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Hála József

Franz Baron von Nopcsa

Anmerkungen zu seiner Familie und seine Beziehungen zu Albanien : eine Bibliographie

INHALT, VORWORT


Inhalt


Vorwort (JÓZSEF HÁLA)
Franz Baron Nopcsa und Anmerkungen zu seiner Familie
Beziehungen von Franz Baron Nopcsa zu Albanien
Die in der Bibliographie verwendeten Abkürzungen
Abbildungen



Vorwort

Im Frühling des Jahres 1933 waren in den Gazetten von Wien und Budapest an prominenter Stelle Sensationsmeldungen zu finden, daß Franz Baron Nopcsa, der ungarische Wissenschaftler von europäischem Ruf, in seiner Wohnung in Wien, Singerstraße 12, am 25. April seinen albanischen Sekretär erschossen und dann Selbstmord begangen hat. Seine sterblichen Überreste wurden am 28. April im Krematorium des Wiener Zentralfriedhofs eingeäschert, seine Asche wurde im dortigen Urnenhain zur ewigen Ruhe beigesetzt. Kálmán Lambrecht, der ebenso bekannte ungarische Wissenschaftler, Berufsgenosse und Freund Nopcsa's, schrieb damals die Worte: "... der letzte Träger des Namens Nopcsa fiel frühzeitig den Flammen zum Opfer: Sein Geist den seelischen Flammen, sein Körper den Flammen des Krematoriums."

Franz Baron Nopcsa wurde am 3. Mai 1877 in Déva im Komitat Hunyad als Mitglied einer hochadeligen, seit 1852 den Barontitel führenden Familie geboren, die in der Geschichte sowie im politischen und gesellschaftlichen Leben von Siebenbürgen seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle spielte. Seine Mittelschulstudien absolvierte er am Wiener Collegium Theresianum. Sein weiterer Lebensweg wurde von dem Umstand grundlegend beeinflußt, daß seine Schwester Ilona 1895 auf ihrem Familiengut in Szentpéterfalva merkwürdige Knochenreste gefunden hat. Diese Funde wurden von Franz Baron Nopcsa noch im gleichen Jahr nach Wien gebracht und Eduard Suess, dem weltberühmten Geologen an der Wiener Universität, gezeigt. Auf Anregung von Eduard Suess hat sich Nopcsa an die Untersuchung der Knochen gemacht, wie sich dann herausstellte, der ersten Dinosaurierreste Ungarns. Er hatte sich in diese Arbeit immer stärker vertieft: die Fachliteratur studierte er im Wiener Naturhistorischen Museum, an der Wiener Universität hörte er Vorlesungen von Professor Suess. Seinen ersten Vortrag hielt Nopcsa im 22. Lebensjahr, am 21. Juni 1899, in der Klassensitzung der Akademie der Wissenschaften in Wien, mit dem Titel "Dinosaurierreste aus Siebenbürgen". Dieser Vortrag erregte großes Aufsehen in den wissenschaftlichen Kreisen und wurde im selben Jahr im Anzeiger der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien veröffentlicht. 1903 legte er vor den Professoren Eduard Suess und Victor Karl Uhlig die Rigorosen mit Auszeichnung ab.

Franz Baron Nopcsa hat sich in Wien endgültig der Paläontologie und Geologie verschrieben. In den darauffolgenden drei Jahrzehnten hatte er für seine Vergleichsstudien die bedeutendsten naturwissenschaftlichen Museen Europas besucht, wo er vor allem die Urreptilienreste (in erster Linie die Dinosaurierarten) studierte. Er beschäftigte sich aber auch mit dem Ursprung des Vogelflugs, mit der Systematik und mit der Abstammungslehre; außerdem ist er zu einem der Begründer von zwei Disziplinen, und zwar der Paläophysiologie und der Paläopathologie geworden. Geologische und tektonische Forschungen führte er vor allem in Siebenbürgen und auf der Balkanhalbinsel durch.

Im Laufe seiner regelmäßigen Reisen hatte er den Balkan zum ersten Mal im August des Jahres 1899 besucht, Ende des Jahres 1903 ist er auch nach Albanien, und zwar nach Skutari, gelangt. Mit seiner Ende 1905 unternommenen Albanienreise begann er mit dem Studium von Land und Leuten Albaniens, das ihn bis zu seinem Lebensende nicht mehr los ließ. Viele Abenteuer erlebend und oftmals Lebensgefahr ausgesetzt kehrte er während mehr als eines Jahrzehnts immer wieder in dieses Land zurück, in den Kreis des inzwischen für ihn so lieb gewordenen Volkes, der "großen, bewaffneten Kinder Europas". Er hat ihre Sprache und auch die dortigen Dialekte erlernt (damals sprach er schon, neben Ungarisch, auch Englisch, Deutsch, Italienisch, Rumänisch und mehrere slawische Sprachen). Er studierte in einer vertieften Weise die Geographie und Geologie von Nordalbanien, ferner die Sprache, die Geschichte und die Ethnographie des albanischen Volkes. Er hat ihre Liebe und Verehrung in einem so hohen Grad gewonnen, daß im Jahr 1913 nur wenig fehlte und er wäre zum König von Albanien gewählt worden.

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