II. Völkerwanderung und Frühmittelalter

Diese Bibliographie enthält die Titel der in den Weltsprachen erschienenen Arbeiten, überwiegend Literatur aus der Zeit nach 1945. Nicht aufgenommen wurden jene Monographien, Ausgaben und Studien in ungarischer und rumänischer Sprache, die nur mit einem kurzen fremdsprachlichen Resümee versehen sind, andererseits wurden zweisprachige oder fast als solche zu bezeichnende Mitteilungen aufgenommen. Über die Fachliteratur in ungarischer und {695.} rumänischer Sprache bis einschließlich 1986 informiert detailliert die Bibliographie in Erdély története (Geschichte Siebenbürgens) I. Budapest 1986, 31988, 565–575.

Die neue Monographie über diese Periode, K. HOREDT, Siebenbürgen im Frühmittelalter. Bonn 1986 umfaßt die gleiche Periode, die hier und im folgenden Kapitel behandelt wird. Sie zerfällt in drei große Teile: Germanische Zeit (S. 7–58), Slawische Zeit (S. 59–110) und parallel zum hier folgenden Kapitel Ungarische Zeit (S. 111–192). Die Ergebnisse ähneln in vielen Punkten einander oder sind verwandt, dennoch unterscheiden sie sich in der Beurteilung wichtiger Perioden (der der Goten und Awaren) wesentlich voneinander. Ders. über das gleiche Thema kürzer: Das frühmittelalterliche Siebenbürgen. Innsbruck 1988. Ein für alle Zeiten grundlegendes archäologisches Quellenwerk: J. HAMPEL, Alterthümer des frühen Mittelalters in Ungarn I-III. Braunschweig 1905, reprint: Westmead 1971. Grundlegend für das Verständnis des östlichen Hintergrundes der eurasischen Völkerbewegungen: K. CZEGLÉDY, From East to West. The Age of Nomadic Migrations in Eurasia. AEMA 3, 1983 und CS. BÁLINT, Die Archäologie der Steppe. Wien-Köln 1989.

Spezifisch archäologisch-historische Darstellungen dieser Periode aus der Sicht der dakorömischen Kontinuität: M. RUSU, Bodenständige und Wandervölker im Gebiet Rumäniens (3.–9. Jahrhundert). AMN 17, 1980 und D. PROTASE, Die dakisch-römische Bevölkerung nördlich der Donau in der Periode von Aurelian bis zu den Slawen (7. Jh.) im Lichte der aktuellen Dokumente. In: Die Völker Südosteuropas im 6. bis B. Jahrhundert. Südosteuropa Forschungen 17, Berlin 1987.

Eine archäologische Zusammenfassung der spätesten römischen, dazisch-karpischen und gotischen Funde und Perioden: K. HOREDT, Siebenbürgen in spätrömischer Zeit. Bukarest 1982, eine Arbeit, die der Autor heute so sicher nicht mehr schreiben würde. Über die Karpen und das Siebendorfer Gräberfeld: G. MARINESCU–N. MIROŢIU, Die karpische Nekropole von Şopteriu. Dacia 31, 1987. Über die Geschichte der Goten im 3.–4. Jahrhundert: L. SCHMIDT, Geschichte der deutschen Stämme. Die Ostgermanen. München 1941, E. A. THOMPSON, The Visigoths in the Time of Ulfila. Oxford 1966, E. K. CHRYSOS, Gothia romana. Zur Rechtslage der Westgoten im 4. Jh. Dacoromania 1, 1973. H. WOLFRAM, Geschichte der Goten, München 1979 – dazu eine detaillierte Kritik hinsichtlich der Goten in Dazien: I. BÓNA, Bemerkungen zu einer neuen historisch-archäologischen Bearbeitung der Visigotenzeit in Dazien. Acta Arch. Hung. 33, 1981. Mit gründlicher Kritik benutzbar, besonders in archäologischer Beziehung: TH. S. BURNS, A History of the Ostrogoths. Bloomington 1984.

Marosszentanna: I. KOVÁCS, Cimetière de l’époque de la migration des peuples à Marosszentanna. Dolg. ENM 3, 1912. Ders., Station préhistorique de Marosvásárhely. Ebd. 6, 1915. E. BENINGER, Ein westgotisches Brandgrab von Maros-Lekencze. Mannus 30, 1938. Grundlegende chronologische und historische Bedeutung für den Abschluß der Marosszentanna-Kultur besitzt Z. SZÉKELY, Der Fund von Tekerõpatak (Kom. Csík). FA 5, 1945.

Über die archäologische Einheit der Wisigoten-Kultur in und außerhalb Daziens: GH. DIACONU, Das Gräberfeld von Mogoşani. Dacia 13, 1969, ders., Über die Fibel mit halbkreisförmiger Kopfplatte und rautenförmigem Fuß aus Dacien. Dacia 17, 1973, ders., Über die scheibengedrehte Keramik in der Sîntana de Mureş–Tschernyahow-Kultur. Dacia 14, 1970.

Zwei Versuche, die Besiedlung Daziens durch die Goten in Zweifel zu ziehen: B. MITREA, Die Goten an der unteren Donau – einige Probleme im III.–IV. Jahrhundert, und I. IONIŢA. Probleme der Sîntana de Mureş-Cernjahov-Kultur auf dem Gebiete Rumäniens. Beide in: Studia Gotica. Hrsg. U. HAGBERG. Stockholm 1972. Ähnlich jüngst: M. RUSU, Der Schatz von Pietroasele und der zeitgenössische historische Kontext. ZA 28, 1986. Mit den dazischen „Ergebnissen“ von I. IONFA sonst unvereinbar ist seine Analyse der gotischen Gräberfelder außerhalb Siebenbürgens: Chronologie der Sîntana-de-Mureş–Cernjachov-Kultur, in: Peregrinatio Gothica, Łódz 1986. Noch stärker widerspricht seiner Auffassung die jüngste sachliche skandinavische Analyse der Kultur von Marosszentanna/Sîntana de Mureş: U. NÄSMAN in: Jernalderens Stammesamfund. Aarhus 1988. Grundlegend zu den chronologiebestimmenden Veränderungen des Bestattungsritus: E. A. SYMONOVIĆ–N. M. KRAVČENKO, Pogrebalnye obrjady plemen černjahovskoj kultury. Moskva 1983.

Eine Zusammenfassung der germanischen Funde aus dem 4.–5. Jahrhundert an der mittleren und unteren Donau: V. BIERBRAUER, Zur chronologischen, soziologischen und regionalen Gliederung des ostgermanischen Fundstoffes des 5. Jahrhunderts in Südosteuropa – mit einer Skizze der inneren Chronologie des Gräberfeldes von Marosszentanna, und R. HARHOIU, Das norddonauländische Gebiet im 5. Jahrhundert und seine Beziehungen zum spätrömischen Kaiserreich – mit einem Fundortverzeichnis. Beide in: Die Völker an der mittleren und unteren Donau im fünften und sechsten Jahrhundert. Herausgegeben von H. WOLFRAM und F. DAIM. Wien 1980.

{696.} Über die hunnenzeitlichen Gepiden und die Hunnen (über die eben zitierten zwei Arbeiten hinaus): I. NESTOR, Zur Geschichte Siebenbürgens im IV. Jh. u. Z. Dacia 19, 1975, N. FETTICH, Der zweite Schatz von Szilágysomlyó. Arch. Hung. Bd. VIII. Budapest 1932, D. PROTASE, Ein Grab aus dem V. Jh. aus Cepari. Dacia 4, 1961, T. Rosu, Hunnenzeitliche Funde aus Oradea. Dacia 9, 1965.

Das wiederholt von Nándor Fettich und Kurt Horedt bearbeitete Mojgráder sog. hunnenzeitliche Fürstengrab (oder Schatzfund) ist aus der Fachliteratur zu streichen, da es sich dabei um eine neuzeitliche Fälschung handelt: I. BÓNA, Über die Fälschungen des Goldschatzes von Moigrad. Publicationes Museorum Com. Veszprémiensis 18, 1986. Nach Angaben von 1879 und 1884 kann auch die von K. HOREDT als vom Fundort „Karlsburg“ bezeichnete silberne Plattenfibel (Siebenbürgen im Frühmittelalter, Abb. 7,2) nicht aus Siebenbürgen stammen.

Über die Geschichte der Gepiden – über die Grundlegung im genannten Werk von L. SCHMIDT, Die Ostgermanen, hinaus – siehe: H. SEVIN, Die Gebiden. München 1955, W. POHL, Die Gepiden und die Gentes an der mittleren Donau nach dem Zerfall des Attilareiches (sic! recte: Hunnenreiches), in: Die Völker an der mittleren und unteren Donau im fünften und sechsten Jahrhundert. Wien 1980. Eine kurze historische und archäologische Zusammenfassung: I. BÓNA, Der Anbruch des Mittelalters. Gepiden und Langobarden im Karpatenbecken. Budapest 1976, ders., Ungarns Völker im 5. und 6. Jahrhundert, in: Germanen, Hunnen und Awaren. Nürnberg 1988.

Das I. gepidische Königsgrab von Apahida: (H. FINÁLY–P. HUNFALVY), Fund von Apahida. Ungarische Revue 10, 1890, N. FETTICH, La trouvaille de tombe princière hunnique à Szeged–Nagyszéksós. Arch. Hung. Bd. XXXIV. Budapest 1953, A. KISS, Über ein Insigne des Gepidenkönigs von Apahida. FA 38, 1987. Das II. gepidische Königsgrab von Apahida: K. HOREDT–D. PROTASE, Das zweite Fürstengrab von Apahida. Germania 50, 1972. Der Schatz von Szamosfalva: Dies., Ein völkerwanderungszeitlicher Schatzfund aus Cluj-Someşeni. Germania 48, 1970.

Über die archäologischen Funde der Gepiden zusammenfassend bis Ende der 1950er Jahre: D. CSALLÁNY, Archäologische Denkmäler der Gepiden im Mitteldonaubecken (454–568 u. Z.). Arch. Hung. Bd. XXXVIII. Budapest 1961. Eine Zusammenfassung der siebenbürgischen Gepidenfunde: K. HOREDT, Zur Geschichte der Gepiden in Siebenbürgen, in: ders., Untersuchungen zur Frühgeschichte Siebenbürgens. Bukarest 1958. Über ihre frühesten siebenbürgischen Grabfunde ders., Die Polyederohrringe des 5.–6. Jahrhunderts u. Z. aus der SR Rumänien. ZA 13, 1979. Über die archäologische Chronologie der Periode ders., Der östliche Reihengräberkreis in Siebenbürgen. Dacia 21, 1977. Eine Kritik dazu: I. BÓNA, Gepiden in Siebenbürgen – Gepiden an der Theiß. Acta Arch. Hung. 31, 1979.

Mezõbánd/Bandorf: K. KOVÁCS, Les fouillages de Mezõbánd. Dolg. ENM 4, 1913. Gepidische Gräberfelder und Grabfunde: M. ROSKA, Das gepidische Grabfeld von Vereşmort-Marosveresmart. Germania 18, 1934, M. COMŞA–D. IGNAT, Gräber aus dem 6. Jh. in Mediaş. Dacia 15, I971, I. GLODARIU, Ein Grab aus dem 5. Jahrhundert in Slimnic. Germania 52, 1974, D. POPESCU, Das gepidische Gräberfeld von Moreşti. Dacia 18, 1974, M. RUSU, Pontische Gürtelschnallen mit Adlerkopf. Dacia 3, 1969. Eine Monographie über die Siedlung und das Gräberfeld von Mühlendorf: K. HOREDT, Moreşti. Grabungen in einer vor- und frühgeschichtlichen Siedlung in Siebenbürgen. Bukarest 1979.

Die neueste monographische Zusammenfassung der Geschichte der Awaren: W. POHL, Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa, 567–822 n. Chr. München 1988. Über den wahren historischen Hintergrund des awarisch-slawischen Verhältnisses: W. H. FRITZE, Zur Bedeutung der Awaren für die slawische Ausdehnungsbewegung im frühen Mittelalter, in: Studien zur Völkerwanderungszeit im östlichen Mitteleuropa. Maiburg/Lahn 1980. Ihre kurze Geschichte in den archäologischen Rahmen eingebettet: I. BÓNA, Die Awaren. Ein asiatisches Reitervolk an der mittleren Donau. In: Awaren in Europa. Frankfurt am Main-Nürnberg 1985, ders., Die Geschichte der Awaren im Lichte der archäologischen Quellen. In: Settimane di Studio Popoli delle Steppe: Unni, Avari, Ungari. Spoleto 1988.

Ein Kataster der awarischen archäologischen Funde bis zur Mitte der 1950er Jahre: D. CSALLÁNY, Archäologische Denkmäler der Awarenzeit in Mitteleuropa. Budapest 1956 – ein in Arbeit befindliches neues Kataster wird fast doppelt so viele, mehr als 2000 Fundorte enthalten. Eine Zusammenfassung der siebenbürgischen Awarenfunde: K. HOREDT, Das Awarenproblem in Rumänien. Študijné Zvesti 16, 1968, bzw. neuestens: Siebenbürgen im Frühmittelalter, M. COMŞA, Slawen und Awaren auf rumänischem Boden, in: Die Völker Südosteuropas im 6.–8. Jahrhundert. Berlin 1987. Über das gepidisch-awarische Gräberfeld von Marosnagylak: M. RUSU, The Prefeudal Cemetery of Noşlac VIth–VIIth Centuries. Dacia 6, 1962. Über die historischen und archäologischen Probleme im Geiste der dako-römischen Kontinuität ders., {697.} Avars, Slavs, Romanic population in the 6th–8th centuries. In: Relations between the Autochthonous Population and the Migratory Populations. Bucureşti 1975.

Über die slawische Einwanderung allgemein: I. NESTOR, L’établissement des Slavs en Roumanie. Dacia 5, 1961. Die Rolle der Slawen auf ein Minimum zu beschränken versucht M. RUSU, Aspects des relations entre la romanité Orientale et les slavs. RRH 20, 1980 und ders., Les populations du groupe turc, les slavs et les autochthones du bassin carpato-danubien aux VIe–IXe siècles. Ebd. 21, 1981. Ihm gegenüber betrachtet eine frühe Slawisierung ganz Rumäniens neuestens als gesichert: M. PARCZEWSKI, Nejstarsza faza kultury wczesnoslowianskie – Die älteste Phase der frühslawischen Kultur. Kraków 1988, der auch die Anwesenheit der Awaren in Siebenbürgen anerkennt.

Über die archäologischen Zeugnisse der Slawen in Siebenbürgen: Z. SZÉKELY, Die frühesten slawischen Siedlungen in Siebenbürgen. Slavia Antiqua 17, 1970, ders., L’aspect de la culture materielle des VIIIe–Xe siècles dans la sudest de la Transylvanie. In: Les questions fondamentales du peuplement du bassin des Carpathes du VIIIe au Xe siècle. Budapest 1972, K. HOREDT, Die Brandgräberfelder der Mediaşgruppe aus dem 7.–9. Jh. in Siebenbürgen. ZA 10, 1976, ders. erweitert, unter dem gleichen Titel in: Rapports du IIIe Congrès International d’Archéologie Slave I. Bratislava 1979. TH. NÄGLER, Vorbericht über die Untersuchungen im Hammersdorfer Gräberfeld. FVLK 14/1, 1971. Eine Zusammenfassung in der Monographie von E. ZAHARIA. Populaţia românească în Transilvania = La population roumaine en Transylvanie aux VIIe–VIIIe siècles. Le cimétière n° 2 de Bratei. Bucureşti 1977.

Über Szilágynagyfalu: J. HAMPEL, Alterthümer, a.a.O. Neuere Ausgrabungen: M. COMŞA, Kurgannyj mogil’nik s truposoŀŀeniem v Nušfaleu. Dacia 3, 1959 und dies., Vostočnye elementy v pogrebal’nom obrjade kurgannyh mogil’nikov u s. Nušfaleu i Somešeni. In: Drevnjaja Rus’ i slavjanje. Moskva 1978. Die Kurgane von Szamosfalva: M. MAKREA, Slavjanskij mogil’nik v Somešeni. Dacia 2, 1958.

Über die Geschichte der bulgarischen Eroberung Siebenbürgens: V. GJUZELEV, Forschungen zur Geschichte Bulgariens im Mittelalter. Miscellanea Bulgarica 3. Wien 1986.

Über die Bulgarenherrschaft in Rumänien und ihre archäologischen Zeugnisse zusammenfassend: M. COMŞA, Die bulgarische Herrschaft nördlich der Donau während des IX. und X. Jh. Dacia 4, 1960 und dies., La civilisation balcanodanubienne (IXe–XIe siècles) sur la territoire de la R. P. Roumanie. Dacia 7, 1963 – in neueren Arbeiten müßte sie ihren früheren Standpunkt korrigieren.

Das bulgarische Gräberfeld (A) von Stumpach: K. HOREDT, Die Ansiedlung von Blândiana. Dacia 10, 1966. Kritik daran und richtige Bewertung: I. FODOR, Die Bulgaren in den ungarischen Ländern während der Ansiedlungsperiode der Ungarn. MBIÖ VI/1984/2.

Über die grundlegenden donaubulgarischen Parallelen zur siebenbürgisch-bulgarischen Kultur: Z. N. VAŽAROVA, Slavjanii probolgari – Slawen und Protobulgaren. Sofia 1976.