DAS ARABISCHE
BUCH
Ich habe unser
Lebensbuch gelesen
Als wärs arabisch - von dem letzten Blatt:
Es weicht die Todesangst und wir genesen,
Wir machen Pläne für die nächste Jahre
Und denken gerne an vergangene,
Wir lieben uns mit jedem Jahre anders:
Nicht ganz so selbstverständlich und so innig,
Es wir vielmehr ein Umeinanderringen
Einandersuchen, Zueinanderstreben,
Unsere Kinder treten immer näher,
Wir kennen sie mit jedem Tage mehr,
Sie werden langsam wie ein Stück von uns.
Wir sind einfach wir - wir sind Familie,
Für unsre Kinder Bollwerk, Wiese, Turm,
Es liegt mehr Neugier stets in unsren Fragen
Und vielmehr Überraschung in der Antwort.
Verjüngt erscheinen wir allmählich fremder
Und umso grösser wird die schöne Kraft,
Die überbrücken und verbinden will.
Die Hochzeit naht. Crescendo.Seligkeit.
Dann banges warten: ob wir glücklich werden?
Es scheint fast einen Augenblick, als ob
Sich unsre Lebenswege trennen würden,
Wihr ahnen nur, dass wir einander Pfad,
Geschick und Urteil sind für alle Zeit.
Wir gehen Hand in Hand. Rausch. Trennung. Rausch.
Entfremdungen.Ein Zueinnderfinden.
Dann schaue ich Dich höflich, mit Respekt
Aus tiefer, blauer, hoffnungsloser Ferne,
Und dann ist's aus. Der letzte Vorhang fällt,
Du nennst Dich, lächelst und verlässt mein Leben,
Und ich bin nichtmehr auf der Welt.