Zeichen setzen I.
INHALT, VORWORT
Inhalt
Vorwort
BEITRÄGE
Gellért Czétényi: Mischkan und Delphinhaut - in der israelischen Wüste?
Adrienn Kaiser: Dramenmotive und Filmdesign. Eine vergleichende Analyse von zwei Verfilmungen von Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame
Áron Kató: Anglizismen-Debatte in der deutschsprachigen Presse. Eine diskurslinguistische Analyse
Orsolya Kárpáti: Literarische Doppelidentität? Zur Identitätsfrage
in den deutsch- und ungarischsprachigen Werken von Robert Becker
Márta Kukri: Zur Legitimation der Macht im Nibelungenlied und in König Budas Tod von János Arany. Eine vergleichende Analyse
Dóra Melich: Hugo von Hofmannsthal-Richard Strauss: Elektra. Eine vergleichende Analyse
Eszter Mónok: Ijoma Alexander Mangold: Das deutsche Krokodil. Ein literarischer Text und seine Anwendungsmöglichkeiten im Handlungsorientierten Deutschunterricht
Franciska van Waarden: Bilingualismus und das mentale Lexikon
ANHANG
Tagungsprogramm vom 6.-7. Juni 2018
Autorinnen und Autoren des Bandes
Vorwort
Statt eines klassischen Vorwortes sei mir anlässlich des Erscheinens des vorliegenden Tagungsbandes engagierter Nachwuchswissenschaftler und -lehrkräfte im Bereich Germanistik folgende - stellenweise wohl etwas persönlich geratene - Notiz erlaubt.
Die am 6. Juni 2018 von Frau Kulturattachée Barbara Pfeiffer vom Österreichischen Kulturforum Budapest und Herrn Collegiumsdirektor László Horváth eröffnete zweitägige Veranstaltung des Germanistischen Seminars am Eötvös-Collegium mag in mehrfacher Hinsicht als ein wichtiger und gewichtiger Meilenstein in der Geschichte unserer seit nunmehr bald dreißig Jahren bestehenden Werkstatt mit gegenwärtig insgesamt achtzehn aktiven Mitgliedern gelten. Vor dreizehn Jahren wurde mir die Ehre zuteil, diese kleine Gemeinschaft interessierter Eötvös-Collegiatinnen und -Collegiaten vom Fach Germanistik in ihrer täglichen Arbeit zu betreuen und in ihren Bemühungen um neue Impulse, Kenntnisse und Erfahrungen nach Kräften zu unterstützen. Im Rückblick auf diese dreizehn Jahre ist festzustellen, dass gegenseitige Offenheit, Zuwendung und Verantwortung, persönliche Toleranz und fachliche Zuversicht eine kollegiale Atmosphäre in dieser Werkstatt geschaffen haben, die die Zusammenarbeit mit im Grunde gleichgesinnten, zugleich aber äußerst bunten und sich ständig formenden Studentenpersönlichkeiten mit ihren zum Teil extrem vielfältigen Interessen - zumindest für mich - immer wieder zum einmaligen Erlebnis macht.
Von dieser Interessenvielfalt der Mitgliedschaft der Werkstatt sollte auch die zum 102. Geburtstag von Professor Fritz Paepcke (dem Mitbegründer des 1989 ins Leben gerufenen "Deutschen Seminars" am Collegium) abgehaltene Veranstaltung eine Kostprobe geben. Im Rahmen der zweitägigen Konferenz haben wir uns insgesamt 16 Referate anhören können, d.h. Vorträge von beinahe allen Studierenden nicht nur der höheren germanistischen Jahrgänge von Seminarmitgliedern - mit einer breiten Palette von Themen, die schwerpunktmäßig in nicht weniger als fünf Sektionen mit jeweils zwei bis fünf Vorträgen eingeteilt wurden.
Dieses bereits quantitativ respektable Aufgebot an übrigens auch qualitativ hochwertigen und spannenden Kurzvorträgen war umso erfreulicher, als die Initiative zu dieser Tagung von studentischer Seite kam, wobei alle Anmeldungen weitgehend freiwillig erfolgten und die Kollegen sich (zum Teil im Rahmen eines selbstständig koordinierten forschungsmethodologischen Seminars) einander gegenseitig betreuend für dieses Ereignis vorbereitet haben - wie überhaupt der Löwenanteil an organisatorischen Aufgaben von jeweils zuständigen Kolleginnen übernommen und bewältigt wurde.
Im Sinne unserer weitläufigen Pläne verstand sich die Tagung als die Gründungsveranstaltung einer Studententagungsreihe, der wir im weitgehend demokratischen Kreis einer Glühweinrunde im Dezember 2017 den hoffentlich selbstredenden Titel zeichen setzen gegeben haben. Diese Reihe könnte, ja sollte in Zukunft auch "nach außen" öffnen und Studierenden der germanistischen Studiengänge der ELTE, nach Möglichkeit aber auch Studenten von Partneruniversitäten als ein zweijährlich stattfindendes, angemessenes und zugleich familiäres Forum für den Austausch der Forschungsergebnisse und erfahrungen werdender Germanisten bieten.
Mit dem am Nachmittag des ersten Tagungstages präsentierten Sammelband mit Beiträgen der internationalen Paepcke-Gedenkkonferenz 2016 und Zeitdokumenten aus dem Paepcke-Archiv des EC wurde zugleich eine Publikationsreihe gestartet, die ich persönlich - diesmal etwas undemokratisch, aber keineswegs willkürlich, sondern ganz im Sinne von Professor Paepcke - auf den Namen FREIRÄUME getauft habe. Die schriftliche Fassung der ausgereiftesten Beiträge der Tagung von 2018 (darunter einige BA-Abschlussarbeiten und sonstige anspruchsvolle, auf eigener Forschung fußende Studien) werden hiermit im zweiten Band der Reihe dem interessierten Leser vorgelegt. Wir sind guten Mutes, durch die nachfolgenden Veranstaltungen und Tagungsbände vor allem für die nachkommenden Generationen angehender Germanisten und Deutschlehrer regelmäßig neue, aktuelle und nicht zuletzt bleibende Zeichen setzen zu können.
Ich habe vor drei Jahren in meinem Vortrag zur Paepcke-Gedenktagung die Bilanz der (damals) letzten zehn Jahre germanistischer Unterrichts- und Forschungspraxis am Eötvös-Collegium gezogen, dabei unsere Vergangenheit und Gegenwart geschildert, die wichtigsten Bereiche unserer Aktivitäten vorgestellt und auch einige vielversprechende Zahlen und Fakten genannt, die den Sinn und Nutzen einer Studien- und Arbeitsgemeinschaft von einer Handvoll begeisterter Kollegen belegen sollten. Einen der deutlichsten und überzeugendsten Beweise für den Sinn solcher Gemeinschaften sehe ich jedoch in der erfolgreichen Tagung vom Vorjahr, bei der anwesend sein zu können mich von Herzen freute.
Ich darf mich hier deshalb zunächst im Namen aller Beteiligten der Veranstaltung resp. Verfasserinnen und Verfasser dieses Bandes bei ÖKF-Direktorin Regina Rusz und Frau Kulturattachée Barbara Pfeiffer für die nachhaltige, für uns in jeder Hinsicht äußerst wertvolle Unterstützung des Collegiums durch das Österreichische Kulturforum Budapest sowie für Frau Pfeiffers Grußadresse zur Eröffnung der Tagung ganz ausdrücklich bedanken. Nach wie vor besten Dank schulden wir Herrn Collegiumsdirektor László Horváth für sein solides und unerschöpfliches Vertrauen und für seine Mühen um die Förderung dieser Werkstatt durch dick und dünn. Ich bedanke mich bei Frau Anita Czeglédy, die unserer Einladung zu einem Plenarvortrag sofort und mit Freude zugesagt hat, bei den Dozentinnen und Dozenten des Germanistischen Instituts der ELTE Roberta Rada, Ilona Feld- Knapp, Maria Erb, Edit Király und Péter Varga, die sich ebenfalls gerne bereit erklärt haben, den Vorsitz der einzelnen Sektionen zu übernehmen, sowie dem früheren Leiter des Germanistischen Seminars Géza Horváth, dessen unschätzbare Hilfe und Mitwirkung bei der Paepcke-Gedenktagung und am ersten FREIRÄUME-Band zugleich einen - wenn auch mittelbaren - Anlass auch zur perspektivischen Fortsetzung gegeben hat. Unser ganz herzlicher Dank gilt schließlich Frau Verena Hahn aus Österreich, die uns im Rahmen eines Kurses zum Wissenschaftlichen Schreiben im Sommersemester 2019 behilflich war, die Beiträge des Bandes auf ein angemessenes und anspruchsvolles sprachliches Niveau zu bringen.
Zu guter Letzt fühle ich mich persönlich allen meinen Studenten und Kollegen am Collegium, die diese kleine, aber um so familiärere Werkstatt auch für mich und meinen Berufsalltag gleichsam zu einem zweiten Zuhause gemacht haben, zu ganz aufrichtigem Dank verpflichtet.
Ménesi út, den 6. Juni 2019
Balázs Sára
Seminarleiter