Arany János
Gedichte
INHALT, VORWORT
Inhalt
Vorwort
Der gefangene Storch
Die Romanze von der Biene
Zu Hause
Linderung
Meinem Sohne
An Czakó's Grab (1848)
St. Ladislaus' Kraut (Volkssage)
Das Kind und der Regenbogen (Allegorie)
Die Nähterinnen
Rührender Abschied
Was der Kukuk...
Mein Schreibzimmer
Katalin (Poetische Erzählung)
Vorwort
Das Vorliegende ist das Resultat einer mir seit einiger Zeit sehr liebgewordenen Beschäftigung in den Ferien. Eigentlich hatte ich schon Petőfi's kleinere Gedichte zu übertragen begonnen; da sie aber schon vielfach übersetzt sind und ich als Anfänger es nicht wagen durfte, mit anerkannten Größen zu wetteifern, so ließ ich von dieser Arbeit ab und versuchte es mit immer steigender Lust, die Werke eines andern Koryphäen der ungarischen Dichter zu übertragen. Ich hatte ursprünglich im Plan, den größten Theil seiner Gedichte zu übersetzen und dann erst das Ganze in einem oder zwei Bändchen erscheinen zu lassen. Da aber jetzt die Verhältnisse es eine Zeitlang mir schwerlich erlauben dürften, die begonnene Arbeit fortzusetzen und ich zugleich als Mitglied unsers Kronstädter sächsischen Schützenvereins mit ein Scherstein dazu beitragen möchte, auf daß dieser Verein bald habe, wo er sein Haupt hinlege, nemlich einen Schießstand, - sonst ist er verdammt, auch fürder lucus a non lucendo zu heißen, - so überwand ich aste Bedenken und entschloß mich, das vorliegende Heft ans Tageslicht zu fördern. Anfangs dachte ich mit meinem Dichter, - und das war ein großes Bedenken - obs nicht vielleicht besser wäre: "das Papier schon zu verbrennen, eh' die Feder es berührt, oder erst damit zu heizen, wenn voll Verse ichs geschmiert." Denn, mein Gott, dies Heft enthält Verse und die liest man nicht gar gerne; und das war ein zweites großes Bedenken, welches auch mein eröfterter Dichter zu theilen scheint, wenn er meint: "In der Zeit der Kriegsgefahr gab man nichts auf solche Waar'; jetzt, wo Frieden ist im Reich, geht das Geld in anders Zeug." Trotz alle dem sei es gewagt, ja trotz dem, daß ich jetzt erst merke, daß ich schon im Vorwort Meister Gottsched'en nacharte, indem ich nur mich selbst, - verstehe: meine schwache Uebersetzung - zitire. Es sei also dies anspruchlose Heft dem freundlichen Leser empfohlen, ich würde sagen: schon um des guten Zweckes willen; aber da könnte ein scharfer Kritiker meinen, ich wolle das Mittel durch den Zweck heiligen lassen. Möge es sich selbst empfehlen, wenn es kann; wo nicht, nun so möge es den Weg alles Papieres wandeln.
Der Uebersetzer