Untersuchungen über die Festigkeit der Hölzer aus den Ländern der Ungarischen Krone verfügt vom K. Ungarischen Finanzministerium
INHALT, VORWORT
Inhalt
Vorwort
I. Vortrag des Professors Jenny an das k. Finanzministerium ddo. Juni 1872 über die Ausführung der Untersuchungen
II. Gutachten des General-Domänen-Inspektors Wessely über obigen Vorschlag und nähere Anträge ddo. Juli 1872.
III. Instrukzion über die Lieferung der Versuchsstäbe, ausgearbeitet von Prof. Jenny im Vereine mit dem General-Domänen-Inspektor Wessely ddo. September 1872.
1. Die Versuchsstäbe A und Ar
2. Versuchsstab B
3. Der Versuchsstab C
4. Der Versuchsstab D
IV. Programm und Instrukzion des k. Finanzministeriums für die Lieferung der ersten Serie von Versuchsstäben, ddo. Oktober 1872.
V. Bericht des k. k. Prof. Jenny über die Resultate der ersten Versuchsreihe, ddo. März 1870.
Vorwort
Als mir Anfangs 1872 von der k. ungarischen Regierung die 1873er forstliche Weltausstellung des Staates, der Fonde und später auch des übrigen Landes anvertraut wurde, erwuchs mir die Pflicht, das Möglichste beizutragen, damit diese Schaustellung sich auf's Fruchtbringendste gestalte.
Unter Anderem schien mir die sofortige Untersuchung der volkswirtschaftlich bedeutsamsten ungarischen Holzarten auf ihre hauptsächlichsten Festigkeiten in erster Linie zu stehen.
Der Gedanke solcher Bestimmungen ist kein neuer; die Ungunst der Verhältnisse stellte sich jedoch bisher immer seiner Ausführung entgegen. Als wir z. B. anlässlich der Pariser Weltausstellung von 1867 die analogen Untersuchungen Fowke's näher kennen lernten, glaubte ich einige Abhilfe schaffen zu können, wenn das britische Kensingtonmuseum sich herbeiliesse, auch die österr.-ungarischen Hölzer in den Bereich seiner werthvollen Experimente zu ziehen. Es gelang, das Museum zu bestimmen, der k. k. österreichischen Regierung entsprechende Zusagen und sehr annehmbare Bedingungen zu machen. Diese war auch bereit, auf die Sache einzugehen und wollte mir die bezüglichen diesseitigen Einleitungen und die Geschäftsführung anvertrauen. Da mir jedoch gerade damals die Leitung der zur Hochschule umzustaltenden Forstlehranstalt Mariabrunn übergeben worden war, konnte ich der Angelegenheit umsoweniger Zeit widmen, als ich auch von vielen anderen Seiten für Forst- und Domainenfragen in Anspruch genommen wurde. Indem man ferner derlei Untersuchungen in einer unseren einheimischen Bedürfnissen weit zusagen deren Weise von der forstlichen Versuchsanstalt erwartete, deren Errichtung von der k. k. Regierung bereits 1868 beschlossen worden war, ist der besprochene Gedanke österreichischerseits nicht weiterverfolgt worden.
Meine Weltausstellungs-Mission gab mir Anfangs 1872 die Gelegenheit, dem k. ungar. Finanzministerium vorzuschlagen, in diesem wichtigen Gegenstände die Initiative zu ergreifen. Se. Excellenz der Herr Finanzminister v. Kerkápoly erfassten den Gegenstand mit grössten Interesse und beauftragten mich, sofort die ausführende Persönlichkeit, das entsprechende Programm und die nöthigen Vereinbarungen vorzuschlagen.
So wurde der k. k. Bergrath und Professor des Wiener Polytechnikums Herr Karl Jenny für die Vollführung der Experimente in einer das Bisherige weit übertreffenden Vollständigkeit gewonnen, und auch im Uebrigen vom k. Finanzministerium so schnell zur That geschritten, dass bereits die erste Serie der beabsichtigten Untersuchungen vollendet vorliegt.
Damit ferner das Unternehmen seinen vollen Nuzen schaffe, hat das k. Finanzministerium beschlossen, die Untersuchungsergebnisse sobald wie möglich und in weitestem Kreise zu veröffentlichen, was zu periodischen Heften führt, von denen das gegenwärtige, als das erste, alle Dokumente über die Einleitung der Arbeiten, dann die Resultate der ersten Versuchsreihe enthält.
Mai, 1873, Joseph Wessely,
k. ungar. Weltausstellungs-Kommissar für die Forste des Staates, der Fonde und des Landes.