieren und der äusern Anständigkeit im Betragen zu Theil wird. Die Tugend ist es freilich, welche vor allem Achtung gewinnen muß. Aber wenn die Tugend stets mit einer plumpen Aufrichtigkeit gepaaret wäre, die alles ohne Schonung und ohne Rücksicht sagte, so würde sie bald das Schrecken der Gesellschaft werden. Sie muß daher gefällig sich gestalten, um zu gefallen, und kann es auch ohne Bedenken thun.
Denn dürfte man wohl die wendung, welche man einer Sache zu geben sucht, um diese aus einem andern gefälligen Gesichtspunkte darzustellen, als etwas Gefährliches und Unrechtes ansehen, wenn man dadurch etwas Gutes bewirken oder einem Uebel vorbeugen kann? Gewiß nicht. Da dieses Verfahren weit entfernt von demjenigen ist, das von einer niedrigen und gefahrlichen Schmeichelei geleitet wird, zu welcher leider so manche Menschen ihre Zuflucht nehmen, um durch eine Art von gläncenden Schein in ihrem Ton die schlechtheit ihres Herzens zu verbergen. Wenn nun aber in diesen niedrigen Seelen die Artigkeit wenigstens Falschheit ist oder gar Heuchelei; was soll man da vollends von solchen Menschen halten, die schlecht und schamlos genug, nicht einmal ihre Fehler zu verhüllen suchen, sondern offen zur Schau tragen?
Bei einigem richtigen Gefühl und Urtheil kann man leicht die wahre Artigkeit von der scheinbaren unterscheiden. In natürlichen Menschen ist sie gefällig, ohne etwas Trockenes und Gezwungenes zu haben, sie entfaltet alle Reitze des Wohlwollens, und besitzt Einfachheit, Anmuth und richtigen Geschmack in der Ehrerbiethung, die sie gegen andere an der Tag legt, während diejenigen Menschen, die nicht von Natur Artigkeit besitzen, immer an manchen Stellen den Schleyer, mit welchem sie die Fehler ihrer Seele und ihres Charakters verbergen wollen, etwas gelüftet lassen. Ihre Künsteley entbehret immer der Anmuth, die nie bei dem Mangel der Natürlichkeit vorhanden seyn kann.
Der Verfasser
Forrás: Az 1825-ös kiadás előszava
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