Ungarnbilder im 17. Jahrhundert
Studien und Editionen der Texte ...
INHALT, VORWORTInhalt
Vorwort des Herausgebers
András F. Balogh: Die Vngrische Schlacht des Jacob Vogel. Selbstbilder, Fremdzuschreibungen, Konflikte sowie Mehr- und Minderheiten
Textedition: Jacob Vogel: Vngerische Schlacht
Barbara Kinga Hajdú: "In der Frembde siehet man Gutes und Böses Tugend und Laster" - Die Stadt Ofen aus der Sichtweise des Reiseführer-Autoren Martin Zeiller und des Reisepredigers Salomon Schweigger
Textedition: Auszüge aus Martin Zeilers Neue Beschreibung des Königreichs Vngarn
Auszüge aus Salomon Schweiggers Gezweyte neue nutzliche und anmuthige Reiß-Beschreibung
Orsolya Lénárt: Thesaurus Exoticorum des Berufsschriftstellers E. W. Happel
Textedition: Auszüge aus dem Thesaurus Exoticorum des E. W. Happel
Kurtzbündige Beschreibung des Königreichs Ungarn
Städtebeschreibungen von Happel
Bilderanhang
Vorwort
Der vorliegende Band vereint Texte von vier Autoren des 17. Jahrhunderts mit dem Ziel, ein Schlaglicht auf die Ungarnbilder einer von Kriegen heimgesuchten Epoche zu werfen. Die kurzen einführenden Studien öffnen eine Perspektive auf die Texte, die einander ergänzen und mit ihrer Komplementarität wirken. Das längste Opus ist die Vngrische Schlacht (1626) von Jacob Vogel: Das von der Forschung bisher wenig beachtete Epos bildet einen Meilenstein in der Entwicklung der deutschen Ungarnbilder, denn es vereint die Stereotype des Mittelalters, in gewisser Weise schließt diese ab, indem es diese Bilder auf allegorischer Weise auf die neuen Feinde Deutschlands projiziert. Dieser Text wurde hier vollständig im ganzen Wortlaut abgedruckt. Die Fußnoten erklären die veralteten/komplizierten Ausdrücke und Zusammenhänge.
Die Kapitel aus Martin Zeillers Werk Neue Beschreibung des Königreichs Ungarn (1664) und Salomon Schweiggers Gezweyte neue nutzliche und anmuthige Reiß-Beschreibung (1664), bzw. die zwei unterschiedlichen Kapitel aus Eberhard Werner Happels Thesaurus Exoticorum (1688) bauen ein Gegen- und Kontrollbild zum Epos auf. Diese halbfiktionalen Texte zeigen den Horizont der damaligen Leser. Diese Kapitel sind der Forschung bekannt, allerdings erscheinen hier in einem besonderen Kontext, indem sie die Mechanismen der Wahrnehmung einer Kriegsgegend bezeugen.
Die Textedition entstand im Forschungsseminar des Eötvös-Collegiums in Budapest. Transkriptionen und Korrekturen sind von den Studenten Zsuzsanna Vogel, Edina Gömbi, Barbara Szilágyi, Csaba Marsai und Zsófia Bella gemacht worden, mit Korrekturlesen beteiligten sich die Praktikanten Stephanie Lotzow und Falko von Scheliha. Die Doktoranden Orsolya Lénárt und Kinga Barbara Hajdú beteiligten sich mit der editorischen Aufbereitung der Texte. Bei der Edition sind Materialien aus der Forschungsbibliothek Gotha, aus der Herzog- August-Bibliothek Wolfenbüttel, aus der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt und aus dem Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek München verwendet worden: Diesen Bibliotheken gilt unser Dank für die unkomplizierte Bereitstellung der Texte.
András F. Balogh