Beruf und Berufung
INHALT, VORWORT
Inhalt
Ilona Feld-Knapp: Deutsch als Fremdsprache: Von der Sprachlehre zur wissenschaftlichen Disziplin
Hans-Jürgen Krumm: Veränderungen im Bereich des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen und deren Konsequenzen für die Ausbildung von Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrern: Überlegungen aus europäischer Perspektive
Krisztina Károly: Discourse analysis and language teaching: the benefits of the theories and methods of discourse analysis in the language classroom
Katalin Boócz-Barna: Wirksamkeit der Interaktionen im Unterricht von Deutsch als Fremdsprache. Welches Lehrerwissen erfordern unterrichtliche Interaktionen?
Dóra Faix: La autoficción como teoría y su uso práctico en la enseñanza universitaria de la literatura
Brigitta Vargyas: L' enseignement du français en Hongrie
Réka Sámson: Neue Medien im Fremdsprachenunterricht. Reflexionen über ein Fortbildungsseminar für DaF-Lehrende
Beatrix Bukus: Vernetzte Welt versus Container-Lehrerausbildung. Autoethnografie einer ungarischen Sprachlehrerin über ihre Lehrtätigkeit in Izmir
Anna Deme: Landeskundevermittlung mittels interaktiver Tafel. Neue Perspektiven im schulischen DaF-Unterricht
Rudolf Iványi: Zur Rolle des Sprachbewusstseins im Fremdsprachenunterricht. Überlegungen zur Förderung des Lehrerwissens für den DaF-Unterricht
Enikő Jakus: Neue Herausforderungen und innovative Wege für das Fremdsprachenlehren und -lernen. Alternative Methoden außerhalb des schulischen Unterrichts
Antal Kovácsik: Die Ausbildung von Deutschlehrerinnen und -lehrern im Eötvös-Collegium
Andrea Taczman - Helga Havasi - Emese Kolozsvári - Gabriella Perge - Eszter Kránicz: Warum Lehrer werden? Fünf Reflexionen
TAGUNGSBERICHT
Gabriella Perge: Paternalismus in der (sprachbezogenen) Erwachsenenbildung. Erkundungen eines migrationsgesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisses
REZENSION
Elisabeth Raab-Steiner und Michael Benesch: Der Fragebogen. Von der Forschungsidee zur SPSS/PASW-Auswertung
AutorInnen des Bandes
Vorwort
Cathedra Magistrorum bedeutet 'Lehrerakademie'. Unter diesem Titel wurde zur Zentenariumsfeier Lustrum 2010 eine neue Initiative im Eötvös-József- Collegium (EC) der Eötvös-Loránd-Universität Budapest gestartet. Sie will angehende Lehrer in ihrer Entscheidung, Lehrer werden zu wollen und ihr eigenes Berufsprofil zu finden, unterstützen. Ihr Ziel ist es, einen Beitrag zum beruflichen Selbstverständnis angehender FremdsprachenlehrerInnen zu leisten, ihnen Wege zur Professionalisierung aufzuzeigen und bei der Herausbildung ihres individuellen Lehrer-Wissens und Lehrer-Denkens zu helfen. Die Cathedra Magistrorum fügt sich in das Profil des Collegiums ein und will der Grundidee der Gründer des Collegiums Rechnung tragen. Das EC wurde 1895 von Loránd Eötvös mit der Aufgabe der Einrichtung einer niveauvollen Lehrerausbildung gegründet. Der Unterricht im EC stand unter dem Motto "Freiwillig dient der Geist": ein Gedanke, der das Leben im EC in jedem Bereich prägte.
Die Cathedra Magistrorum greift diese Grundidee neu auf. Mit ihrem Programm stellt sie - ausgehend von einem zeitgemäßen Berufsprofil des Fremdsprachenlehrers - die Wissenschaftsorientierung in den Mittelpunkt.
Die Teilnehmer der Lehrerakademie sind interne und externe Kollegiaten. Sie können im Rahmen von Werkstattarbeit einen Einblick in die Erforschung des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen bekommen, um mit der Zeit auch eigene Forschungen durchzuführen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, Zusammenhänge zu verstehen, die ihren Horizont erweitern.
Zur Werkstattarbeit, die im Gebäude des Collegiums in regelmäßigen Zeitabständen stattfindet, werden auch namhafte in- und ausländische ExpertInnen und WissenschaftlerInnen eingeladen. Die Themen für die Werkstattarbeit werden aus den aktuellen Forschungsschwerpunkten der Fremdsprachendidaktik wie Mehrsprachigkeit, Lernerautonomie und Lernberatung, Lehrerlernen, Neue Medien und Migration gewählt.
Ein wichtiges Vorhaben für die Cathedra Magistrorum ist die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen der TeilnehmerInnen der Lehrerakademie. In diesem Sinne wurde am EC eine neue Reihe mit dem Titel "Cathedra Magistrorum -Lehrerforschung" ins Leben gerufen. Die beiden verantwortlichen Herausgeber der Reihe sind László Horváth, Direktor des EC, und Ilona Feld-Knapp, Leiterin der Cathedra Magistrorum. Der Schriftleiter der Reihe ist Balázs Sára, Leiter der Germanistischen Seminars am EC.
Der vorliegende Band ist die erste Publikation der Lehrerakademie, die unter dem Motto "Beruf und Berufung: Fremdsprachenlehrer in Ungarn" erscheint. Der erste Band ist hauptsächlich deutschsprachig, und behandelt Themen mit DaF-Bezug, umfasst aber im Sinne der Mehrsprachigkeit auch Beiträge in drei weiteren Sprachen, es gibt je einen Beitrag auf Englisch, Französisch und Spanisch. Inhaltlich stehen alle Beiträge unter dem Motto "Lehrerwissen und Lehrerdenken" und wollen angehenden und praktizierenden FremdsprachenlehrerInnen zur Entfaltung ihres beruflichen Selbstverständnisses Hilfestellungen bieten. Auf diese Weise können die Beiträge in der Lehrerausbildung sowie in der Lehrerfortbildung genutzt und eingesetzt werden. Unter den Autoren finden sich erfahrene, namhafte WissenschaftlerInnen, aber auch AnfängerInnen im Bereich der Fremdsprachendidaktik. Alle Autoren waren TeilnehmerInnen und MitgestalterInnen der Programme der Werkstattarbeit der Cathedra Magistrorum. Die Beiträge wurden durch diese intensive Arbeit der ersten beiden Jahre angeregt.
Der Band wird mit einem Artikel von Ilona Feld-Knapp eröffnet, der einen Überblick über die Etablierung von Deutsch als Fremdsprache als einer jungen wissenschaftlichen Disziplin bietet. Der Beitrag von Hans-Jürgen Krumm umreißt die wichtigsten zeitgemäßen Anforderungen an die Ausbildung von FremdsprachenlehrerInnen. Der Beitrag von Krisztina Károly befasst sich mit fachwissenschaftlichen Fragen in Bezug auf die Förderung der Diskurskompetenz beim Lehren und Lernen von modernen Fremdsprachen. Katalin Boócz-Barna untersucht die Wirksamkeit der Interaktionen im Unterricht von Deutsch als Fremdsprache und zieht Konsequenzen, welches Lehrerwissen unterrichtliche Interaktionen erfordern. Dóra Faix widmet sich dem Thema "Literaturdidaktik" und zeigt, wie literarische Texte im fremdsprachigen Spanischunterricht effektiv bearbeitet werden können und sollten. Brigitta Vargyas befasst sich mit den Traditionen des fremdsprachigen Französischunterrichts in Ungarn. Réka Sámson behandelt das Thema "Neue Medien im Fremdsprachenunterricht" und reflektiert ein Fortbildungsseminar für DaF-Lehrende. Beatrix Bukus hebt die Wichtigkeit der interkulturellen Kompetenzen im Lehrerberuf hervor. Anna Deme zeigt in ihrem Beitrag, welche Perspektiven die interaktive Tafel bei der Landeskundevermittlung im schulischen DaF-Unterricht bietet. Rudolf Iványi beschäftigt sich mit der Rolle des Sprachbewusstseins im Fremdsprachenunterricht. Enikő Jakus gibt einen Überblick über alternative Methoden außerhalb des schulischen Unterrichts. Antal Kovácsik stellt die Geschichte der Deutschlehrerausbildung am EC dar. Die kurzen Beiträge von angehenden LehrerInnen (Andrea Taczman, Helga Havasi, Emese Kolozsvári, Gabriella Perge und Eszter Kránicz) gewähren einen Einblick in die Motivation und die persönlichen Überlegungen von angehenden DaFLehrerinnen zu ihrer Berufswahl von den Kinderjahren bis zum Ende des Studiums. Den Band schließen ein Tagungsbericht und eine Rezension von Gabriella Perge ab.
Budapest, im November 2012
Ilona Feld-Knapp