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Luise Mühlbach

Franz Rákóczy

INHALT, EINLEITUNG


Inhalt


I. BAND
Einleitung
I. Das Geschlecht der Rákóczy
II. Georg Rákóczy und sophie Báthóry
III. Helena Zrinyi
IV. Die Vermählung
V. Die Verschwörung
VI. Ein politisches Märtyrerthum
VII. Die Tage der Witwenschaft
VIII. Graf Emmerich Tököly
IX. Sophie Bátóry's Tod
X. Der Stiefvater
XI. Die Reise nach der Türkei
XII. Der Fall von Munkacz

II. BAND
I. Der Kardinal Kolonics
II. Der standhafte Prinz
III. Juliana im Kloster
IV. Die Entführung
V. Die schlacht bei Zernyest
VI. Ich heise Brutus
VII. Prinzessin Charlotte Amalie von Hessen
VIII. Der Verräther
IX. Die Flucht
X. Alea jacta est
XI. Das Manifest Rákóczy's
XII. König, Fürst und Führer der Konföderirten
XIII. Die Rákóczy-Nota
XIV. Die drei Boten
XV. Die Entsagung
XVI. Das Testament



Einleitung

Franz Rákóczy, das ist der Name, bei dem das Herz jedes Ungarn höher schlägt, bei dem sein Antlitz aufleuchtet in freudigem Stolz, während doch sein Auge sich mit Thränen füllt. Denn Franz Rákóczy ist seiner Nation nicht bloß der Held, sondern auch der Märtyrer gewesen, er hat für Ungarn nicht nur gekämpft, gesiegt und geblutet, sondern er hat auch um dasselbe gelitten, geweint und Demüthigung und Schmach erduldet!

Die Geschichte hat eben so gut ihre Märtyrer als die Religion, und diese Märtyrer gehören alsdann nicht mehr einer bestimmten Nation an, sondern sie werden durch ihre Hingabe an eine edle und große Sache, durch ihr Dulden und Leiden, durch ihr sieghaftes Unterliegen das Gemeingut aller Nationen und aller Völker, sie erglänzen über ihnen Allen gleich den dunkeln Sternen, zu denen man in der Nacht der Kümmernisse und der Kämpfe emporschaut und sich aus ihrem leuchtenden Glanze Trost und Ermuthigung schöpft.

In diesem Sinne ist Franz Rákóczy nicht mehr ein Ungar, sondern wir schauen zu ihm empor wie zu einem edlen Sternbild, das uns Allen gleich nahe ist, das Allen gleichmäßig leuchtet, und an dessen Anblick wir uns um so mehr erfreuen und erquicken können, je dunkler und trüber die Zeiten sind, in denen wir leben.

Dunkel und trübe sind die Zeiten und die Verhältnisse und mit grauen Schleiern verhüllt sich uns Allen die Zukunft. In solchen Zeiten ist es schön und herzerquickend, sich umzuschauen nach großen Männern und Charakteren, sich zu erlaben an ihrer edlen Schönheit und Größe, an so erhabenen Beispielen sich Hoffnungen zu schöpfen für die Zukunft.

Nichts Herrlicheres und Größeres gibt es auf Erden, als einen großen Menschencharakter, nichts Wunderwürdigeres und Erhebenderes, als ihn immer sich selber getreu zu finden, zu sehen wie er, einem Fels im Meere gleich, nimmer wandelt und wankt, nimmer sich beirren und bestechen läßt, weder vom Glück noch vom Unglück, weder von der Gunst noch von der Ungunst der Verhältnisse, sondern mit dem nach Innen gewendeten Blicke nur lebt und wirkt der Einen Idee, die seines Lebens Stern und Nerv geworden.

Nicht ein Geschichtsbild von Ungarn ist es, was wir hier unsern Lesern entrollen, nicht eine Geschichte der Kämpfe, der siege und Niederlagen Ungarns beabsichtigen wir zu entwerfen, sondern nur das Lebensbild eines edlen und großen Mannes, eines Charakters wollen wir zeichnen, und - wir sagten es schon - die Märtyrer, sei's der Religion, sei's der Politik, sie gehören nach ihrem Leiden und sterben nicht mehr der Nation an, in welcher sie geboren wurden, sondern sie sind das Gemeingut aller Völker geworden.

Franz Rákóczy war der Held und der Märtyrer seiner Idee, - er war ein großer Mann, das haben nicht blos seine Freunde, sondern auch seine Feinde von jeher anerkannt, und es lohnt sich wohl der Mühe, sich diesen grosen Mann ein wenig näher zu betrachten, diesen großen Mann, dem von drei Nationen und zwei Kaisern Königskronen angeboten wurden und der sie ausschlug, weil, wie er selber so rührend und schön sagte, er nicht gekämpft habe um sich zu erhöhen, sondern um sein Volk und sein Vaterland glücklich zu machen.

Er schlug sie aus, alle die Kronen, welche die Fürsten und die Völker ihm darboten, dafür blieb ihm die unsterbliche Lorbeerkrone des Ruhmes, mit welcher für alle Zeiten seine Stirn umkränzt ist, obwohl er besiegt und überwunden ward, obwohl er starb in der Verbannung und Einsamkeit.


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