REDE ÜBER DIE STERBLICHKEIT DER SEELE

Ich glaube fest, dass wir uns als beseelte
Zum Schritte durch das Tor des Lebens beugen,
Beseelt betreten wir das lang verhehlte
- Ich rufe jedes Kind, dafür zu zeugen!

Wer hörte sie nicht gerne schrein und singen!?
Wer schaute sie nicht lächend stehen und gleiten?
In jeder Regung schaue ich die Schwingen
Der Seele und ihr frohes Flügelweiten
-

Das, was in Kindern Hauch und Feuer war,
Verlöscht in dörren Lehrern, kalten Jägern,
Es kommt eiu unerhörtes Trauerjahr
Und Seelen fallen weit vor ihren Trägern -

Die Körper stehen und die Seelen eilen,
Die Fäuste schlagen und die Seelen zittern,
Sie sind das sterblichste von unsren Teilen,
Sie werden lang vor unsrem Tod verwittern -

Es liegen nach dem schrecklichen Geschehen
- Wie nach dem Fest die halbverwelkten Rosen -
Die starren Zeugen, die es angesehn
Die noch Lebendigen und Seelenlosen -

Ich schaue täglich mit erneutem Schauer
Die Strahlen brechen und den Hauch verschweben,
Was an uns Kalk ist, wird uns überdauern
Und was schon kalt ist, darf noch weiterleben.

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