László Gábor
Die Torfmoore und ihr Vorkommen in Ungarn
INHALT, EINLEITUNG
Inhalt
ÜBER DIE MOORE IM ALLGEMEINEN
Begriff des Moores. Bedingungen der Moorbildung
Die Torfmoore
Bildung und Entwicklungsgang des Wiesenmoores
Bildung und Entwicklungsgang des Hochmoores
Gemengte Moore
Die Wachstums- und Temperatur-Verhältnisse der Torfmoore
Der Pflanzenwuchs der Torfmoore
Die Tierwelt und menschlichen Überreste der Torfmoore
Zusammensetzung, Alter und geographische Verbreitung der Torfmoore
Die Vertorfung. Die chemischen und physikalischen Eigentümlichkeiten der Torfe im allgemeinen
Die in den Torfen vorkommenden mineralischen Ausscheidungen
Die hauptsächlicheren chemischen und physikalischen Eigenschaften der ungarischen Torfe
DIE TORFMOORE UNGARNS
Komitat Abauj-Torna
Komitat Alsó-Fehér
Komitat Arad
Komitat Árva
Komitat Bács-Bodrog
Komitat Baranya
Komitat Bars
Komitat Békés
Komitat Bereg
Komitat Besztercze-Naszód
Komitat Bihar
Komitat Borsod
Komitat Brassó
Komitat Csanád
Komitat Csik
Komitat Csongrád
Komitat Esztergom
Komitat Fejér
Komitat Fogaras
Komitat Gömör
Komitat Győr
Komitat Hajdú
Komitat Háromszék
Komitat Heves
Komitat Hont
Komitat Hunyad
Komitat Jász-Nagykun-Szolnok
Komitat Kisküküllő
Komitat Kolozs
Komitat Komárom
Komitat Krassó-Szörény
Komitat Liptó
Komitat Máramaros
Komitat Maros-Torda
Komitat Moson
Komitat Nagyküküllő
Komitat Nógrád
Komitat Nyitra
Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun
Komitat Pozsony
Komitat Sáros
Komitat Somogy
Komitat Sopron
Komitat Szabolcs
Komitat Szatmár
Komitat Szeben
Komitat Szepes
Komitat Szilágy
Komitat Szolnok-Doboka
Komitat Temes
Komitat Tolna
Komitat Torda-Aranyos
Komitat Torontál
Komitat Trencsén
Komitat Turóc
Komitat Udvarhely
Komitat Ugocsa
Komitat Ung
Komitat Vas
Komitat Veszprém
Komitat Zala
Komitat Zemplén
Komitat Zólyom
Einleitung
...
Es sammeln sich so immer mehr und immer gründlichere Kenntnisse der heimischen Moore an und demzufolge betrachten wir dieselben nicht mehr als geheimnisvolle Erscheinungen, die den Schaden der Menschheit verursachen, sondern als natürliche Vorkommnisse, mit deren Verwertung sieh zu befassen ebenso begründet ist, wie beispielsweise mit dem Binden des Sandes, der Bewaldung oder der Wasserregulierung. Da die Durchführung dieser letzteren Arbeit übrigens ohnehin die erste und Hauptbedingung jeder wie immer gearteten Moorverwertung ist, gereichte die Kenntnis der Torfmoore auch bei den im ganzen Lande durchgeführten Wasserregulierungs-Arbeiten zu großem Nutzen. Parallel hiemit sehen wir, daß die Torfforschung immer mehr die geologische Richtung einschlägt. Bis dieses nicht erfolgte, befassten sich mit der Moorfrage fast ausschließlich die Botaniker, die geologischen Forschungen aber vernachlässigten fast demonstrativ das Studium der Moore. Mit Ausnahme der oben erwähnten Arbeit G. Primics's ging in Ungarn bis zum Jahre 1902 keine einzige auf geologischer Grundlage durchgeführte selbständige Mooruntersuchung vor sich, denn nicht als solche zu bezeichnen sind jene wertvollen, vom Gesichtspunkt der Moorkenntnis aber mangelhaften Daten, die sich in den geologischen Beschreibungen hie und da nebenbei zwar finden, die aber die Erwähnung des Zustandes, der Struktur, Beschaffenheit und Maße des Moores oder des Torfes unterlassen. Eine seltene Ausnahme bilden in dieser Hinsicht die erwähnten Arbeiten J. Szabó's und A. Koch's, ferner jener Aufnahmsbericht H. Horusitzky's [Jahresbericht d. kgl. ungar, geolog. R.-Anst. f. 1905. 1906], in welchem er die Struktur und Fauna des auf seinem Arbeitsgebiet gelegenen Torfmoores von Pusztafödémes (Kom. Pozsony) eingehender beschreibt.
Ein neues Kapitel in der Geschichte der heimischen Moorforschung ist jene Aufnahmsarbeit, welche i. J. 1902 die Geologen W. Güll. A. Liffa und E. Timkó über Betrauung der kgl. ungar, geolog. R.-Anst. im Ecseder Moor durchführten. Die unter dem Titel "Die agrogeologischen Verhältnisse des Ecseder Moores" (Mitt. a. d. Jahrb. d. kgl. ungar. geolog. R.-Anst. Bd. X. 1906) erschienene Studie hatte den Zweck - wie das auch aus der Einleitung hervorgeht - das infolge der Abzapfungsarbeiten trocken gelegte Moorgebiet in seinen damaligen und zukünftigen Bodenverhältnissen klar zu legen, wobei natürlich sämtliche geologische Beziehungen des vorgesteckten Zieles in den Vordergrund treten. Der Erfolg dieser Studie und die immer häufiger einlangenden Fachfragen bewogen die Direktion der kgl. ungar, geolog. R.-Anst., unsere heimischen Moore einem eingehenderen Studium zu unterziehen. Die Aufgabe war, die Moore Ungarns vorn Gesichtspunkte der praktischen Torf Verwertung zu untersuchen, was naturgemäß zweierlei Arbeiten erforderte, u. zw. die äußere Aufnahms- und die innere Laboratoriums-Arbeit. Mit Durchführung der ersteren wurde der Unterzeichnete, mit der letzteren Dr. K oloman E mszt. kg], ungar. Chemiker. betraut, welche Arbeitsteilung es ermöglichte, daß in 6 Jahren von 1905 bis 1910 Ungarns sämtliche bekannte oder vermutete Torfmoore nicht nur begangen und aufgenommen, sondern auch ihr Material zum Gegenstand einer eingehenden Untersuchnug gemacht werden konnte. Im Laufe der Aufnahmsarbeit wurden die Torfmoore auf den militärischen Kartenblättern im Maßstabe von 1 : 75.000 mit jenen mehr als 2600 Beobachtungspunkten zusammen eingezeichnet, wo man sich meist nur mit Hilfe von Bohrungen von der Tiefe und Beschaffenheit der Torflager überzeugen konnte. Im Zusammenhang hiemit wurde behufs Untersuchung oder für die vergleichende Sammlung von jedem praktisch bedeutenderen Torflager mindestens ein (meist aber mehrere) Proben genommen. Außer den moorgeologischen Beobachtungen erfolgten auch die botanischen Untersuchungen im großen an Ort und Stelle, ferner wurden, wo es möglich war, auch die Modalitäten der Torfverwertung in Betracht gezogen. Das größte Hindernis stellte sich dem Erkennen des Moorgrundes entgegen, dann die Ausbeutung unserer heimischen Torfmoore lässt sich nur als im ersten Anfangsstadium befindlich bezeichnen, der Torfbohrer aber dringt kaum oder überhaupt nicht in das mineralische Sediment ein.
Die Reihe der Untersuchungen K. Emszt's steht auf dem Gebiete der Moorforschung fast einzig da. denn 172 gleichmäßige und vollständige chemische, wie physikalische Torfuntersuchungen geben eine solche Arbeit ab, mit welcher sich bisher keine einzige systematische Moorforschung brüsten kann, diese Arbeit vertritt also jenen Gewichtspunkt, den die vorliegende Arbeit durch diese Untersuchungen gewann. Über dieses unser Zusammenwirken legten wir Jahr für Jahr Rechenschaft ab [Jahresbericht der kgl. Ungar. geolog. R.-Anst. von 1905-1910], außerdem teilte E mszt unter dem Titel "Magyarország nagyobb tőzegtelepei" (Ungarns größere Torflager) [M. mérn. és építészegyl. közl. XLV. Bd. 1911] eine zusammenfassende Studie mit, nachdem er unter dem Titel "A tőzegek fűtőképességéről" (Über den Heizwert der Torfe) [Földt. Közlöny Bd. XXXVIII. 1908] schon vorgängig einen Vortrag gehalten hatte. Ausgesprochen auf Grund dieser neuesten Daten kam E. Vajda's "Magyarország tőzeglápjainak hasznosítása" Verwertung der Torfmoore Ungarns) betitelte und preisgekrönte vorzügliche Studie (1912) zustande, in welcher er die industrielle Verwertung der heimischen Torfe mit großer Fachkenntnis und klarer Begründung bespricht. Eine schönere Würdigung unserer Forschungen, als diese Arbeit, können wir nie erwarten.
Die vorliegenden Zeilen befassen sich mit dem Torf im allgemeinen und dem Vorkommen desselben in Ungarn) und wurden auf Anordnung des königl. ungar. Ackerbau-Ministeriums, als der Oberbebörde der kgl. ungar. geolog. R.-Anst. mit der Bedingung angefertigt, daß sie möglichst vorwiegend den Zielen der praktischen Moor- und Torfverwertung dienen mögen. Aus diesem Grunde waren die theoretischen Kapitel der Moor- und Torfkenntnis kurz zu fassen und überhaupt die gesamten Erörterungen mit dem Voraugenhalten der allgemeinen Verständlichkeit zu beschränken. Inwieweit es mir gelang diese Beschränkung einzuhalten, dies wird die Erfahrung sagen können.
Budapest, im Monat Oktober 1914
Der Verfasser